finletter Spezial: Fintech Jahresrückblick 2016

Der finletter geht in eine kurze Weihnachtspause – statt des Wochenrückblicks gibt es an dieser Stelle deshalb einen ausführlichen Fintech Jahresrückblick 2016. Der nächste reguläre finletter erscheint wieder am 6. Januar 2017. Haben Sie eine schöne Weihnachtszeit!


Fintech Jahresrückblick 2016

– Januar 2016 –

Die wichtigsten Meldungen des Monats Januar: Fairr bekommt den Publikumspreis beim Fintech des Jahres 2015. Hessen treibt seine Bemühungen voran, Frankfurt zum Fintech-Hub Deutschlands zu machen. Das Provisionsabgabeverbot bleibt vorerst bestehen und wird im weiteren Verlauf des Jahres noch für viel Streit in der Versicherungsbranche sorgen. Sehr deutlich lehnt die Finanzaufsicht eine regulatorische Sandkiste ab, zum Ärger der Fintech-Szene, baut aber immerhin eine eigene Fintech-Abteilung auf. Zu den Start-ups, über die wir berichtet haben, gehören unter anderem Bonify, Savedroid, und Zinspilot, deren Mutter Deposit Solutions gerade Peter Thiels Interesse geweckt hat und 2016 sogar mehrfach Geld von ihm bekommen wird.

Meist geklickt im Januar waren die Abschiedsgrüße des Hamburger Crowdlending-Start-ups Finmar, ein „Welt“-Text über eine „neue Epoche des Investmentbankings“, ein Einblick in die Fintech-Strategie der DZ Bank und ein Kennenlerngespräch mit dem Fintech-Beauftragten der Bundesregierung, Jens Spahn.

 

– Februar 2016 –

Die wichtigsten Meldungen des Monats Februar: Der Deutschen Börse dauern die Standortbemühungen Hessens zu lange – das Unternehmen öffnet kurzerhand einen eigenen Fintech Hub in Frankfurt. Über die Grenzen des Finanzwesens hinaus wird eine vom deutschen Bundesfinanzministerium ins Gespräch gebrachte Obergrenze für Bargeldzahlungen wochenlang diskutiert. Fintech des Jahres wird Gini. Insuretech macht Schlagzeilen, weil sich Makler aus dem traditionellen Versicherungswesen und Start-ups wie Knip schön öffentlich streiten. Das neue Zahlungskontengesetz, das später in diesem Jahr in Kraft treten wird, wirft seine Schatten voraus. Zu den neuen Start-ups in der deutschsprachigen Fintech-Szene gehören Pair und FinanceFox. Und der Fun Fact des Monats war die Recherche eines Blogs, das den Ursprung des Begriffs Fintech bis ins Jahr 1972 zurückverfolgt hat.

Meist geklickt im Februar waren unter anderem eine Liste von 25 neuen Start-ups aus der Branche, ein Fintech-Whitepaper der Deutschen Bank und eine Infografik zu den Angeboten von Fintechs bei „Spiegel Online“.

 

– März 2016 –

finletter-Meilensteine: Im März knackt der Newsletter die wichtige Marke von 1.000 Abonnenten. Wir freuen uns außerdem über einen neuen Kolumnisten, Steffen von Blumröder, auch wenn wir den wegen eines Job- und Schwerpunktwechsels im Herbst gleich wieder ziehen lassen müssen.

Die wichtigsten Meldungen des Monats März: Investment in Fintech boomt und es ist international viel los: Holvi macht einen Exit, Mondo gelingt ein Crowdfunding-Rekord, die Schweiz eruiert lockerere Fintech-Regulierung. Der Berliner Companybuilder Finleap launcht derweil einen Kracher: Die Solarisbank ist die erste Fintech-Bank Deutschlands, die 2016 noch Partner für so manches Start-up werden wird. Barkow Consulting hat derweil deutsche Fintechs gezählt und kommt auf 400; die Zahl ist zwar nicht unumstritten, aber zumindest ein Ansatzpunkt für Debatten in den folgenden Monaten. Unter den neuen Fintech-Start-ups machen zwei alte im neuen Gewand von sich Reden: Avuba startet frisch und aus Figure wird Kontist; nur eines der Unternehmen wird das Jahresende erleben.

