Blockchain-Kolumne #4: Teil einer Bewegung

Wenn ich Bücher und Artikel über Bitcoin und Blockchain lese, fühle ich mich irgendwie jung und voller Hoffnung. So viel könnte sich ändern, so viele Wünsche meiner jungen Jahre könnten in Erfüllung gehen.

Ich wollte immer Teil einer Jugendbewegung sein!

Leider kam ich für die meisten Jugendbewegungen zu spät. Punk war zum Beispiel meine Musik, aber als ich diese Musik hörte, war die Bewegung in London, Berlin und Düsseldorf wieder vorbei und die Musik auf dem Weg vom Rand in den Mainstream der Gesellschaft. Die Ungnade der späten Geburt. Und irgendwann ist man dann zu alt für Jugendbewegungen.

Die Bitcoin Geschichte hat auch als eine Art Punk-Bewegung begonnen. Die sogenannten Cypherpunks sind ein früher Teil der Bitcoin-Geschichte. Das Neue entsteht immer am Rande einer Kultur und Bitcoin ist als Gegenmodell zu zentralen Währungen und damit auch als Gegenmodell zur etablierten Form der Finanzwirtschaft, wenn nicht der Wirtschaft insgesamt entstanden. Aber so wie sich Punk relativ schnell in New Wave und Achtziger Pop entwickelt hat, so wandert Bitcoin und vor allem die Blockchain gerade rasant in die Mitte der Gesellschaft. Dass ich auch hier wieder zu spät für die Bewegung kam, muss ich nicht erwähnen.

2016 schon ein entscheidendes Jahr?

Wird  im Jahr 2016 schon die entscheidende Schlacht geschlagen? Werden wir mehr Dezentralisierung und Demokratie oder mehr private Blockchains und damit eine Fortführung und Intensivierung der Macht durch die etablierten Instanzen sehen. Eine gewisse Skepsis gegenüber privaten Blockchains und ihres Erfolgspotentials ist angebracht, wie man bei „Coindesk“ in einem Artikel von Chris de Rose nachlesen kann.

Fintech-Experte Boris Janek schreibt auf finletter die Blockchain Kolumne
Boris Janek schreibt die Blockchain Kolumne

Während die Blockchain uns im Jahr 2016 und darüber hinaus sicher begleiten wird, scheinen manche Bitcoin-Enthusiasten der ersten Stunde nicht mehr so recht an deren Zukunft  zu glauben. Mike Hearn sieht die Crypto Währung bereits als gescheitert, auch weil sie ihren revolutionären Charakter und die mit ihr erhofften Veränderungen nicht einhalten konnte.

Schlimm wäre es , wenn sich herausstellen würde, dass Satoshi Nakamoto eigentlich ein Banker oder Mitarbeiter von Goldman Sachs ist. So wie die Sex Pistols und damit die Punk Bewegung eigentlich nur eine geschickte Marketingstrategie von Malcolm Mc Laren gewesen sein sollen. Warten wir es erst mal ab. 2016 ist noch jung. Eine junge Bewegung.

Boris Janek

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