finletter 216 – Deutsche Bank, Lidl Pay, N26

Deutsche Bank stellt sich radikal neu auf

18.000 Stellen will die Deutsche Bank weltweit bis 2022 streichen und sich komplett neu aufstellen. Viele Mitarbeiter mussten ihren Schreibtisch bereits räumen, vor allem in Hongkong, London und New York- überall dort, wo Jobs überflüssig werden. Denn nicht nur personell will man einen Neuanfang. So steht der Rückzug aus dem weltweiten Aktiengeschäft für die Deutsche Bank ebenso auf der Agenda wie die Gründung einer Bad Bank für die Abwicklung auszugliedernder Finanzprodukte. In den Verlautbarungen des Hauses hieß es dazu, man wolle sich auf die Kerngeschäfte mit starker Marktposition konzentrieren und dort investieren. Schon jetzt ist außerdem klar, dass der Umbau teuer wird. Einkalkuliert seien ein Vorsteuerverlust von 500 Millionen Euro im zweiten Quartal und ein Minus von 2,8 Milliarden Euro.

Die Reaktionen auf die Neustrukturierungen sind gemischt. Kurios scheint, dass die Arbeitnehmervertretung verdi den Stellenabbau begrüßt, der für die Deutsche Bank und ihre Stabilisierung wichtig sei. Dennoch beobachte man die Entwicklungen und erwarte, dass es in Deutschland zu keinen betriebsbedingten Kündigungen komme. Die Aktionäre hingegen reagierten unzufrieden, nach anfänglich positiver Entwicklung sackte der Kurs deutlich ab.

Doch selbst wenn die Restrukturierung des Konzerns wie geplant verlaufen sollte, muss das keinen Erfolg bedeuten. Ein Kommentar im „Manager-Magazin“ stellt etwa die Vermutung auf, dass selbst ein Erfolg in eine Sackgasse führen könne. Ohne das prestigeträchtige weltweite Aktiengeschäft sei die Deutsche Bank dann nämlich vor allem ein Übernahmekandidat  für ausländische Institute. Der „Focus“ hingegen zitiert einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, der bei aller Skepsis eine echte Chance für die Bank sieht- eine richtige Umsetzung vorausgesetzt.

focus.de, manager-magazin.de, spiegel.de, welt.de, faz.net


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– Fintech-News Deutschland –

Lidl führt eigenes Pay-System ein: Lidl Pay heißt das neue Bezahlsystem des Discounters, mit dem es in Konkurrenz zu den Lösungen von Google und Apple tritt. Ein Test läuft gerade in den Filialen in Spanien, ein Launch in Deutschland könnte im nächsten Jahr folgen. faz.net

N26 startet in den USA: Was bereits lange angekündigt wurde, ist nun eingetreten. N26 startet seine Mobile-Banking-App erstmals in einem außereuropäischen Land, nämlich den USA. Für diesen Markt habe man sich auf Grund des großen Interesses entschieden. 100.000 User hätten sich schon als Interessenten registrieren lassen. Zunächst läuft die App in einer Beta-Version, diese Testphase soll aber noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Als Whitelabel-Partnerbank dient den Berlinern diesmal Axos. handelsblatt.de

Sumup mit überraschenden Verlusten: Nach eigenen Untersuchungen konfrontierte “finanz-szene” das deutsch-englische Start-up mit Recherchen, nach denen das Unternehmen entgegen anders lautender Aussagen 2018 nicht profitabel gewirtschaftet habe. SumUp-Gründer Christ bestätigte die Zahlen. finanz-szene.de 

Alipay wächst in Deutschland rasant: Immer mehr Händler in Deutschland bieten Alipay als zusätzlichen Bezahldienst an. Jüngst schloss die Tochter des chinesischen Internetkonzerns Alibaba einen Vertrag mit DM. Die Drogeriekette besitzt 1.900 Filialen im Land. Grund für das steigende Interesse scheint der Zuwachs an chinesischen Touristen zu sein. Immerhin rund 500 Millionen Chinesen sind nach eigenen Angaben des Unternehmens Kunden von Alipay. faz.net

Finanzchef24 verliert Geschäftsführer: Wie „finanz-szene“ berichtet, hat Moritz Winter nach Uneinigkeiten mit dem Co-Geschäftsführer Benjamin Papo das Start-up auf eigenen Wunsch verlassen. Damit verlässt der dritte Geschäftsführer in kurzer Zeit das Münchener Insurtech. finanz-szene.de

Komfort geht vor Sicherheit bei Online-Bestellungen: Laut einer aktuellen Umfrage zur Strong Customer Authentication (SCA) unter 1.000 deutschen Verbrauchern bevorzugt jeder dritte schnelle Bezahlmethoden im Vergleich zu sicheren, aber zeitraubenden Methoden. Fast die Hälfte der Befragten hat demnach bereits mindestens einen Online-Kauf abgebrochen, weil der Sicherheitsprozess zu langwierig schien. finextra.com