Meist geklickt im März waren die Unternehmensdatenbank für Fintechs von zeb, eine verständliche Blockchain-Erklärung, ein Überblick über aktuelle Fintech-Trends und eine Folge von Boris Janeks finletter-Kolumne, in der er sich fragt, ob er schon zu spät ist, um noch Teil der Blockchain-Bewegung zu werden.

400 Fintechs in Deutschland, Grafik von Peter Barkow/ Barkow Consulting
400 Fintechs in Deutschland? Eine Analyse von Barkow Consulting

 

– April 2016 –

Die wichtigsten Meldungen des Monats April: Eine Prognose der Citigroup zeichnet ein düsteres Bild von 1,7 Millionen Jobs, die europäische und US-amerikanische Banken binnen zehn Jahren streichen werden. Dabei kann man nicht sagen, dass die Institute sich der Zukunft völlig sperren: 2016 war das Jahr der Ideenschmieden! Unter anderem HypoVereinsbank, CreditSuisse, Deutsche Bank und KfW haben mit oder ohne Start-ups, intern oder öffentlich Experimentierstätten eröffnet, wo die eigene digitale Zukunft oder Anwendungsszenarien für die Blockchain erforscht werden. Die deutsche Politik bemüht sich ihrerseits, die Zukunft zu gestalten, wir nennen es die „Fintech-Schnuppermonate fürs Finanzministerium“. Derweil begeht die deutsche Crowdfunding-Szene zwei Meilensteine: Es gibt jetzt einen eigenen Bundesverband, aber auch einen Skandal rund um das auf Seedmatch aktive Hamburger Unternehmen Protonet.

Meist geklickt im April waren die klaren Worte eines Fintechies, warum man nicht bei einem Start-up anheuern sollte, eine Übersicht über Proptech-Unternehmen in Deutschland, ein Stück der Sendung „Last Week Tonight“, der Einsteiger-Guide zum Thema Fintech-APIs und ein Ausblick zum damals noch Number 26 heißenden Start-up.

 

–Mai 2016

Die wichtigsten Meldungen des Monats Mai: Beim US-Crowdlending-Platzhirschen Lending Club kriselt es gehörig. Die Sparkassen-Pläne einer neuen Banking-App fürs jüngere Publikum, Yomo, werden bekannt und Telefónica/ O2 startet sein eigenes mobiles Banking. Im UK können sich Unternehmen jetzt bei der Finanzaufsicht bewerben, um unter leichteren Bedingungen – Stichwort Regulatorische Sandkiste – Produkte zu testen. Der Monat hatte natürlich auch wieder seine Anzahl an Finanzierungsrunden, zum Beispiel die, die TransferWise zum Fintech-Einhorn macht. Wir können und wollen in diesem Jahresrückblick gar nicht immer alle erwähnen. Spannend im Mai allerdings: Es wurde mal darüber diskutiert, ob hinter all den mit Investments vollgepumpten Start-ups überhaupt ordentliche Geschäftsmodelle stehen.

Meist geklickt im Mai waren unter anderem ein Bericht über die Innovationsversuche der Ing Bank und Hintergrundinformationen zu The Dao, einer Firma auf Blockchain-Basis, die nicht wirklich eine ist.

 

– Juni 2016

finletter-Meilenstein: Martina Palte, Vorstandsmitglied bei der comdirect, ist neue Kolumnist bei finletter. Lesen Sie hier ihre Beiträge aus diesem Jahr.

Die wichtigsten Meldungen des Monats Juni: Der Brexit stellt alles in den Schatten: Im UK hat die Mehrheit der Bürger tatsächlich dafür gestimmt, die EU zu verlassen. Die Diskussion, was das für Fintech bedeutet, wird uns auch über den Sommer hinaus noch lange begleiten. Für Number 26 endet die erste Jahreshälfte derweil mit einer hausgemachten Krise, die zum Glück für das Start-up gar nicht so schädlich zu sein scheint. Und beim gehypten The Dao kriselt es nach einem Hack bereits. Gut läuft es hingegen für Weltsparen, das unter dem Namen Raisin expandiert, und eine ziemlich große Anzahl an Fintechs, die sich über Investments freuen können. Spannend bleibt das Thema Regulatorik-Ausnahmen: In Singapur wird nämlich fleißig an einer Sandkiste gearbeitet.

Meist geklickt im Juni waren das Skandälchen um Number 26 und ein McKinsey-Report zu den Herausforderungen für die deutsche Fintech-Szene.

