finletter 274 – Bei Klarna klingelt es in der Kasse, bei Check24 gibt es ein Verbot und für Swan hagelt es Vorschusslorbeeren

Klarna ist nun das wertvollste Fintech in Europa – und hat einiges vor

Der schwedische Zahlungsdienstleister hat nur rund ein Jahr gebraucht, um seinen Marktwert zu verdoppeln. Anfang dieser Woche teilte der Konkurrent von Afterpay und Paypal mit, dass er bei einer vom US-Investor Silver Lake angeführten Finanzierungsrunde 650 Millionen Dollar eingesammelt hat. Damit stieg die Bewertung des Unternehmens auf 10,65 Milliarden Dollar, im August des vergangenen Jahres waren es noch 5,5 Milliarden Dollar. In Europa ist Klarna damit nun das am höchsten bewertete Fintech, weltweit steht es auf Platz Vier. Diese Entwicklung verdankt Klarna dem durch die Corona-Pandemie beschleunigten Trend zum Onlineshopping und der damit einhergehenden Zahlung über Zahlungsdienstleister.

Das neu eingesammelte Geld soll nun in weiteres Wachstum, vor allem im Bereich des Retail-Bankings, investiert werden. Klarna will dabei über die Funktion eines Banking-Fintechs oder eines reinen Zahlungsdienstleisters hinauswachsen, wie der Geschäftsführer Sebastian Siemiatkowski in einem Interview mit dem Handelsblatt sagte. Demnach könnten Kreditkarten, Banking-Apps oder Preisvergleiche zu den Leistungen zählen. Zudem kündigte er für die kommenden sechs bis zwölf Monate weitere Bankprodukte für den deutschen Markt an. Die Gerüchte, dass es sich dabei um ein Girokonto handeln könnte, halten sich hartnäckig.

cnbc.com, faz.net, handelsblatt.com


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– Fintech-News Deutschland –

SO1-Gründer kaufen ihr Big-Data-Startup von Wirecard zurück: Erst im Juni und damit kurz vor dem riesigen Skandal um die Bilanzmanipulationen war SO1 vom Dax-Konzern aufgekauft worden. Wirecard zog das Berliner Startup kurz nach dem Kauf mit in die Pleite. Nun wurde bekannt, dass es für SO1 weitergeht. Die Gründer konnten die Assets ihres Unternehmens zurückkaufen und planen einen Neustart. Dabei wolle man sich nun wieder dem Kernmarkt, einer Technologie, die das Kaufverhalten von Menschen im Handel analysiert und daraus individuelle Rabatte berechnet, zuwenden. financefwd.com

Bafin verbietet nachträglich Check24-Tochter ein Versicherungsangebot: Die Tochtergesellschaft Check24 Vergleichsportal Finanzen GmbH hatte im Juni und Juli 2020 angeboten, Kreditnehmende im Falle einer Arbeitslosigkeit für sechs Monate zu entschädigen. Die BaFin befand, dass es sich hierbei um ein selbstständiges Versicherungsgeschäft handle, für das Check24 keine Lizenz besitzt. Versicherungen und Kredite vermitteln darf das Portal aber weiterhin. financefwd.com, procontra-online.de

Smartphone-Bank Tomorrow will Millionen per Crowdinvesting einsammeln: Das Fintech will mehrere Millionen Euro von seinen Kundinnen und Kunden einsammeln und sie so zu Anlegern machen. Investoren können mindestens 100 Euro und maximal 25.000 Euro Investoren in das Unternehmen stecken, im Gegenzug dafür erhalten sie digitale Anteile der Bank.Vorbild von Tomorrow ist die britische Bank Monzo. Sie hat bereits mehrere Crowdinvesting-Runden hinter sich. sueddeutsche.de, handelsblatt.com

Deutsche Bank bietet API für Geschäftskunden: Mit der API- Schnittstelle können Selbstständige und Unternehmen direkt auf ihr Geschäftskonto zugreifen. So können sie es in ihre eigenen IT-Systeme integrieren. Die Lösung nach dem internationalen IT-Standard REST kostet zehn Euro im Monat. developer.db.com

 

– Fintech-News International –

Französisches Fintech Swan bekommt fünf Millionen Euro vor dem Start: Investiert haben der schwedische Fintech-Investor Creandum und die französische Investmentbank Bpifrance. Das Startup arbeitet an einer Plattform über die jedes Unternehmen seine eigenen Bankdienstleistungen anbieten kann. tech.eu, financefwd.com

Santander InnoVentures wird zu Mouro Capital: Der Wagniskapitalgeber der spanischen Großebank hat einen neuen Namen. Im Zuge der Umbenennung wurde auch das finanzielle Volumen für Investments von bislang 200 Millionen auf 400 Millionen Euro verdoppelt. Zu den bisherigen Invests des Fintech-Investoren gehören beispielsweise Ripple, Kabbage oder iZettle. techcrunch.com, altfi.com

