finletter 15 – Bitcoin-Boom in Griechenland, Amazon-Kredite, Kreditech

Crowdfunding-Kampagne soll Griechenland retten

Zugegeben: Die Überschrift ist ein wenig geschummelt. Der Brite Thom Feeney dürfte nicht wirklich davon ausgehen, dass er mit seiner Indiegogo-Aktion die Pleite Griechenlands abwerten kann. Mit Belohnungen wie einer Flasche Ouzo bis zum All-Inclusive-Urlaub in Athen will er vor allem Solidarität für Griechenlands Bürger erreichen. Immerhin: 1,6 Millionen (Stand von Freitagmittag) der 1,6 Milliarden Euro hat die Kampagne schon erreicht und es ist zumindest mal ein positives Zeichen der Weltbürger an das krisengeplagte Land. Seit dieser Woche sind sogar die Banken geschlossen, am Bankautomaten bekommen Bürger maximal 60 Euro pro Tag. Die Krise bringt gleichzeitig einen Aufschwung für die Kryptowährung Bitcoin, bei der sich derzeit zehn Mal mehr Griechen anmelden als normalerweise. Warum Bitcoin jedoch keinesfalls die Rettung ist, hat „Vice“ sehr ausführlich aufgeschrieben. Crowdfunding-Kampagne, CNN Money, Vice


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– DACH News –

Amazons Kreditprogramm kommt nach Deutschland: Das Unternehmen wird noch in diesem Jahr in weiteren acht Ländern, darunter Deutschland, Kredite an ausgewählte Händler vergeben. Das Programm läuft in den USA und Japan bereits seit 2012. Verkäufer können zum Beispiel einen Kurzzeitkredit aufnehmen, um ihren Lagerbestand zu finanzieren. Für Amazon ist diese Kreditvergabe ein gutes Geschäft: Dank interner Daten dürften die Ausfallraten gering sein und fällige Rückzahlungen werden einfach von den Verkaufserlösen abgezogen. Reuters

Peter Thiel investiert in Kreditech: Einen zweistelligen Millionenbetrag steckt der bekannte Investor Thiel laut Nachrichtenagentur Reuters in das Hamburger Start-up. Das „Manager Magazin“ dämpft den Jubel mit „aus Unternehmenskreisen“ erlangten Informationen: Demnach habe Thiel nur einen einstelligen Millionenbetrag hingeblättert und überhaupt falle es Kreditech schwer, neue Investoren von seinem Geschäftsmodell, den Ultrakurzzeitkrediten, zu überzeugen. Das Magazin mutmaßt, mit der Bekanntgabe des prominenten Investors solle von der schlechten Lage abgelenkt werden. Wirtschaftswoche, Gründerszene, Manager Magazin (Einordnung)

Sparkassen steigen nicht bei Yapital ein: Die Otto-Tochter muss weiter nach einem Investor für ihren Mobile-Payment-Dienst suchen. Die Sparkassen sollen einem Bericht zufolge eine Übernahme geprüft, aber abgelehnt haben. FAZ

Appsichern passt Geschäftsmodell an: Die App des Start-ups Situative hat mäßigen Erfolg und will seinen Nutzern nun Kurzeit-Versicherungspolicen auf Basis von Geodaten anbieten. Süddeutsche.de

Valora startet Kreditmarktplatz Bob Money: Der Schweizer Kioskbetreiber bietet mit der Glarner Kantonalbank (GLKB) einen Marktplatz für Konseumentenkredite an. Das landesweite Netz aus über 1.000 Kiosken wird wider Erwarten offenbar nur für Marketingzwecke genutzt und dient nicht als Touchpoint für Kreditkunden. Bobmoney.ch, Finews.ch

ProSiebenSat.1 übernimmt Verivox: Die Sendergruppe legt 170 Millionen Euro auf den Tisch, um den Marktführer beim Online-Stromvergleich, der auch Kredite und Versicherungen vergleicht, zu kaufen. Das Kartellamt muss noch zustimmen. Welt