Sandkiste
Das Thema Regulatorische Sandkiste zieht sich wie ein roter Faden durch das Fintech-Jahr

 

– Juli 2016

finletter-Meilensteine: Wir begrüßen Tobias Baumgarten in unserem Team. Seine Beiträge auf aboutfintech.de haben es schon in den finletter geschafft, ab Juli unterstützt er die Redaktion in der wöchentlichen Kuration von Nachrichten für den Newsletter.

Die wichtigsten Meldungen des Monats Juli: Der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes gießt die Sorge um die Bankenbranche in eine Zahl: Es gibt zwei Prozent weniger Arbeitsplätze als im Vorjahr. Für Fintech in Deutschland hingegen läuft es weiter super, zeigt Peter Barkows vierteljährliche Investment-Übersicht. Dazu passt auch, dass das Bundeskartellamt wegweisend für Fintech entscheidet: Drittanbieter dürfen jetzt auf Pin und Tan von Banken zugreifen. Number26 benennt sich mit Banklizenz in N26 um, die Fidor Bank macht einen Exit, Paypal expandiert in den stationären Handel. Und, wie gesagt, der Brexit bleibt ein Thema und motiviert Stadtmarketing-Agenturen genau wie Landesregierungen, deutsche Standorte als Alternative zu London anzupreisen. Angeblich zugunsten Berlins. Wie viele Firmen allerdings tatsächlich auf wessen Sirenenrufe reagieren, ist bis heute unklar.

Meist geklickt im Juli waren dieser Überblick über Fintech-Banken, ein Ruf nach mehr Verbraucherschutz bei Fintech-Unternehmen, eine Liste von Top 100 Influencern und Marken in Fintech und die Pressemitteilung zur Übernahme der deutschen Fidor Bank durch die französische Bankengruppe BPCE.

 

– August 2016

Die wichtigsten Meldungen des Monats August: Paydirekt, von den deutschen Banken als Paypal-Herausforderer in Stellung gebracht, hat zum ersten Geburtstag Imageprobleme: Es geht nur langsam voran und die Branche spottet. Indes mausert sich Scalable Capital aus München zum Darling der Robo-Advice-Szene und expandiert. Das viel diskutierte Cookies geht an den Start. Auch in Sachen Blockchain tut sich was: Mehrere global agierende Banken schließen sich der Schweizer UBS in ihren Plänen für eine eigene digitale Wärung, die Utility Settlement Coin, an. Und in die Blockchain-Gemeinschaft R3 kommt mit einer Patentanmeldung Bewegung.

Meist geklickt im August waren ein finletter-Kommentar zum Henne-Ei-Problem von Paydirekt, ein Interview mit Boston Consulting zum Potential von Fintech und die Mobile-Banking-Studie von Bain.

 

– September 2016
finletter-Meilenstein:

Die wichtigsten Meldungen des Monats September: Das Zahlungskontengesetz tritt in Kraft und verpflichtet Finanzinstitute, unzufriedenen Kunden einen einfachen Kontowechsel zu ermöglichen. Einfach soll auch das Bezahlen im Facebook Messenger dank spezieller Bots werden, einer der Top-Trends 2016! Ein weiterer bleibt Thema: Mit Hongkong betritt ein neuer Mitspieler die regulatorische Sandkiste, im UK geht es los und auch die USA eruieren Ähnliches. Erstaunlicherweise äußert sich sogar das deutsche Wirtschaftsministerium positiv über eine Lockerung der Spielregeln für Fintechs. Die Deutsche Börse nähert sich unterdessen Start-ups an – mit einer Plattform, die Jungunternehmen und Wagniskapitalgeber zusammenbringt. Und die schlechte Nachricht des Monats kommt von der Commerzbank, die im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie fast 10.000 Stellen streichen wird.

Meist geklickt im September waren ein Whitepaper von GoCardless zur deutschen Fintech-Szene, ein Bericht zum neuen Digitallabor der KfW und die Pressemitteilung zur Multibank-Strategie der comdirect.

 

– Oktober 2016

Logo der Fintech Week Hamburg, ausgerichtet von finletter und betahaus Hamburgfinletter-Meilensteine: In Hamburg veranstalten finletter gemeinsam mit dem betahaus die erste Fintech Week Deutschlands, die mehr als 1.000 Fachbesucher angelockt hat. Außerdem haben wir mit freundlicher Unterstützung von Bankpower unsere neue Fintech-Stellenbörse gestartet. Was ein Monat!

