finletter 280 – Samsung Pay ist da, Joonko ist weg und Ant legt los

Samsung Pay startet mit Verwirrung

Google Pay, Apple Pay und nun auch Samsung Pay – durch den Start von Letzterem gibt es in Deutschland seit dem 28. Oktober eine neue kontaktlose Bezahlmethode. Dafür hat sich das südkoreanische Techunternehmen mit dem Berliner Banking-Dienstleister Solarisbank und mit Visa zusammengeschlossen. Solarisbank ist dabei eine Art Bindeglied zwischen der Hausbank der Nutzenden, dem Zahlungsempfänger und Samsung Pay. So kann beinahe jedes Bankkonto mit dem Dienst verbunden werden. Die via Samsung Pay bezahlten Beträge werden dann von der Solarisbank beglichen und anschließend vom Konto der Nutzenden abgezogen.

Doch schon bevor der Dienst startete, gab es für einige Beta-Nutzende eine böse Überraschung. Sie berichteten von bis zu zwei negativen Schufa-Einträgen, die im Zusammenhang mit der Nutzung von Samsung Pay entstanden sein sollen. Das Unternehmen reagierte in einem FAQ auf seiner Seite darauf. Dort ist nun zu lesen, dass es seit dem 26. Oktober nur noch einen Schufa-Eintrag für Nutzende geben würde. Dieser entstehe, wenn sie eine Splitpay-Kreditlinie, also eine Art der Ratenzahlung, nutzen. Die Schufa werde dabei nur über die Verwendung der Option, nicht aber über die so getätigten Einkäufe informiert, heißt es weiter. So ein Eintrag kann sich auf den Schufa-Score, der die Bonität der Nutzenden anzeigt, auswirken. Zudem erfragt die Solarisbank im Zuge der Registrierung für Samsung-Pay in jedem Fall eine Schufa-Abfrage. Damit wird die Bonität des Nutzenden überprüft und die Visa-Debitkarte für ihn oder sie ausgestellt. Diese Abfrage an sich wirkt sich noch nicht negativ auf den Schufa-Score aus und soll nach zwölf Monaten wieder gelöscht werden.

news.samsung.com, finanz-szene.de, samsung.com


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– Fintech-News Deutschland –

Check24-Konkurrent Joonko stellt Betrieb ein: Erst vor einem Jahr war das Fintech, mit dem Ziel Check24 anzugreifen, gestartet. Nun macht es schon wieder dicht. Als Grund für das Ende zum 31. Oktober 2020 nannte man eine geplatzte Finanzierungsrunde. Die 43 Mitarbeitenden sollen alle Jobs bei anderem Fintechs der Finleap-Gruppe erhalten, heißt es. financefwd.com, finanz-szene.de

Millionen-Fintech Vanta muss sich wegen Markenstreits umbenennen: Das Berliner Startup muss sein Logo und seinen Namen ändern, wie Gründerszene berichtet. Der Grund dafür sei demnach, dass der Markenauftritt zu sehr an den Wettbewerber Vantik erinnern würden. Dieser bietet eine Altersvorsorge-App mit Bankkarte an, Vanta hingegen eine Kreditkarte für Firmen. gruenderszene.de

Telefónica und Comdirect starten „O2 Money“ – und locken mit Bonuszinsen: Doch der Finanzassistent, der auch Nicht-Kundinnen zur Verfügung stehen soll, hat gleich mehrere Haken. Den Bonuszins bis zu einer Höhe von zwei Prozent gibt es nur für diejenigen, die einer Datenübermittlung von „Kontoinformationen“ zustimmen. Zudem wird der Zins nur auf ein monatliches Durchschnittsguthaben von maximal 3000 Euro angerechnet. In der App sind unter anderem ein Haushaltsbuch, eine Übersicht über alle laufenden Verträge oder ein Monatsbudgetüberblick enthalten. telefonica-de, it-finanzmagazin.de

PayPal startet mit Instant Transfer auf Mastercard: Nutzende von Paypal in Deutschland können mit der neuen Funktion nun in Echtzeit Geld von ihrem PayPal-Konto auf ihre Mastercard übertragen. Basis dafür ist die Mastercard-Send-Plattform, die die Kartennetzwerkinfrastruktur nutzt. In Singapur und in den USA gibt es den Dienst schon länger, nun ging er auch noch in Bosnien, Bulgarien. Großbritannien, Italien, Rumänien, Serbien, Slowenien und Spanien an den Start. newsroom.matsercard.com, it-finanzmagazin.de

Vivid Money führt Shared Pockets ein: Das Produkt des Berliner Fintechs soll künftig das Gemeinschaftskonto ersetzen. Bis zu fünf Nutzende können sich ein Pocket teilen und dort ihre Transaktionen nachverfolgen oder Geld ausgeben und sparen. Jedes Shared Pocket erhält dafür eine eigene deutsche IBAN, die auch Lastschrifteinzüge möglich macht. So kann ein Pocket, anders als bei Mitbewerbern wie beispielsweise N26 eine Bankverbindung ersetzen. t3n.de, it-finanzmagazin.de

 

– Fintech-News International –

Investoren reißen sich um Ant-Aktien: Wie Insider sagen, will der Betreiber des Bezahldienstes Alipay die Bücher für den Rekord-Börsengang früher schließen als ursprünglich geplant. Demnach seien die Bücher bereits in der ersten Stunde nach dem Beginn der Zeichnungsfrist überzeichnet gewesen. Investoren hätten nun nur noch bis zum 4. November, 17 Uhr Zeit zu zeichnen. Ursprünglich war das bis zum ersten Handelstag der Papiere, den 5. November geplant gewesen. Der chinesische Amazon-Konkurrent will beim Börsengang in Hongkong und Shanghai mehr als 34 Milliarden US-Dollar einsammeln. handelsblatt.com, manager-magazin.de

