finletter 263 – Solarisbank, Wirecard, SumUp

Solarisbank sammelt 60 Millionen Euro

Eine Warnung vorab: So ganz frei von Wirecard-Erwähnungen ist auch unser Editorial über den neuesten Clou der Solarisbank nicht. Mit 60 Millionen Euro sammelt die Solarisbank soviel Geld wie nie zuvor in der Firmengeschichte. Nach Gerüchten in der Finanzszene, die auf gleichnamigem Portal erwähnt wurden, könnte die Solarisbank mit dem frischen Kapital versuchen, die Wirecard Bank AG zumindest in Teilen zu übernehmen. Zumindest Gesprächsbereitschaft signalisierte Solarisbank-Chef Roland Folz dann auch. Dabei schien es aber nicht unbedingt um eine Übernahme des Unternehmens, sondern vielmehr um eine Übernahme von Kunden zu gehen. Insgesamt 160 Millionen Euro konnte die Solarisbank in den vergangenen vier Jahren sammeln, die Unternehmensbewertung soll demnach nun bei 320 Millionen Euro liegen.

Angeführt wurde die Finanzierungsrunde vom Wagniskapitalgeber Holtzbrinck Ventures. Für diesen war es nach Penta das zweite Investment in ein Unternehmen, hinter dem Finleap steht. „Finance Forward” setzt in seiner Berichterstattung den Fokus auf die Beleuchtung dieser Hintergründe. Außerdem wird dort erklärt, dass die Solarisbank eine Banking-Plattform bietet, die wiederrum von Kunden wie Trade Republic oder eben Penta genutzt werde. Doch auch dieser Artikel kommt um Wirecard nicht herum. So zitiert der Autor den Finleap-Chef Ramin Niroumand. Für ihn habe Wirecard keine Zukunft. Das sagte er aber nicht, ohne als Profiteur eine seiner Portfolio-Firmen ins Gespräch zu bringen: die Solarisbank.

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– Fintech-News Deutschland –

Wirecard wird zum Betrugsfall: Die Staatsanwaltschaft München ermittelt nicht mehr nur wegen Bilanzfälschung und Marktmanipulation. Die Ermittlungen sind nun offiziell auf Betrugsvorwürfe gegen Braun und einige Top-Manager ausgeweitet worden. Passend zu dem Kriminalfall, der Stoff für eine Hollywood-Verfilmung liefert, versteckt sich der untergetauchte Ex-Vorstand Jan Marsalek in Asien vor den Behörden. Wirecard selbst ereilt immer noch eine Hiobsbotschaft nach der anderen. Mit Aldi Süd ist nun scheinbar ein weiterer wichtiger Kunde abgesprungen. Durch das Verhalten von Wirecard hat das Vertrauen in den Kapitalmarkt außerdem derart gelitten, dass die Deutsche Börse nun ihre Lehren ziehen und die Regeln für eine Zugehörigkeit zum Dax überdenken will. Insolvenzverwalter Michael Jaffé geht mittlerweile davon aus, dass Wirecard zerschlagen und in Einzelteilen verkauft werden wird. Für fünf Tochterfirmen von Wirecard reichte er Insolvenzantrag ein. boerse.ard.de, finance-magazin.de, finanz-szene.de, m.boersen-zeitung.de, paymentandbanking.com

Qonto mit deutscher IBAN: Kunden der französischen Neobank Qonto erhalten ab sofort das DE-Kürzel vor der IBAN. Den Schritt will man nicht als reine Symbolik abtun. Laut Philipp Pohlmann, dem Country Manager Deutschland, handelt es sich demnach quasi um die Geburt von Qonto Deutschland. cash-online.de

Mobiles Zahlen bekommt Update: Die Mobile-Payment-Lösung der Sparkassen erhält als neues Feature eine Transaktionsübersicht. Nicht alle, aber die letzten 50 Zahlungen können ab sofort in der seit 2018 aktiven App aufgelistet werden. mobiflip.com

Banken stellen Filialen in Frage: Der Corona-Krise wurden schon diverse Folgen nachgesagt. Diese könnten allerdings deutliche Spuren in der Bankenlandschaft nach sich ziehen. „Cash.ch“ zitiert mit René Fischer einen Experten, die zwar nicht den Grund für ein Filialsterben von Banken in der Krise sieht, wohl aber den für dessen Beschleunigung. Der Artikel zeigt auf, wie drastisch in den letzten Jahren Filialen geschlossen wurden und wie sich der Trend noch fortsetzen könnte. cash.ch

Aus für Allianz-App: Die Pay&Protect-App des Versicherungskonzerns soll für Kunden zwar vorerst weiter nutzbar sein. Wie lange noch, ist allerdings unklar. Grund für die Einstellung der App liegt wohl im Wirecard-Skandal. Mit dem Zahlungsdienstleister wurde die App entwickelt. Laut Artikel war die Allianz daher nun das erste Schwergewicht, dass eine laufende Zusammenarbeit mit dem Konzern in der Krise beendet. Mittlerweile ist Aldi Süd augenscheinlich nachgezogen. finanzen.net