Die wichtigsten Meldungen des Monats Oktober: Start-up-Investment mal umgedreht: Check24 setzt einen 60 Millionen Euro schweren Fonds für unter anderem Fintech-Risikokapital auf. Derweil rückt Instant Payment auf EU-Ebene in greifbare Nähe. Zum wiederholten Mal in diesem Jahr steht ein Tan-Generator in der Kritik, zum Glück Sicherheitsforscher und nicht Hacker mit boshaften Absichten haben die Photo-Tan-App geknackt. Schlechte Nachrichten gibt’s auch für die Cookies, das wenige Monate nach dem Start insolvent ist. Erfolgsgeschichten und spannende Ausblicke finden sich dafür in der jährlichen „Fintech 100“-Aufstellung von KPMG. Und die erste Fintech Week Hamburg ist in diesem Monat ein voller Erfolg. Das sagen nicht wir (obwohl wir auch sehr zufrieden war), sondern das „IT Finanzmagazin“: Tobias Baumgarten nennt dort die Idee zur #fwhh16 „so einfach wie genial“. Wiederholung garantiert!

Meist geklickt im Oktober waren die App Ownly, die neue Fintech-Jobbörse von finletterein Bericht über das Start-up Fundamental Capital und André Bajorats Rede während der ersten Fintech Week Hamburg, die Sie hier auch noch mal als Aufzeichnungn anschauen können.

– November 2016 –

Die wichtigsten Meldungen des Monats November: Das Tech Quartier, Frankfurts offizieller Hub für Fintech, ist zwar teilweise noch eine Baustelle, wird aber immerhin 2016 noch feierlich eröffnet. Unsere Leser sammeln einige #ideenfürfintech, nachdem Jens Spahn angekündigt hat, statt auf eine Regulatorische Sandkiste auf den Dialog mit der Branche zu setzen. KPMGs „Pulse of Fintech“ kommt raus und zeigt, dass das letzte Quartal in Sachen Investments in Fintech etwas schwächer war. Mehr News aus der Branche: Die Telekom stellt ihre MyWallet-App ein und die Sparkassen machen Kwitt. Ach ja, und in Sachen Insuretech vs. Makler gewinnen wieder mal die jungen Wilden.

Meist geklickt im November waren die Bekanntgabe eines neuen N26-Produktes, die Nachricht zur neuen Sparkassen-Zahlfunktion Kwitt, ein Text über das Start-up Banksapi und und die Fintech-Studie des Bundesfinanzministeriums.

 

– Dezember 2016

Die wichtigsten Meldungen des Monats Dezember: Amazon startet mit Amazon Go die nächste Stufe des Mobile Payment – zwar erst mal nur als Experiment in Seattle, aber beobachtenswert. Auch spannend: Die UBS macht, angeblich als erste Bank der Welt, die handgeschriebene Unterschrift unter Verträgen überflüssig. Derweil auf dem deutschen Markt: Avuba macht endgültig Schluss. Und Paydirekt kann sich zum Jahresende immerhin über die Einbindung in 500 Online-Shops freuen, auch wenn das Weihnachtsgeschäft vermutlich noch nicht so prall gelaufen ist. Für die Banken war ansonsten Blockchain eines der wichtigsten Themen des Jahres. Was 2016 für die Technologie sonst so brachte, hat finletter-Kolumnist Boris Janek zusammengefasst. Zu guter letzt kündigt sich 2017 im Dezember schon mal zaghaft an: Die Deutsche Bank plant einen Robo Advisor – Automatisierung bleibt eine wichtige Chance – und das Thema Sicherheit bei Banking-Start-ups wird nach einem Hack bei N26 wohl auch weiterhin ein Diskussionsthema sein.

Meist geklickt im Dezember waren ein Streitgespräch zwischen den Chefs von Commerzbank und N26, eine Stellenanzeige von zeb sowie ein Überblick über die spannendsten deutschen Fintechs.


Die Redaktion von finletter bedankt sich recht herzlich auch für die tolle Unterstützung von Lars Markull, der seit den Anfangstagen dabei ist und uns immer wieder zuverlässig in Urlaubs- oder Krankheitsfällen vertritt!

Carolin Neumann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.