PayPal führt Strafgebühr für inaktive Nutzende ein: Wer sein PayPal-Konto seit zwölf Monaten oder länger nicht benutzt hat und in Großbritannien lebt, muss ab dem 16. Dezember 2020 umgerechnet rund 12 Euro bezahlen. Betroffene Nutzende sollen 60 und 30 Tage sowie eine Woche vor Ablauf der Frist eine Nachricht erhalten, so ein Sprecher des Unternehmens. standard.co, computerbild.de

UBS investiert rund 200 Millionen Dollar in Fintechs: Unter dem Namen „UBS Next“ plant die Schweizer Großbank, das Geld in digitale Startups zu investieren. Ein Teil der 200 Millionen Dollar fließt in den Venture-Capital-Fonds Anthemis. Der wurde von Sean Park gegründet, der für seine Fintech-Investes bekannt ist. Zudem gilt er als Banker, der die Digitalisierung der Märkte vorangebracht hat. ubs.com, finews.ch

Silverflow erhält Geld von deutschen Payment-Experten für cloudbasierte Kartenabwicklung: Bei einer Seed-Finanzierung konnte das niederländische Startup 2,6 Millionen Euro einsammeln. Neben dem britischen Wagniskapitalgeber Crane beteiligten sich auch vier deutsche Payment-Experten. Die Software des Unternehmens ist cloudbasiert und soll die Komplexität und Kosten der Netzverwaltung von Kartenverarbeitungssystemen verringern. Im kommenden Jahr will Silverflow seine Technologie vorstellen. techcrunch.com, financcefwd.com


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Auf der Transactions 20 treffen sich die wichtigsten Köpfe der Digitalisierungs-, Payment- und Banking-Branche. Am 19.11.20 starten wir mit Sascha Lobo, Verena Pausder und Dan McCrum und am 25.02.21 geht’s unter anderem mit Edward Snowden uvm. weiter.


– Neu auf finletter.de –

Portrait und Zitat von Fredrik Ulvenholm, CEO von Vilja
Vilja stellt sich vor: Das schnell wachsende schwedische Fintech-Unternehmen bietet die nächste Generation von Zahlungsangeboten. Was auf dem Kreditmarkt heute notwendig ist, um mithalten zu können, schreibt CEO Fredrik Ulvenholm auf finletter.de. [Advertorial]

 

– Treffpunkte –

UPDATE: „Marketing Rockstars, Business-Punks, Blockchain-Versteher oder Bankvorstände“: So verstehen die Organisatoren von Payment & Banking ihr Zielpublikum für die zweite Auflage der Transactions-Konferenz. Wegen der Corona-Pandemie wurde das ursprünglich für den 19. November in Offenbach geplante Event in zwei Teile geteilt.
Am 19. November findet eine „Berliner Runde“ unter anderem mit Sascha Lobo, Verena Pausder und Dann MCCrum im Livestream statt. Für Anfang des kommenden Jahres ist ein hybrides Event, bestehend aus einem Stream und einer Präsenzveranstaltung in Offenbach geplant. Bei der Tansactions 20,5 wird unter anderem Edward Snowden eine Keynote halten. Wer bereits ein Ticket erworben hat, kann an beiden Veranstaltungen teilnehmen.

Pre-Transctions: 19. November, 17 Uhr, online
Transactions 20,5: 25. Februar 2021, 9-17 Uhr, Offenbach und online

Fintics: Die Convetion für alternatives Fremdkapital findet in diesem Jahr zum ersten Mal statt. In Diskussionspanels treffen dabei Persönlichkeiten aus Politik, Aufsicht, Wissenschaft und Medien aufeinander. 19. November, 9-12 Uhr, online

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie im Event-Kalender auf finletter.de. Wir versuchen, den Kalender in Corona-Zeiten regelmäßig zu updaten, um nicht versehentlich auf eine abgesagte Veranstaltung hinzuweisen. Schicken Sie uns gerne eine E-Mail, falls Sie einen Hinweis haben.

 

– Wochenendlektüre –

Müssen Anlegerinnen umdenken?: Dieser Frage geht der Autor nach. Denn während Fintechs boomen, kommen Aktien von europäischen Großbanken nicht mehr richtig in Schwung. cash.ch

Warum sich das Insurtech Lemonade in Deutschland schwertut: In den USA ist das Unternehmen erfolgreich, doch das Geschäft hierzulande läuft nur schleppend. Woran das liegen könnte. finacefwd.com

American Express steckt in der Coronakrise: Wie der Gewinn des Kreditkartenanbieters im dritten Quartal um 40 Prozent einbrechen konnte. handelsblatt.com

Wer sind die beiden US-Milliardäre, die deutsche Fintech-Szene dominieren?: Auf wen Michael Bloomberg und Peter Thiel im deutschen Markt setzen und worin sie sich unterscheiden. financefwd.de

Banking mit und nach Corona: Prof. Dr. Hans Gert Penzel – Gründungsgesellschafter des ibi research, Institut für Bankinnovation an der Universität Regensburg – hat die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die unterschiedlichen Bereiche einer Bank untersucht. der-bank-blog.de [gesponsert]

 

– Meist gelesen in der letzten Woche –

… war der Text über Detektive im Homeoffice.

 

– Das Beste zum Schluss –

„Würden Sie Ihrem Kind einen Online-Bank-Account anvertrauen?“: Diese Frage verhandelt der Autor in seinem Stück im Guardian. Der Grund: Auf dem Weg weg vom Bargeld ist der Wettbewerb von Banken und Fintechs längst auch auf Kinder ausgerichtet. theguardian.com

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