Insurtech-Influencer, die People-Connecter im Hintergrund

Die Versicherungswelt spricht von Digitalisierung und Insurtechs. Sie gründet Labs im Sillicon Valley und in China, sie ernennt Chief Digital Officers und Digital Investment Officers. Sie investiert in Start-ups, Bootcamps und Blockchain-Initiativen. Aber eine Gruppe scheint nie im Fokus zu stehen: die Influencer.

Jeder kennt sie – und niemand redet über sie. Dabei sind sie die heimlichen Strippenzieher im Hintergrund. Und wollen vielleicht auch genau dort bleiben. Sie sind das Getriebeöl, das die Motoren der Old Economy und der Insurtech-Welt verbindet und geschmeidig hält.

Influencer ist ein Begriff, den es vor wenigen Jahren gar nicht gab. Wikipedia umschreibt ihn mit einer Person, die „aufgrund ihrer Präsenz und ihres hohen Ansehens in den sozialen Netzwerken eines kommerzialisierten Internets für Werbung und Vermarktung in Frage kommt“. Und damit doch nicht die wesentliche Bedeutung dieser besonderen Spezies erfasst.

Was tun Influencer? Und wer sind sie?

Nun, zunächst schreibt der Influencer tatsächlich in den sozialen Netzwerken über seine Branche. Ob Facebook, Twitter, Linkedin oder eigene Blogs: Dies ist seine Welt, sein Forum. Er postet Neuigkeiten, Gerüchte, kommentiert Beiträge anderer, recherchiert und schreibt selbst, kommuniziert mit seinen Lesern. Animiert andere zum Schreiben, gibt vielleicht sogar eigene Newsletter heraus. Und dies quasi rund um die Uhr und an jedem Ort. Ist dies alles?, mag man sich fragen.

Dies ist schon viel, wenn man bedenkt, dass sich die Versicherungswelt in einer unglaublichen Dynamik befindet. Eine Situation, in der tradierte Versicherer verzweifelt nach Möglichkeiten suchen, ihr Unternehmen mit Hilfe von Digitalisierung schlanker, effizienter, kostensparender und kundenfreundlicher auszurichten. In der junge Gründer erst mit technikbasierten Frontend-Lösungen und Apps auf den Markt drängen, immer mehr  Insurtech-Makler wie Knip, Clark oder Financefox gegründet werden und inzwischen sogar mit Ottonova, Nexible, Friday oder Flypper die ersten digitalen Versicherer auf die Bühne drängen. Und dazwischen tummeln sich die zahlreichen VCs, Inkubatoren und Business Angels.

Die Rolle von Insurtech-Influencern

Wer bringt die Player der Szene zusammen? Wer spürt – oft sensibel – neueste Trends und Entwicklungen auf und streut diese? Wer organisiert die Veranstaltungen, auf denen sich genau diese Menschen begegnen? Sich austauschen können und die Partner finden, die sie zur Umsetzung ihrer Idee brauchen? Gründer, Investoren oder Inkubatoren ebenso wie die Manager der Versicherungswelt oder die Fintech-Ansiedler der großen deutschen Metropolen? Es sind nicht immer, aber oft, die Influencer.

finletter-Autor Moritz Finkelnburg schreibt über Insuretech
Moritz Finkelnburg schreibt auf finletter über Insuretech

Es sind im DACH-Raum gar nicht viele, denen man diese Funktion für die Insurtech-Szene zuschreiben mag. Durchforscht man die Netzwerke, stößt man auf Namen wie Karl Heinz Passler, Stefan Pohl, Martin Mecha, Robin Kiera, Birgit Fien-Schmalzbauer oder in der Schweiz Christina Kehl und in Wien Erika Krizsan. Auf internationaler Ebene fallen besonders Danielle Guzman, George Kesselman, Julien Breteau und Robbie Bouschery auf.

Sie alle verfolgen natürlich auch ihre eigenen Interessen, sei es für ihre Unternehmen, für Verbände, Universitäten oder Business Schools oder ihre eigenen Veranstaltungen. Dennoch bereichern sie durch ihre Einschätzungen, Kommentare, durch ihre Veranstaltungen und Foren sowie das aktive Aufspüren der neuesten Entwicklungen diese seltsame „disruptive Zeit“, in der sich die Versicherungswelt gerade befindet.

Sie sind – manchmal vielleicht sogar ungewollt – Trendsetter oder zumindest Trendverbreiter. Und vor allem sind sie eines: digitale Enthusiasten. Und genau das ist es, was einen People-Connecter auszeichnet.

Moritz Finkelnburg

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