 

– International – 

Paypal wird zum Kreditunternehmen: Der Payment-Riese hat für 890 Millionen Dollar den Zahlungsdienstleister Xoom gekauft, mit dem man US-Dollar ins Ausland schicken kann. Wenige Wochen vor der offiziellen Abspaltung von Ebay macht Paypal sich attraktiv für neue Partner, indem das Geschäftsmodell um Kredite für Kleinunternehmen sowie die Abwicklung von Krediten und Zahlungen zwischen Privatpersonen konzentrieren erweitert. Das „Handelsblatt“ spekuliert über mögliche neue Partner. ZDNet, Handelsblatt

Bitgold kombiniert Gold und Bitcoins: Ein Fintech-Start-up aus Kanada will den Handel von Gold revolutionieren und Verbrauchern mehr Unaabhängigkeit gegenüber Nominalwährungen geben. Die Plattform expandiert jetzt in die USA. Bitgold, Businesswire

 

– Treffpunkt –

Fintech Meetup Zürich: Unter dem Motto „Insurance FinTech“ geht es um einen Überblick über Fintech-Startups im Versicherungsbereich. 7. Juli in Zürich. Event-Website

Between the Towers: Dieses Mal mit einem Impuls von Carlo Kölzer von der Devisenhandelsplattform 360T. 7. Juli, 19 Uhr, Frankfurt. Event-Website

Mobile Media Forum: Dieses Jahr geht es um Mobile Fintech. In Wiesbaden am 24 September. Event-Website

Finanzdienstleister der nächsten Generation: Am 11. November in Hamburg geht es um die Fragen, was die Digitalisieurung für die Banken und die Fintechs bedeutet. Event-Website

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie im Veranstaltungskalender auf finletter.de.

– Wochenendlektüre –

Too cool for Bankenlehre: Banken und Fintechs konkurrien nicht mehr nur um Kunden, sondern auch um Mitarbeiter. Nur noch halb so viele junge Leute wie vor 20 Jahren machen heute eine Ausbildung in einer Bank. Stattdessen gehen sie zu Start-ups oder gründen gleich was eigenes. Spiegel Online

Frankfurt oder Berlin: Wer macht das Rennen als Fintech-Hauptstadt Deutschlands? Die „FAZ“ portätiert die Frankfurter Szene und zitiert unter anderem Vaamo-Gründer Yassin Hankir: „Ich würde jedem Fintech-Unternehmer klar empfehlen, in Frankfurt zu gründen.“ Allerdings wird auch festgestellt, von der Stadt komme zu wenig. Andere Städte und Länder lassen sich derweil nicht lumpen: Singapur hat bekannt gegeben, mit Investments von 150 Millionen Euro zum Fintech-Standort in Asien werden zu wollen. FAZ, Finextra

Schweizer Fintech-Landschaft: Die „NZZ“ beleuchtet die Fintech-Szene des Landes und stellt in diesem längeren Text auch die Frage, ob es eigentlich im Land mehr Inkubatoren als Start-ups gibt. NZZ

Spiros Margaris und die Zukunft der Banken: Der Fintech-Experte stellt sich den „Tag danach“ vor, also nachdem die digitale Revolution die Bankenbranche auseinandergenommen hat. Aus mancher Perspektive etwas düster, aber richtig. Das Investment

 

– Das Beste zum Schluss –

Avuba erfindet sich neu: Die schlechte Nachricht: Das Berliner Start-up nimmt seine Zahlungs-App vom Markt. Die Gute: Es kündigt gleich „was Neues“ an – und das in einer ziemlich guten Kunden-E-Mail, an der sich andere Unternehmen ein Vorbild nehmen können! Gründerszene

Screenshot der Kundenmail von Avuba

 


finletter freut sich über die Unterstützung seiner Sponsoren:

Wirecard ist Sponsor von finletter im Gründungsjahr. finletter 15.

Clas Beese

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