finletter 210 – N26, Bafin, Finleap

Bafin rügt N26 wegen mangelhafter Kontrollen

Kein Ende der Kritik: Die Finanzaufsicht Bafin fordert von der Smartphone-Bank N26, Mängel bei Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung zu beseitigen. N26 muss eine bestimmte Zahl von Bestandskunden neu identifizieren und mehr Arbeitsläufe schriftlich festhalten. Außerdem hat N26 laut Bafin Nachholbedarf bei der Kontrolle verdächtiger Überweisungen. Im April hatten „Süddeutsche Zeitung“ und „NDR“ berichtet, dass Betrüger über Konten bei N26 kriminelle Geschäfte abgewickelt hatten. Demnach wurden in Hunderten Fällen Konten eröffnet, um Geld aus dem Geschäft mit betrügerischen Online-Shops zu waschen.

N26 will die Forderungen der Bafin noch vor der dafür vorgegebenen Frist umsetzen. Bis Ende der nächsten Woche sollen verdächtige Überweisungen kontrolliert werden. Und die Mitarbeiterzahl soll bis zum Jahresende um 50 Prozent auf 1.500 Mitarbeiter aufgestockt werden. Die Bafin hatte zuvor eine angemessene Ausstattung für Geldwäsche-Kontrollen gefordert. Interessant ist, dass es im neuesten Jahresabschluss von N26 heißt: „Zum Jahresende 2017 waren insgesamt 328 Mitarbeiter im N26 Konzern beschäftigt.“ Damals waren es also noch deutlich weniger Mitarbeiter.

bafin.de, assets.ctfassets.net (Pressemitteilung N26, PDF), finletter.de (Hintergrund), tagesschau.de (Hintergrund)


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– Fintech-News Deutschland –

Finleap will Check24 Konkurrenz machen: Die Fintech-Schmiede Finleap will ein B2C-Unternehmen im Bereich Finance und Versicherungen aufbauen. gruenderszene.de, handelsblatt.com

Banken prüfen Zusammenarbeit bei Bezahlverfahren: Die Genossenschaftsbanken, privaten Banken und Sparkassen stellen laut „Handelsblatt“ ihre Angebote im Zahlungsverkehr auf den Prüfstand und erörtern, ob sie ihre Angebote miteinander verknüpfen oder aufeinander abstimmen können. In diesem Zusammenhang werde über die Girocard, die Bezahlverfahren Paydirekt und Giropay, das Bezahlverfahren Kwitt und Echtzeitzahlungen diskutiert. handelsblatt.com

Raisin expandiert in die USA: Das Fintech sieht in den USA „ideale Bedingungen“ für weiteres Wachstum. Das Zinsumfeld sei besonders günstig und der Markt noch nicht besetzt, sagt Raisin-Chef Tamaz Georgadze. handelsblatt.com, gruender.wiwo.de

Visa bringt Debitkarte nach Deutschland: Die Karte soll hierzulande ab 2020 verfügbar sein. faz.net

Instant Payments bei Volksbanken: Die Kunden vieler Volksbanken und Raiffeisenbanken können nun Instant Payments anweisen. heise.de

Zinsland tauscht den CTO aus: David Werner ist neuer Chief Technology Officer bei Zinsland, er kommt von Xing. Werner folgt aus den früheren CTO Jost Künzel. immobilien-zeitung.de

Bafin-Lizenz für Finanzguru: Finanzguru ist von der Bafin als Zahlungsinstitut registriert worden. twitter.com

Blockchain-Plattform für Schuldscheindarlehen: Die Deka Bank, DWP Bank, DZ BANK und Helaba haben die Blockchain-Plattform finledger entwickelt, mit der die Emission von Schuldscheindarlehen digital abgewickelt werden kann. helaba.com (Pressemitteilung)

 

– Fintech-News International –

Facebook registriert offenbar Fintech: Beim Genfer Handelsregister hat Facebook eine neue Firma unter dem Namen Libra Networks LLC angemeldet. Das Unternehmen soll Dienstleistungen in den Bereichen Finanzen und Technologie sowie die Entwicklung und Produktion von Software anbieten. handelszeitung.ch, fuw.ch, ge.ch

Transferwise verkauft Anteile: Lead Edge Capital, Lone Pine Capital, Vitruvian Partners und Blackrock steigen beim britischen Start-up Transferwise für umgerechnet 260 Millionen Euro ein. Dies geschieht zu einer Bewertung von umgerechnet 3,14 Milliarden Euro. Das Geld fließt nicht an Transferwise, sondern an bestehende Gesellschafter. gruenderszene.de, manager-magazin.de

UBS eröffnet Digitalfabrik: Im neuen Digitalzentrum auf drei Etagen sollen Prozesse und Produkte erarbeitet werden, um Abläufe bei der UBS effizienter zu machen. handelszeitung.ch, finews.ch

One und Stephan Ommerborn trennen sich: Gründer Ommerborn verlässt die Wefox-Tochter One. Oliver Lang wird neuer CEO des Versicherers. versicherungsjournal.de, versicherungsmonitor.de

Fintech-Zusammenarbeit: Die Fintechs Corporate Services aus Liechtenstein und One PM aus der Region Zürich sind eine strategische Partnerschaft eingegangen. Sie hoffen unter anderem auf Kostenvorteile im Backoffice. finews.ch


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– Neu auf finletter.de –

Sabine VanderLinden schreibt in der neuen Folge des Insurtech-Quartetts über Frühjahrstrends der Branche
Eine neue Folge des Insurtech-Quartetts wartet auf Sie. Dieses Mal widmet sich Sabine VanderLinden den Frühjahrstrends der Insurtech-Branche. finletter.de

 

– Treffpunkte –

Avaloq Community Conference Zürich: Auf der Tagesordnung stehen unter anderem Cloud Banking, Krypto-Assets und der Wert von Daten. 18 Juni, Zürich.

