finletter 235 – Nachhaltigkeit in Fintech, N26, Klarna

Kommt jetzt der grüne Trend in Fintech?

Die 8,5 Millionen Euro Finanzierung für das Neobanking Start-up Tomorrow hatten wir bereits letzte Woche im finletter. Doch das Investment ist nur ein Beispiel für einen grünen Trend, den wir gerade im Fintech-Umfeld immer häufiger sehen. In dieser Woche hat die niederländische Neobank bunq zum Beispiel eine “Green Card” angekündigt. Über die jährlichen Kosten und Vorteile der Karte kann man streiten, aber dass sich bunq für ein solches Angebot entschieden hat, ist ein weiteres Indiz für den grünen Trend.

Und um auf der grünen Welle zu schwimmen, muss es nicht immer eine Lösung sein, die den Nutzer zum (indirekten) Spenden auffordert. Ein Beispiel hierfür ist Flux aus UK. Flux zählt zu den “heißesten” Fintech-Start-ups in UK und bietet eine digitale Lösung für den klassischen Kassenbon an. Nutzer können in der mobilen App Einkäufe einsehen und weitere Zusatzfunktionen, wie zum Beispiel das Sammeln von Prämienpunkten, nutzen. Ein Hauptargument bei der Vermarktung von Flux: das Vermeiden von Papier und Tinte beim Ausdruck der Bons. Da ab 2020 die Bonpflicht in Deutschland gilt, wird es ähnliche Lösungen vermutlich auch bald auf dem deutschen Markt geben.   

Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, kann bald die Doconomy Black Kreditkarte verwenden, welche eine Transaktion ablehnt, sofern der persönliche CO2-Fußabdruck überschritten wurde. Innerhalb der mobilen App kann der Anwender zudem erkennen, welchen CO2-Ausstoß jede Transaktion verursacht hat.    

Es bleibt abzuwarten, welche dieser Lösungen sich am Markt durchsetzen werden. Sie alle haben aber erkannt, dass ein Markt für solche Services vorhanden zu sein scheint. Das sich dieser Trend nicht nur für Fintech-Firmen lohnen kann, sondern auch für klassische Banken beschreibt Dirk Elsner in seiner Analyse bei Capital.

t3n.de (Tomorrow Investment), techcrunch.com (Bunq Karte), altfi.com (Flux), fastcompany.com (Doconomy), capital.de (Nachhaltigkeit bei traditionellen Banken)


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– Fintech-News Deutschland –

Früherer Deutsche-Bank-Lobbyist wechselt zu N26: Jan Boehm war bis 2018 Head of Government & Regulatory Affairs bei der Deutschen Bank und übernimmt nun eine ähnliche Rolle bei der Berliner Neobank. finanz-szene.de 

Klarna überzeugt mit Wachstum: Seit Jahresbeginn hat das Unternehmen 60.000 neue Händler und 16 Millionen Endkunden gewonnen. Die USA erweisen sich dabei als besonders stark wachsender Markt. it-finanzmagazin.de

Werden deutsche Banken ab 2020 Bitcoin verkaufen und verwahren?: Bisher hatten Banken das Kreditwesengesetz als Grund genannt, nicht ins Kryptoverwahrgeschäft einzusteigen. Das wird sich jetzt ändern. handelsblatt.com, it-finanzmagazin (Hintergrund)

Ottonova erhält 60 Millionen Finanzierung: Der Anbieter einer digitalen, privaten Krankenversicherung überzeugt Holtzbrinck Ventures und Sevenventures. Unklar ist allerdings, wieviel Geld wirklich ins Münchner Insurtech fließt und wieviel es als Guthaben für Werbezeiten beim Sevenventures Eigentümer Pro-Sieben bekommt. gruenderszene.de

Swatch Pay kommt nach Deutschland: Der schweizer Uhrenanbieter bringt eine analoge Uhr inklusive NFC-Chip zum Bezahlen jetzt auch in Deutschland auf den Markt. Bisher war das Produkt bereits in China und der Schweiz erhältlich. Deutsche Kunden benötigen allerdings eine virtuelle Prepaid-Karte von Wirecard Boon zum Bezahlen. It-finanzmagazin.de 

 

– Fintech-News International –

PayTM sammelt eine Milliarde US-Dollar ein: Der Bezahlanbieter ist in Indien sowohl online als auch offline nicht mehr wegzudenken. Das Unternehmen ist jetzt mit 16 Milliarden US-Dollar bewertet und hat frisches Geld u.a. von Ant-Financials und SoftBank erhalten. Der Gang an die Börse soll in zwei bis drei Jahren folgen. techcrunch.com

Neuer Fintech Fonds von Ant Financial: Das Investment in PayTM ist bereits vollzogen, doch die Firma von Jack Ma will noch mehr in Fintech-Firmen in Asien investieren. Hierfür soll ein Investmentfonds mit einem Kapital von einer Milliarde US-Dollar ausgestattet werden. finextra.com

