finletter 207 – Klarna, Sparda, Blockchain-Strategie

Klarnas nächster Schritt zur Plattform geht über Deutschland

Der Zahlungsdienstleister Klarna hat seine Investitionen deutlich nach oben geschraubt. Allein bei den Vollzeitstellen konnte man sich um etwa 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern, derzeit sind es rund 1.700 in 14 Ländern. Als Klarna vor 14 Jahren an den Start ging, bot das Unternehmen Rechnungskäufe im Onlinehandel an. Der stetige Wandel ging seither oft über deutsches Know-how, wie das „Handelsblatt” anmerkt – etwa durch die Übernahme der Sofort GmbH, die Cookies-App oder Billpay.

Doch auch in der Akzeptanz hat Klarna in Deutschland eine Art Wunschheimat gefunden. Generell schon entstammt mit 40 Prozent der Großteil des Klarna-Umsatzes der DACH-Region, also dem deutschsprachigen Markt. In Deutschland selbst erzielt das Unternehmen mittlerweile sogar mehr Umsatz als in der schwedischen Heimat. In diese für Klarna so erfolgreichen Phase stoßen daher fast vorhersehbar Spekulationen, was die mittelfristige Zukunft des Unternehmens betrifft. Laut wird zum Beispiel über einen möglichen Klarna-Börsengang nachgedacht. „Finanz-Szene” mutmaßt derweil über eine formelle Aufwertung des für Klarna so wichtigen deutschen Standortes, etwa zu einem konzernweiten „Talent Hub”.

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– Fintech-News Deutschland –

Apple und Google Pay für Sparda-Kunden: Eine offizielle Kooperation der Silicon Valley-Größen mit dem Sparda-Verband gibt es (noch) nicht. Zwei Sparda-Banken wollten das scheinbar nicht abwarten. Ab nächstem Monat bieten die Sparda-Bank West und die Sparda-Bank Baden-Württemberg einen Umweg für die Kunden, die Apple oder Google zum Bezahlen nutzen möchten. Die Einrichtung erfolgt über den Drittanbieter Vimpay. Dabei erleichtern die beiden Banken ihren Kunden lediglich die Implentierung. Theoretisch können auch Kunden anderer Banken diesen Umweg nutzen. handelsblatt.com

FinTechRat bezieht Stellung zur Blockchain-Strategie der Regierung: Vor zwei Jahren wurde der Beirat eingesetzt, um sich mit innovativen Fintech-Ansätzen auseinanderzusetzen und Bundesfinanzministerium sowie Regierung unverbindlich zu beraten. In der aktuellen Stellungnahme zur Blockchain-Strategie der Bundesregierung wertschätzt der Rat die Bestrebungen derselbigen, hält ein Handeln aber auch für überfällig. Im Link finden Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse. btc-echo.de

N26 mit neuem Finanzchef: Das Fintech hat im Niederländer Richard Groeneveld einen Nachfolger für den ehemaligen Finanz- und Risikochef Matthias Oetken gefunden. Der neue in der Konzernspitze hat zuvor unter anderem 14 Jahre lang als Chief Operating Officer für die DVB Bank gearbeitet. finanz-szene.de

Fintech One mit 64.000 Verträgen: Die „FAZ“ widmet dem Start-up einen eigenen Artikel, in dem sie seine Besonderheit unterstreicht. One kombiniert Innovationen eines Insurtechs mit ganz klassischen Elementen des Vertriebs. So liefe der Abschluss der Verträge zu 90 Prozent über Makler, nicht über Direkt-Vertrieb. faz.net

Proptech1 wächst deutlich: Das Unternehmen aus der Hauptstadt investiert in Zusammenarbeiten von Proptechs und etablierten Immobilienunternehmen. Vor einem Jahr gestartet, hat sich Proptech1 nun zumindest rein zahlenmäßig verdoppelt – auf 30 Investoren. gruender.wiwo.de

 

– Fintech-News International –

Paypal plant 500-Millionen-Beteiligung an Uber: 44 bis 50 US-Dollar. So viel soll eine Uber-Aktie in den nächsten Tagen wert sein. Paypal hat mit der Ankündigung gleich die Kooperations-Pläne mit dem Fahrdienstleister unterstrichen. t3n.de

Google Pay gibt es nun auch in der Schweiz: Fünf Banken sind zu Beginn als Partner für den mobilen Bezahldienst mit dabei, eine Vielzahl von Kredit- und Prepaidkarten können nun virtuell auf das Android-Gerät geladen werden. golem.de

Indien ist neuer Spitzenreiter bei Fintechs: Nachdem die Investitionen in China im ersten Quartal erdrutschartig fielen, ist nun Indien der weltweit größte Fundraising-Hub für Fintechs. Boom und Rückgang führt „techcrunch“ unter anderem jeweils auf die wenig ausgebauten Finanzsysteme der Länder zurück, die eine Hohe Zahl an Peer-to-peer-Lösungen gefördert habe, gegen die China wegen Betrugsprävention massiv vorgegangen ist. Reaktionen auf diese Gegebenheiten gibt es aber auch von den Big Playern, wie Amazon, die selbst P2P-Lösungen anbieten.  techcrunch.de