Fintech Hamburg Meetup: Stefan Link von Finanzcheck.de und Jonas Rudolph von Tallence halten Vorträge. finletter ist Medienpartner. 25. Juni, Hamburg.

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie im Event-Kalender auf finletter.de.

 

– Wochenendlektüre –

Die Diffusion des Point of Sale: Der Point of Sale verändert sich radikal. Die Aufmerksamkeit verschiebt sich von den Produzenten zu den Vermitteln, und die Digitalisierung des Verkaufens eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Welche, das steht in der Titelgeschichte der aktuellen GOLDILOCKS-Ausgabe, die es jetzt im Blog der Star Finanz zu lesen gibt. blog.starfinanz.de, sparkassen-hub.com/goldilocks, finletter.de (mehr zu GOLDILOCKS)

Geschäft mit einer Gesetzeslücke: Die Bundesregierung könnte mit einer Änderung des Einkommensteuergesetzes die Geschäftsmodelle von Kreditkarten-Start-ups wie Givve und Spendit obsolet machen, erläutern „Gründerszene“ und „t3n“. gruenderszene.de, t3n.de

Schwierige Risikobewertung beim Crowd-Investing: Die Stiftung Warentest beschreibt anhand von gescheiterten und gefährdeten Projekten der Crowd-Investing-Plattform Zinsland, wie schwer es Anleger haben, sich anhand der Informationen während der Projekt­lauf­zeit ein Bild zu machen. Im Vorfeld sei es schwer, die Chancen und Risiken eines Crowd-Investing-Projekts einzuschätzen. Auch Vorhaben, die zunächst risikoarm aussehen, könnten zu hohen Verlusten der Anleger führen. test.de

Labest im Interview: Dirk Piethe, Gründer des Fintechs Labest, erklärt in einem Interview, wie er den Lagerbestand von Firmen als Liquiditätsquelle nutzbar machen möchte. finance-magazin.de

Bitte ein Bitcoin: Die „Welt“ analysiert, warum Bitcoins zuletzt wieder stark an Wert gewonnen haben und weshalb einige professionelle Investoren die Aussichten der Kryptowährung positiv bewerten. welt.de

Neue Vermögensverwalter: Stiftung Warentest stellt neue Robo-Advisors vor. test.de

Studienalarm: In den vergangenen drei Jahren ist in Deutschland jeder 20. Geldautomat abgebaut worden, analysiert eine Studie von Barkow Consulting auf Grundlage von Daten des Bundesverbands der Volks- und Raiffeisenbanken. faz.net


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Was kann die deutsche Fintech-Branche von den Märkten in Skandinavien und dem Baltikum lernen? Das und vieles mehr fragen wir bei der zweiten FinForward-Konferenz – am 7. November während der Fintech Week in Hamburg. Super Early Birds sichern sich jetzt schon ihren Platz! Zum Ticketshop

– Meist gelesen in der letzten Woche –

… war die Ankündigung von Lars Markull, Figo zu verlassen und an einer eigenen Fintech-Idee zu arbeiten. larsmarkull.com

– Das Beste zum Schluss –

Der finletter gönnt sich in der kommenden Woche feiertagsbedingt eine Pause und ist am 7. Juni wieder für Sie da. Damit Sie ausreichend zum Schmunzeln haben in der Zwischenzeit, haben wir heute gleich zwei Empfehlungen im Besten zum Schluss.

No risk, more profit: Scheidungskinder sind beim Investieren erfolgreicher als Kinder aus glücklicken Vater-Mutter-Kind-Familien, sagt eine Studie. Menschen, die als Kinder und Jugendliche wenig Geld zur Verfügung hatten, seien risikoscheuer. Scheidungskinder würden häufiger diese Geldmangel-Erfahrung machen. Dies helfe ihnen aber angeblich später beim Investieren. finews.ch, papers.ssrn.com (Studie)

Und:
50.000 Euro für eine schwarze Liste: Die Berliner Datenschutzbeauftragte hat mit 50.000 Euro eine der bisher höchsten Strafen wegen Verstößen gegen die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verhängt. Die Strafe trifft ausgerechnet ein Fintech. Der „Tagesspiegel“ berichtet, N26 sei der Sünder gewesen. Grund für die Strafe sei, dass N26 Daten von ehemaligen Kunden auf einer Art „schwarzer Liste“ gespeichert habe. Zulässig sind solche schwarzen Listen aber nur für welche Personen? Richtig: Nur für Kunden, die unter Geldwäscheverdacht stehen. Und damit sind wir wieder beim Aufmacher angekommen und bei dem Vorwurf der Bafin, N26 habe Mängel bei Maßnahmen gegen Geldwäsche. tagesspiegel.de, gruenderszene.de

Andreas Maisch

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