Curve hat nur 14% aktive Nutzer: Dass viele Personen einen Fintech-Service erst einmal nur ausprobieren und keine dauerhaften Nutzer werden, ist allgemein bekannt. In Summe bedeutet dies für das britische Fintech-Start-up Curve, dass lediglich 72.000 der insgesamt 500.000 Nutzer die Karte im Laufe eines Monats genutzt haben. finextra.com

B2B-Fintech Investment Fonds sammelt erstes Geld ein: Der Fonds heißt passenderweise MiddleGame Ventures, hat ein Zielvolumen von 150 Millionen Euro und wird in Start-ups in Nordamerika und Europa investieren. Partner Pascal Bouvier ist in Deutschland unter anderem durch das Investment in Vaamo mit seinem vorherigen Fonds ‘Route 66 Ventures’ bekannt. finextra.com

Tandem nutzt ab sofort TrueLayer für Multibanking in UK: Die britische Challenger Bank Tandem ermöglicht ihren 800.000 Nutzern ab sofort das Anbinden von Drittbankkonten und greift hierfür auf die Services des Open Banking Anbieters TrueLayer zurück. fintechfutures.com

Robinhood zieht Lizenzantrag zurück: Der Gratis-Broker aus den USA hatte Anfang des Jahres den Antrag für eine “Bank Charter” eingereicht, doch jetzt freiwillig zurückgezogen. Bereits im letzten Jahr hatte Robinhood Probleme mit den Behörden, nachdem das Fintech Unicorn ein neues Bankkonto-Produkt gestartet hatte. cnbc.com 

Spanisches Cybersecurity Start-up erhält 11 Millionen US-Dollar: Buguroo vertreibt eine Technologie an Finanzfirmen zum Erkennen und Verhindern von betrügerischen Zahlungen. Das Investment soll unter anderem für die Expansion nach Deutschland genutzt werden. fintechfutures.com


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These: KMU bauen nicht mehr ein Ökosystem um ihre Lieblingsbank herum, sondern suchen die Bank danach aus, ob sie mit ihrem Ökosystem kompatibel ist. Was das für Banken bedeutet, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Digitalmagazins GOLDILOCKS. Kostenlos online lesen oder herunterladen auf sparkassen-hub.com/goldilocks.


– Treffpunkte –

Fintech Junction Berlin: Das Fintech-Event findet bereits zum dritten Mal statt, doch zum ersten Mal in Europa. Die Veranstalter der Fintech Junction haben zudem eine Partnerschaft mit den Events Future of AI und Chatbot Summit, welche parallel in Berlin stattfinden. 11.-12. Dezember, Berlin  

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie im Event-Kalender auf finletter.de.

 

– Wochenendlektüre –

Rückblick eines Fintech CEO I: Bevor Sibylle Strack vor einem Jahr zum Berliner Fintech Kontist wechselte und Co-CEO wurde, war sie in der Sparkassenwelt unterwegs. Der Wechsel bringt viele Änderungen und ihr Ziel mit Kontist ist es, zukünftig nicht mehr als Bank wahrgenommen zu werden. gruenderszene.de

Rückblick eines Fintech CEO II: Marko Wenthin ist ein erfahrener Banker und seit einem knappen halben Jahr der neue CEO bei Penta. Er spricht über die Übernahme von Finleap, Pentas Expansionspläne und die fehlende Visionsfähigkeit bei traditionellen Banken. gruenderszene.de

Kostenloses Whitepaper: Vom Perlentauchen bis zur Dating-App für Unternehmen – Innovative Ansätze von Advanced Analytics und Machine Learning zur Kundenaktivierung und –akquise in Unternehmen. crifbuergel.de [gesponserter Beitrag]

Die fünf Lehren aus der Kundenschwund-Analyse: Was sind die Gründe hinter dem Wachstum und Schwund von Kunden bei deutschen Banken? Die Kollegen von finanz-szene.de ziehen ein Fazit. finanz-szene.de

Rocket Internets wachsendes Fintech-Portfolio: Vorbei sind die Zeiten, als Rocket Internet noch regelmäßig eigene Firmen startete. Jetzt liegt der Fokus auf Investments und gerade im Fintech-Umfeld sind die Berliner sehr aktiv: zum Portfolio gehören unter anderem die Fintech Unicorns Revolut und Brex. financefwd.com

Innovationen für die Versicherungsbranche: Der Insurtech Hub Munich nimmt bis 13.12. Bewerbungen für sein Innovation Programme entgegen. Teilnehmer arbeiten mit hochkarätigen Mentoren und Investoren daran, ihr Start-up zu skalieren. Mehr Infos auf insurtech-munich.com [gesponserter Beitrag]

 

– Meist gelesen in der letzten Woche –

… war der Überblick über die deutschen Neobanken. finanz-szene.de

 

– Das Beste zum Schluss –

Bitte gehen Sie zur Konkurrenz: Einschränkungen bei der Verfügbarkeit des Online-Bankings oder Kartenzahlungen kommen leider weiterhin bei vielen Banken vor. Besonders unglücklich ist es aber, wenn dies nur die eigenen Geldautomaten betrifft und man den eigenen Kunden bitten muss, zum Geldautomaten der Konkurrenz zu gehen. So geschehen bei der Bank of Ireland. irishtimes.com

Lars Markull

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