Penny will Schnellzahler: Die Supermarktkette Penny launcht die Einkaufs-App Scan & Co in über 100 Filialen. Durch die Anwendung können Kunden die eingekauften Produkte selbst scannen, bevor diese in den Einkaufswagen wandern. an einer separaten Kasse können die bereits gescannten Produkte dann schneller bezahlt werden. Durch die App haben Kunden so außerdem jederzeit den Warenwert des Einkaufs im Blick und können bei Verlassen des Marktes auch bargeldlos zahlen. Die Rewe-Tochter hatte das Verfahren zuvor in zwei Filialen in Köln und Marburg getestet. supermarktblog.com

Neue Rekorde bei Fintech-Beteiligungen: Stark wie nie zuvor haben deutsche Banken zuletzt in Fintechs investiert. Das ergeht aus einer Studie von PwC. Demnach hätten sich Banken schon im ersten Halbjahr 2019 so häufig an Fintechs beteiligt, wie durchschnittlich in jedem der beiden Vorjahre insgesamt. Insgesamt seien hierzulande nun in 693 Fällen Banken an Fintechs beteiligt. der-bank-blog.de

 

– Fintech-News International –

SumUp kooperiert mit Google: Der Londoner Payment-Dienstleister hat eine Partnerschaft mit Google My Business bekanntgegeben, von der auch deutsche SumUp-Händler profitieren. Wenn diese auch den Google-Dienst nutzen, können sie Support-Links zu Geschenkkarten von SumUp künftig direkt ihrem Online-Profil hinzufügen. Darüber hinaus werden SumUp-Händler für eine begrenzte Zeit bei Google als lokale Händler angezeigt, die besonders unterstützungswürdig seien. finextra.com

Oscar sammelt 225 Mio US-Dollar: Der Krankenversicherer Oscar ist seiner Vision näher gekommen, Gesundheitsdienste zur Senkung der Verbraucher-Kosten zu technisieren. Durch das gesteigerte Interesse an Online-Konsultationen von Ärzten im Zuge der Hygienemaßnahmen der Corona-Krise seien demnach Kosten für Versicherer gesunken. techcrunch.com

Mamo Pay im Visa-Programm: Mamo Pay ist ein P2P-Fintech für den mittleren Osten und Nordafrika. Nun ist das Start-up dem Visa-Fast-Track-Programm beigetreten. Davon verspricht sich Mamo Pay, ein breiteres Publikum zu erreichen und von der Expertise von Visa und dessen globalem Netzwerk zu profitieren. Mit der Kooperation wollen beide Partner dafür sorgen, dass neue Prepaid-Karten zur Beschleunigung der finanziellen Inklusion und zu mehr bargeldlosen Zahlungen in der Region beitragen. finextra.com

Neon kooperiert mit Transferwise: Das Fintech aus der Schweiz geht eine strategische Partnerschaft mit Transferwise ein. Durch diese können Neon-Kunden künftig schnellere und günstigere grenzüberschreitende Überweisungen tätigen. Überweisungen in 20 Währungen und in doppelt so viele Länder seien demnach nun direkt über die Neon-App möglich. finews.ch

Insurtech Accelerator NYC geplant: InsurTech NY ist eine Community im Großraum New York und will das Programm im Oktober dieses Jahres starten. Start-ups in der Wachstumsphase können sich daher bereits ab Ende Juli um eine Teilnahme beim Accelerator bewerben. Als drei Kernpunkte haben die Organisatoren dabei „Traktion, Talent und Finanzierung” identifiziert. Beispielsweise sollen Teilnehmer bei der Steuerung von Partnerschaftsprozessen profitieren. crowdfundinsider.com

Insuretechs gewinnen an Bedeutung in Asien: Nach Schätzungen der Schweizerischen Rückversicherungsgesellschaft Swiss Re werden sich bis zum Ende der Dekade 42 Prozent der weltweiten Versicherungsprämien auf den asiatisch-pazifische Raum verteilen. China wird den Schätzungen nach mit 20 Prozent die Spitzenposition der Versicherungsmärkte innehaben. fintechnews.sg

Great Eastern investiert 70 Millionen in Fintech: Der größte Lebensversicherer in Singapur und Malaysia hat 70 Millionen US-Dollar in die Expansionspläne von Axiata Digital investiert. Abgewickelt wird die Investition über eine Holdinggesellschaft namens Boost Holdings, die neu gegründet wurde. Axiata Digital ist der digitale Geschäftsbereich der Axiata Group, einem großen Telekommunikationskonzern in Malaysia. crowdfundinsider.com

Neues Personal für Contovista: Claudia Dietschi wird zum einen die neue CSO bei dem Schweizer Fintech und erweitert außerdem die Geschäftsleitung um ihren Vorgänger im Amt und den neuen CEO Dominik Wurzer sowie CTO Raoul Schmidiger und COO Olivier Brin. Zu ihren Aufgaben gehören künftig die Betreuung der Bestandskunden und das Business Development auf nationaler und internationaler Ebene. Pressemitteilung per E-Mail


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– Treffpunkte –

Anlegerziele im Fokus – Agile Vermögensplanung in bewegten Zeiten: In dem kostenlosen Webinar soll Wissen für private Investments vermittelt werden und die Bedeutung einer hybriden Anlageberatung, also von einem Mix aus digitaler und persönlicher Beratung, eruiert werden. Zudem sollen die zielbasierte Vermögensplanung sowie das zielbasierte Investieren vermittelt werden. 7. Juli, 11 Uhr.