GB-Supermarkt arbeitet an kassenlosen Filialen: Unter der Marke Argos will das britische Supermarkt-Unternehmen Sainsbury einen rein digitalen Einkauf ermöglichen, bei dem über ein Tablet die Ware wie in einem Online-Warenkorb ausgesucht und bezahlt wird, bevor sie zentral im Markt abgeholt werden kann. Eine Bar-Kasse soll es zwar noch geben, die Mitarbeiter sollen ihre Haupt-Aufmerksamkeit aber der Beratung und Zusammenstellung widmen. locationinsider.de

Smarthome trifft Versicherung:  American Family erweitert das Grundprinzip des Trackings für Versicherungen in Verbindung mit Tech-Innovationen. Künftig könnten so technische Daten eine Echtzeitprognose über Risiken erstellen und sich entsprechend auf den Versicherungsbeitrag auswirken. Für eine Win-win-Situation sollen demnach Partner-Technolgien, wie Lecksensoren im Leitungssystem des Hauses, größere Schäden verhindern und so Versicherung und Beitragszahler Kosten ersparen. reviews.com

 

– Neu auf finletter.de –

Insurtech-Quartett Mai 2019: Hans-Peter Holl zu Blockchain in der Versicherungswirtschaft

Eine neue Folge des Insurtech-Quartett ist erschienen! Dieses Mal gibt uns Hans-Peter Holl, Vorstand bei enowa, seine unverblümte Einschätzung der derzeitigen Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain in der Versicherungswirtschaft. finletter.de

 

– Treffpunkte –

Vienna FinTech MeetUp #13: In einem dreistündigen Meetup werden Themen rund um Fintechs diskutiert: Wie lizensiert man ein Fintech? Wie kann eine PSD2-Lizenz ein Geschäftsmodell verändern? 7. Mai, Wien.

Writing the Future of Banking: Banking wird #EasyToUse. Mit dieser Ansage geht es um Themen wie Open Banking und Krypto-Assets. 27. und 28. Mai, Zürich

Fintech Ladies Academy: Legal Day: Den Auftakt macht ein Legal Workshop, der von Taylor Wessing und der Berliner Sparkasse unterstützt wird. Im Anschluss folgen drei Workshops von der Gründung eines Start-ups bis zur Kooperation als Fintech mit Banken. Wir sind – wie immer bei den Fintech Ladies – Medienpartner. 12. Juni, Berlin

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie im Event-Kalender auf finletter.de.


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– Wochenendlektüre –

Jedes dritte Unternehmen arbeitet mit Tech-Start-ups: Wollen die anderen deutschen Unternehmen nicht mit Fintechs kooperieren oder wissen sie nicht, wie das geht? Das wollte Bitkom wissen und hat eine entsprechende Umfrage unter 600 Geschäftsführern durchgeführt. Die Antworten sind nicht immer eindeutig, der Trend deutet aber eher auf weniger als auf mehr Zusammenarbeit. gruenderszene.de

Männerdomäne Fintech: Delia König hat die Aufmerksamkeit auf ihrer Seite. Nicht nur, weil sie eine Führungsposition bei der Solarisbank besetzt. Vielen gilt als besonders, dass sie dies tut, weil sie eine Frau ist. Im „wiwo”-Interview spricht sie darüber, wie sehr das Geschlecht thematisiert werden darf (und muss) und was sie sich für die Zukunft erhofft. wiwo.de

Robo-Advisor nicht immer lukrativ: Die Vorteile des Sparens durch Roboter liegen auf den ersten Blick auf der Hand, beispielsweise die Möglichkeit von Interaktionen rund um die Uhr und weniger Beratungspersonal-Kosten für die Anbieter. Die „FAZ” hat nun herausgestellt, dass ein Sparen über Robo-Advisor deswegen aber noch lange nicht immer lukrativ ist. faz.net

Fintech fördert Govtech: Betrachtet man Fintechs, ist der Blick häufig fokussiert auf Bequemlichkeit, Erreichbarkeit und Sicherheit für die einzelnen Kunden. Fasst man den Blick aber weiter, lassen sich schon jetzt Vorteile für ganze Regierungen erkennen, die die häufigen Zahl-Interaktionen mit ihren Bürgern technologisieren. fintechnews.ch

 

– Meist gelesen in der letzten Woche –

…war erneut der Artikel über deutsche Unternehmen unter den 100 innovativsten Fintechs der Welt. fintech.global


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Der Point of Sale heute und übermorgen: Wie sich das Verkaufen verändert – nicht zuletzt wegen Technologien wie SumUp – lesen Sie in GOLDILOCKS, dem gemeinsamen Digitalagazin von finletter und Sparkassen Innovation Hub unter sparkassen-hub.com/goldilocks oder kostenlos herunterladen für iOS/ Android.

– Das Beste zum Schluss –

Revolut-Revolution? Häufig bringt enorm schneller Erfolg auch Probleme mit sich. Häufig haben wir in der Vergangenheit zum Beispiel über solche des Überfliegers N26 berichtet. Aber auch Mitbewerber Revolut hatte zuletzt vermehrt mit Image-Problemen zu kämpfen. Firmengründer Storonsky räumte Fehler ein und kündigte Veränderung an. Die gehen aber wohl nicht so weit, wie man meinen könnte. Oder wie Gareth Jones von „fintech.io” es mit leichtem Sarkasmus ausdrückt: „Revoluts Suche nach Weltherrschaft hatte einen unruhigen Winter, und die aufstrebende Bank erwägt nun die Einführung einer bahnbrechenden neuen Innovation: einer Telefonnummer.” finews.ch, fintech.io

Martin Pieck