Blockchain Kolumne #5: Blockchain lebt – wir haben Beweise!

Ein Abgesang auf Blockchain oder Bitcoin kommt natürlich viel zu früh. Auch wenn er dem ein oder anderen „Absänger“ sicher ganz recht käme. Blockchain und Bitcoin leben aber, hier einige aktuelle Use Cases und Patentanmeldungen:

Monetas

In Tunesien arbeitet zum Beispiel gerade das Schweizer Unternehmen Monetas an einer digitalen Währung. Die Technologie lehnt sich allerdings nur an Blockchain an und merzt einige Schwächen aus: Transaktionen sind so noch schneller und günstiger und der eDinar wird wohl niemals einen Bailout benötigen.

Vollgeld Initiative

Erlauben Sie mir an dieser Stelle ein kurzes Abschweifen, denn in der Schweiz macht man sich auch sehr konkrete Gedanken über das Vollgeld und die Fähigkeit der Banken, Geld aus dem Nichts zu schaffen. Die Vollgeld Initiative wurde am 1. Dezember gestartet. Sie will, dass nur die Schweizer Nationalbank, die derzeit das Monopol auf Papiergeld hat, künftig elektronisches Geld kreieren darf. Mehr als 100.000 Stimmen wurden dafür gesammelt – und eine Volksabstimmung steht bevor.

Eine dezentrale Währung, über die kein Staat, kein Unternehmen und kein einzelner Mensch Kontrolle hat, wäre mit Blockchain und Bitcoin möglich. Warum sollten sich die 99 Prozent also auf eine Blockchain-Initiative der Banken freuen? Sie täten wohl gut daran, dies nicht zu tun.

Blockchain Registry

Kolumnist Boris Janek schreibt auf finletter regelmäßig über Blockchain
Boris Janek schreibt auf finletter über Blockchain

In Honduras – ein weiterer Use Case – werden Landrechte per Blockchain verwaltet. Das amerikanische Unternehmen Factom hat den Auftrag hierfür bekommen und führt diesen zusammen mit Epigraph aus. Das Land, das zu den ärmsten Ländern Amerikas gehört, hofft, damit den Betrug mit Ländereien und die Korruption in den Griff zu bekommen.

Auch Blockverify setzt auf die positiven Nebenwirkungen von Blockchain: Durch die tranparente und dauerhaft angelegte Verifizierung wertvoller Güter in den Bereichen Pharmazie, Elektronik, Luxusgüter und Diamanten, kann Betrug verhindert bzw. frühzeitig aufgedeckt werden. Man stelle sich vor, eine solche Technologie würde es schon länger geben. Wie viele durch Kriege und andere gewaltsame Aktivitäten erzeugte – und häufig nicht wieder rückgängig gemachte – Umverteilungen hätten verhindert, wie viel Gerechtigkeit hätte wieder hergestellt werden können?

Es ist nicht übertrieben, wenn man Blockchain eine soziale Technologie nennt, die für viel Gerechtigkeit in dieser Welt sorgen kann. Solange sie nicht in die falschen Hände gerät. Kein Wunder, dass ihr Siegeszug inmitten der Finanzkrise begann und gerade jene Länder, die besonders hart von der Krise betroffen waren, viele Bitcoin– oder Blockchain-Start-ups hervorgebracht haben. Deshalb war das Thema Blockchain bei der deutschen Wahl zum Fintech Start-up des Jahres auch wohl nur ein Randthema.

Und warum hat sich die Bank of America erneut 20 Blockchain-Patente gesichert? Du bist ein Schelm, wenn du Böses dabei denkst!

Wir sehen uns!

Boris Janek

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