FinTech 2020 & «Swiss FinTech Awards Night 2020: Insel der Aufmerksamkeit. So nennt der Veranstalter voll Selbstbewusstsein das Event, bei dem es darum gehen soll, mit welchen Strategien die Finanzindustrie den schnellen Entwicklungen in der Branche begegnet. Beispielhaft genannt werden die künstliche Intelligenz, datengetriebene Finanzwirtschaft oder das maschinelle Lernen. Auf dem Event sollen Business Cases aus dem Schweizer, aber auch aus dem internationalen Raum beleuchtet werden. 31. August, Rüschlikon

Zukunft Retail Banking: Auf der Veranstaltung des Handelsblatts werden führende Köpfe der Finanzindustrie, beispielsweise der Deutschen Bank, der Santander oder der ING Deutschland, mit Keynotes und Vorträgen den Stundenplan der Veranstalter füllen. In einer Reihe von Talks geht es dabei aber auch um Themen wie die überraschend interessante Zielgruppe der Studierenden oder das nachhaltige Banking für das Smartphone. 22.–23. September, Frankfurt

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie im Event-Kalender auf finletter.de. Wir versuchen, den Kalender in Corona-Zeiten regelmäßig zu updaten, um nicht versehentlich auf eine abgesagte Veranstaltung hinzuweisen. Schicken Sie uns gerne eine E-Mail, falls Sie einen Hinweis haben.

 

– Wochenendlektüre –

Checkout an die Spitze: Checkout.com klingt auf den ersten Blick nicht zwingend nach Fintech. Dabei ist es laut „Finance Forward“ gar eines der wertvollsten in ganz Europa. Seit kurzem wird es mit 5,5 Milliarden Dollar bewertet. Ohnehin hat das britische Fintech eine fulminante Zeit hinter sich. In anderthalb Jahren verdreifachte sich die Zahl der Mitarbeiter. Eine ähnliche Steigerung hat das Transaktionsvolumen alleine in der Zeit der Corona-Krise erfahren. „Financefwd” stellt das Fintech vor, dass -gemessen an seiner Bedeutung- in der Berichterstattung wohl häufig zu kurz gekommen ist. financefwd.com

Chancen durch Corona: Da es sich bei der aktuellen Pandemie um die erste dieser Größenordnung handelt, die je ein noch lebender Mensch erlebt hat, ist im Grunde alles, was derzeit passiert und erörtert wird, wie ein Lernen im Prozess. Auch die Auswirkungen auf Finanz-Start-ups wurden verschiedentlich besprochen. Das „IT-Finanzmagazin” sieht in der aktuellen Pandemie nun Chancen für die Insurtech-Branche. Unterstützt durch eine aktuelle Studie kommt das Magazin allerdings zu dem Ergebnis, dass dies auch an der nicht zeitgemäßen Ausrichtung klassischer Versicherungen liegt. it-finanzmagazin.de

Corona-Reaktionen: Auch „Cash-Online” zitiert eine aktuelle Studie, die sich mit Auswirkungen der Krise beschäftigt. Redundant ist der Bericht dennoch nicht. Nachdem über 140 Entscheider der Szene befragt wurden, zeigt eine übersichtliche Liste spannende Ergebnisse. So wollen Drei Viertel der Befragten ihre Strategien anpassen, jeder zehnte diese sogar grundsätzlich auf den Prüfstand stellen. Ermutigend dürfte auch wirken, dass fast 60 Prozent die Marktchancen als vergleichbar oder sogar besser als vor der Krise einschätzen. cash-online.de

Ein Loblied auf Open Banking: Das Gleichgewicht zwischen der notwendigen Reduzierung von Kosten und dem Pushing von Innovationen zu halten, macht „Banking Hub“ als steigenden Zwang der Banken aus. Hinzu komme außerdem immer mehr Regulation. Der Autor erklärt, wieso Open Banking für ihn ein sinnvoller Ansatz ist, diesen Balance-Akt zu bewältigen. bankinghub.de

 

– Meist gelesen in der letzten Woche –

… war die aktuelle Aufstellung der Finanzdienstleister, vor denen die Bafin warnt. dasinvestment.com

 

– Das Beste zum Schluss –

Begeisterung beflügelt: In diesem Interview geht es nicht primär um Fintechs, aber um die Ansichten einer Frau, die sich in der primär durch Männer geprägten Führungswelt der Finanzbranche durchgesetzt und dabei herbe Rückschläge weggesteckt hat. Miriam Wohlfarth spricht über die Entwicklung ihrer Firma Ratepay und ihr eigenes Engagement für andere Gründer. welt.de

Martin Pieck

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