Aqua Digital Rising nutzt Big Data und KI und macht Investitionen in Menschen möglich: Die neue Investitionsplattform hat den Beginn ihrer Finanzierungsrunde bekannt gegeben. Das Unternehmen bereitet sich nun auf die Produkteinführung im Januar 2021 vor. Mit Hilfe von KI und Big Data soll der kommerzielle Wert einer Person abgebildet werden. Mit diesem sollen Investoren dann handeln können. finextra.com, dgap.com

Brasilianische Nubank übernimmt Onlinebroker Easynvest: Mit der dritten Übernahme in diesem Jahr bekommt die Challengerbank 1,5 Millionen weitere Kundinnen und Kunden. Damit ist die Bank dem Weg zu einem Voll-Angebot wieder einen Schritt näher. Über die Höhe des Kaufpreises ist nichts bekannt, er soll sich aber aus einer Mischung aus Nubank-Anteilen und Bargeld zusammengesetzt haben. reuters.com

 

– Neu auf finletter.de –

Friedrich Tromm von TryNoAgency
Warum Fintechs Gattungsmarketing brauchen: Es ist nicht ungewöhnlich, dass es einzelnen Unternehmen allein an Durchschlagskraft und Mediawumms fehlt, Veränderungen in Mentalität, Verhaltensweisen und Kultur zu initiieren. Unabhängig von der Branche. Schon in den 50er Jahren gab es dazu Ideen, um im Verbund den Absatz einer Branche zu befeuern: Gemeinschaftswerbung. In seinem Gastbeitrag konzentriert sich Friedrich Tromm auf Fintech-Gattungsmarketing. finletter.de

 

– Treffpunkte –

„Megatrend Nachhaltigkeit“: Im Webinar wird erklärt, wie sich das Thema ethisch-soziale Geldanlagen in die Beratungspraxis einbauen lässt. 23. September 2020, 10:00 bis 10:45 Uhr, online

„Retail Payments eSummit: Equipping Merchants to Reach the Pinnacle of Payments“: An drei Tagen wird im Webinar alles diskutiert, wie der „Gipfel der Zahlungsvereinbarungen“ erreicht werden kann. Themen sind unter anderem die Komplexität multinationaler Zahlungsannahme oder die Herausforderungen im eCommerce. 13-15. Oktober, online

„Blockchain in financial services – Neue Basis schaffen“: Bei der Veranstaltung wird das Spannungsfeld zwischen Symbiose und Konkurrenz vom etablierten Finanzsystem und der neuen Blockchain-Welt untersucht. 22. Oktober 2020, Gottlieb Duttweiler Institut, Rüschlikon, Schweiz

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie im Event-Kalender auf finletter.de. Wir versuchen, den Kalender in Corona-Zeiten regelmäßig zu updaten, um nicht versehentlich auf eine abgesagte Veranstaltung hinzuweisen. Schicken Sie uns gerne eine E-Mail, falls Sie einen Hinweis haben.

 

– Wochenendlektüre –

In diese neun Startups haben die N26-Gründer investiert: Max Tayenthal und Valentin Stalf haben nicht nur ihr eigenes Fintech, sie sind auch an mindestens neun anderen Unternehmen beteiligt. Ein Gründer hält sich dabei bedeckter als der andere. financefwd.com

Die zweite Welle der Neobanken richtet sich in der Nische ein: Weltweit gibt es inzwischen mehr als 250 Neobanken. Unternehmen wie hierzulande N26 oder Revolut haben weltweit über 350 Millionen Kundinnen und Kunden. Warum neuere Unternehmen wie Vivid oder Kontist nun auf „Banking as a Service“ setzen. trendingtopics.at

Wie das Steuer-Startup Taxfix arbeitet: Mitgründer Mathis Bücher erklärt, warum das Unternehmen auf Silent Meetings setzt und was im Better Work Guide des Startups steht. gruenderszene.de

Wie Banken gegen häusliche Gewalt vorgehen können: Dieser Text erörtert warum ökonomische Gewalt eine Unterform der häuslichen Gewalt ist und erklärt am Beispiel einer britischen Digitalbank, wie Banken aktiv dagegen vorgehen können. finews.ch

Deutscher Fintech-Report 2020: Experten geben einen Einblick in die Fintech-Branche im Zeitraum Januar 2019 bis August 2020. gomedici.com

Empowering Corporate Banking – Digitale Lösungen umsetzen: Der Kontakt zum Firmenkunden befindet sich im Wandel. Dem digitalen Firmenkundengeschäft gehört die Zukunft meint Cornelia Schwertner von finleap connect. Etablierte Banken liefen Gefahr, dieses nächste wichtige Rennen zu verlieren. der-bank-blog.de [gesponserter Beitrag]

 

– Meist gelesen in der letzten Woche –

… war der Text über Digital-Konten im Test. faz.net

 

– Das Beste zum Schluss –

Wer wusste im Fall Wirecard alles Bescheid?: Fest steht, dass es wohl mehr Mitwissende gab, als bislang angenommen. Dem Handelsblatt zufolge hätten rund 250 Mitarbeitende, unter ihnen Techniker und Manager, des einstigen Vorzeige-Unternehmens einen Verdacht schöpfen müssen. handelsblatt.com

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