Blockchain-Kolumne 14: Kreative Zerstörung

Die einen gehen wählen und hoffen noch darauf, dass Parteien etwas verändern. Andere setzen auf die Blockchain und beginnen mit der kreativen Zerstörung. Wird jetzt die Welt „endlich“ neu gebaut?

Bis heute wird die Blockchain-Technologie in bestimmten Kreisen als eine „Lösung ohne Problem“ bezeichnet. Diese Meinung hört man vor allem bei den etablierten Playern der verschiedenen Industrieren, die sich zwangsläufig mit einer Technologie beschäftigen müssen, zu der eigentlich ein anderes Gesellschafts- und Wirtschaftssystem gehören würde

Deshalb erwarte ich auch keine wirklich spannende Blockchain-Innovation aus der Finanzbranche. Darüber hinaus werden Lösungen in der Finanzwelt in Emerging Markets entstehen und von Start-ups kommen. Diese sollten auch kein Finanzierungsproblem mehr haben, da sie sich inzwischen aus Quellen finanzieren können, die nicht aus der etablierten Welt kommen. Aktuelle Bitcoin- und Ether-Kurse deuten darauf hin.

Blockchain-Stadt

Die Stadt Dubai hat zum Beispiel das Problem gefunden, welches sie mit Blockchain lösen möchte. Schon im Jahr 2020 will Dubai die erste Blockchain-basierte Regierung und Verwaltung der Welt sein. Und diese Aussage von Aisha Bin Bishr, der Direktorin von Smart Dubai, einer Innoationsintiative in den Emiraten, bringt es letztendlich auf den Punkt: „It is disruptive for existing systems, but will help us prepare for the future.“ Natürlich muss man sich auch hier die Frage stellen, welche Werte und Ideologien dieser Blockchain-Anwendung zugrunde liegen.

Blockchain-Energie

Lo3 Energy ist wiederum ein Start-up, welches eine dezentrale Energieplattform entwickelt, mit deren Hilfe Menschen Energie an andere Menschen verkaufen oder – wenn man in den Kategorien einer „Null-Grenzkosten-Gesellschaft“ denkt – mit anderen Menschen tauschen können. Die Intermediäre der alten Welt, also die Energiekonzerne, würden theoretisch nicht mehr benötigt. Die gehandelte Energie ist noch dazu nachhaltig.

Blockchain-Finanzinfrastruktur

Eine dezentrale Bankeninfrastruktur möchte Humaniq schaffen. Diese Infrastruktur soll zunächst in erster Linie jenen zwei Milliarden Menschen zugute kommen, die heute keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen haben. Die Grundidee klingt ein wenig nach der Übertragung der genossenschaftlichen Idee in die digitale Welt. Humaniqs Anwendung löst gleich mehrere Probleme von Menschen, die in wenig entwickelten Ökonomien leben und arbeiten und zwar mit zeitgemäßen Denkweisen und Technologien. Sie stülpen diesen Ökonomien also keine veralteten Lösungen über.  Zudem erfolgt die Finanzierung von Humaniq über ein sogenanntes  „Initial Coin Offering“ (ICO). Ein ICO ist ein Fundraising Tool, welches den zukünftigen Wert einer Krypotwährungseinheit im Austausch gegen den aktuellen Wert einer Krypotwährungseinheit handelt. Es handelt sich also um eine Art unregulierte Startup Finanzierung auf der Basis von Krypotwährungen.

Boris Janek ist Kolumnist bei finletter - er schreibt über die Technologie Blockchain.
Boris Janek ist Kolumnist bei finletter – er schreibt über die Technologie Blockchain.

Auf meinem letzten Fintech Meetup in Düsseldorf sprach Astratum-Gründer Sven Laepple vom beginnenden Zeitalter der Blockchain-Revolution. Er zeigte uns eindrucksvolle Lösungen für Probleme, die jene nicht erkennen, die noch in Geld und Ressourcen schwimmen bzw. die sich für nicht ersetzbar halten.

Seine These: „Disruption Ahead“ kündigt die fünfte Stufe der Disruption in der Finanzbranche und und vielen anderen Bereichen an. Blockchain könnte wesentlicher Teil einer sich herausbildenden „General Purpose Technology Plattform“ sein, welche die nächste industrielle Revolution hervorbringen wird,  wie zum Beispiel Frank Diana schreibt.

Boris Janek

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