Wirecard kooperiert mit CreditPilot: Das Fintech CreditPilot hat seinen Sitz in Zypern und legt den Fokus auf Banking und B2X-Lösungen. Das Unternehmen will im Rahmen der Vereinbarung die Technologie von Wirecard für digitale Zahlungen in das eigene System für mobile und digitale Finanzdienstleistungen integrieren. Rund 100 Millionen Kunden erreicht CreditPilot nach eigenen Angaben so bereits. crowdfundinsider.com

 

– Fintech-News International –

EU-Wettbewerbshüter winken Mega-Deal durch: 35 Millarden Dollar lässt sich der US-Fianzdienstleister Fidelity International den Kauf des Zahlungsabwicklers Worldpay kosten. Angekündigt wurde der Kauf bereis im März, nun haben die Wettbewerbshüter grünes Licht gegeben. handelsblatt.com

Paypal und Monese vertiefen Zusammenarbeit: Die britische Digitalbank Monese will möglichen Brexit-Folgen mit einer Expansion über Großbritannien hinaus begegnen und bietet seinen Kunden hierfür nun die Möglichkeit, mit Paypal online oder mobil zu zahlen und die Anlagen auch über den US-Anbieter zu verwalten. Eine Verbindung der beiden besteht schon länger, erst Ende 2018 hatte Paypal mit 60 Mio. Dollar in Monese investiert. telegraph.co.uk

Lemonade sammelt 175 Millionen: Das Insurtech-Einhorn aus den USA hat damit über die Hälfte des derzeit geplanten Volumens über 300 Millionen US-Dollar eingesammelt. Bei derzeit 21 Anlegern entspricht das einem durchschnittlichen Invest von gut 8 Mio. USD. crowdfundinsifer.com

ABN Amro launcht Wealth-Management-App: Für Kendu, eine sogenannte Wealth-Management-App der niederländischen Bank ABN Amro verwaltet die Sopra Banking-Software ab sofort das Core-Banking. Kendu ermöglicht den Kunden der Niederländer nun Investments in innovative Anlagen, wie Frühverrentung, Kindererziehung oder Feirenhäuser. finextra.com


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– Treffpunkte –

Swiss Fintech Fair: Die Messe wird im zweiten Jahr von der Interessenvertretung der Fintech-Start-ups in der Schweiz ausgerichtet. Auf der Fintech Fair sollen Fintechs mit klassischen Banken und Versicherern aufeinandertreffen. Bei den Panels geht es zum Beispiel um den Status Quo der Open-Banking-Szene der Schweiz. 17. September, Zürich

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie im Event-Kalender auf finletter.de.

 

– Wochenendlektüre –

Entwicklung im Payment noch offen: Sind Digital Wallets die Zukunft oder ein Strohfeuer? Was bedeutet der Brexit für die Finanzbranche? Wie bezahlen wir in Zukunft? Derzeit ist in den Bereichen Banking, Finance, Payment und Co vieles im Umbruch und es gibt verschiedene Ansichten darüber, was sich wo durchsetzen kann. Der Bank-Blog hat eine Auswahl an Artikeln zusammengestellt, die sich an Prognosen versuchen. der-bank-blog.de

Verschlüsseln für PSD2: Die neue EU-Richtlinie ändert einige Herangehensweisen im Finanzgeschäft. Der Datenaustausch über offene Schnittstellen ist dabei ein zentrales Element. Besonders wichtig ist da die Sicherheit der Daten. Wie diese technisch gewährleistet werden soll, erklärt das „it-finanzmagazin”. it-finanzmagazin.de

 

– Meist gelesen in der letzten Woche –

… war die Meldung über den Fyrst- Launch der Deutschen Bank. fyrst.de

 

– Das Beste zum Schluss –

Zuckerberg, Gates, Jobs – die Liste der erfolgreichen Studienabbrecher liest sich schillernder als es besorgten Eltern unzufriedener Studenten wohl lieb ist. Und wenn auch ein Studienabbruch statistisch gesehen wohl kein guter Indikator für Erfolg sein mag, wächst die Liste dennoch weiter an. Etwa durch Henrique Dubugras und Pedro Franceschi. Beide schrieben sich zusammen in Stanford ein, hielten aber nicht ein Jahr durch. Stattdessen gründeten sie Brex. Das Fintech wird mittlerweile mit 2,6 Milliarden Dollar bewertet, auf 860 Millionen Dollar werden die Anteile der beiden geschätzt. Nicht schlecht für Studienabbrecher. cash.ch

Martin Pieck