finletter 318 – Bitpanda und der Mega-Deal, Peter Thiel und Moss, Chime und der Hype

Was der Mega-Deal von Bitpanda bedeutet

Erst seit wenigen Monaten ist das österreichische Fintech Bitpanda ein Einhorn. Nun hat die Handelsplattform erneut weitere Millionen eingesammelt und seine Bewertung innerhalb kürzester Zeit verdreifacht. In der aktuellen Series-C-Finanzierungsrunde, die von US-VC Valar Ventures angeführt wurde, flossen rund 223 Millionen Euro. Außerdem beteiligten sich Leadblock Partners, Jump Capital und Redo Ventures. Die Bewertung liegt nun bei 3,56 Milliarden Euro, im März dieses Jahres lag sie noch bei einer Milliarde.

Damit haben sich die Österreicher zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz von Plattformen wie Trade Republic oder Scalable Capital gemausert. Sie alle entfernen sich zunehmend von ihrer anfänglichen Spezialisierung und gehen den Weg hin zu einer großen Investmentplattform. So startete Bitpanda im Jahr 2014 zwar als Krypto-Plattform, doch inzwischen ist dort auch der Handel mit Gold und Silber – und seit April dieses Jahres auch mit provisionsfreien Aktien möglich. Zudem bietet das Fintech seit Juni dieses Jahres auch eine White-Label-Lösung für andere Fintechs und Banken an.

Doch wie nachhaltig kann es sein, wenn viele einstige Spezialisten gleichzeitig nach den Sternen greifen und aufs selbe Pferd setzen? All das erinnert sehr an den Wettkampf von einstigen Social-Media-Plattform-Spezialisten. Erfüllte eine Plattform vor einiger Zeit mehr oder weniger eine Aufgabe – Instagram beispielsweise das teilen von Bildern – nähern sich diese in ihren Funktionen immer stärker aneinander an. Snapchat kopiert von Instagram und Tiktok und umgekehrt. Und am Ende fallen die meisten dem größten aller Player, Facebook, in die Hände. Bei den einstigen Krypto-Playern, Robo-Advisern und Retail-Brokern zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Nur: Wer in diesem Wettbewerb Facebook sein wird ist derzeit noch offen.

financefwd.com, btc-echo.de, cnbc.com, finanz-szene.de


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– Fintech-News Deutschland –

Mehr Moos: Im Rahmen einer Series-A-Finanzierung steckt Valar Ventures, der Fonds von Peter Thiel, weitere 25 Millionen US-Dollar (rund 21,39 Millionen Euro) in das Berliner Fintech Moss(ehemals: Vanta). Auch die Bestandsinvestoren Cherry Ventures und Global Founders Capital legten nach. Das Firmen-Kreditkarten-Fintech wird nun mit 225 Millionen Euro bewertet. gruenderszene.de

Stück für Stück: Bestandsinvestoren sollen einem exklusiven Bericht zufolge weitere 15 Millionen Euro in das Berliner Fintech Penta investiert haben. Damit würde das Banking-Start-up mit über 100 Millionen bewertet werden. financefwd.com

Kontenproblem: Erst in der vergangenen Woche hatten wir von Gelwäscheproblemen im Zusammenhang mit N26-Konten berichtet. Nun ist die Neobank erneut in den Schlagzeilen. Das „Handelsblatt“ berichtet von einer Liste mit rund 1.600 N26-Konten, die offenbar zwischen Mai 2019 und Juli 2021 für betrügerische Ebay-Geschäfte und Fakeshops genutzt wurden. handelsblatt.com

Am Ziel vorbei: Payment-Dienstleister Unzer (ehemals: Heidelpay) verfehlt seine eigene Umsatzprognose im ersten Halbjahr um zwölf Prozent. Auch der Bruttoertrag wird 30 Prozent geringer sein als noch im Vorjahr. onlinehaendler-news.de, wiwo.de

Bescheidene Beteiligung: Jeder Mitarbeitende des Berliner Fintechs Wefox hat im Zuge der jüngsten Finanzierungsrunde ein Anteilspaket am Unternehmen in Höhe von 5.000 Euro erhalten. Insgesamt machen die Anteile jedoch nur rund 0,6 Prozent des millionenschweren Fundings aus. gruenderszene.de (Paid)

Gastro-Lösung: Mit „Lightspeed Payments“ soll das kontaktlose bezahlen per Karte und Smartphone in Restaurants und Cafés ankommen. Die Kosten dafür werden pro Transaktion fällig. openpr.de

 

– Fintech-News International –

Viraler Hit zahlt sich aus: Die US-Neobank Chime sammelt in einer Series-G-Finanzierung 750 Millionen US-Dollar (rund 640 Millionen Euro) ein. Damit steigt die Bewertung auf 25 Milliarden US-Dollar (rund 21,35 Milliarden Euro). Hauptinvestoren sind Softbank, Sequoia Capital Global Equities, General Atlantic, Tiger Global und Dragoneer Investment Group. Im vergangenen Jahr konnte das Fintech seinen Umsatz aufgrund des Hypes verdreifachen. cnbc.com, wsj.com

Geldreiche Übernahme: Paysafe übernimmt Safety Pay für 441 Millionen US-Dollar (rund 377, 30 Millionen US-Dollar). Damit wird das Unternehmen zum führenden Anbieter von Open-Banking und eCash in Südamerika. Das Team von Safety Pay soll von Paysafe übernommen werden. paysafe.com, fintechnews.ch

Geldregen: Das US-amerikanische Fintech Plaid baut seine Series-D-Finanzierung mit Geld von AmEx Ventures und J.P. Morgan aus. Wie viel Geld geflossen ist, ist nicht bekannt, lediglich, dass die Bewertung davon unberührt sein soll. altfi.com, pymnts.com

Geldregen Nummer zwei: Das argentinische Fintech Ualá bekommt in einer Finanzierungsrunde 350 Millionen US-Dollar (rund 298,89 Millionen Euro) und wird nun mit 2,45 Milliarden US-Dollar (rund 2,09 Milliarden Euro) bewertet. Investiert haben u.a. der Softabank Innovation Fund, Tencent oder Soros Fund Management LLC. Das Geld soll in weitere Produkte und mehr Personal gesteckt werden. techcrunch.com, news.fintech.io

Kroo bekommt Bankenlizenz: Die britische Challenger-Bank hat von der Bank of England den Status einer „mit Einschränkungen zugelassenen Bank“ erhalten. Damit hat das Social-Fintech ein Jahr Zeit, die von der Financial Conduct Authority (FCA) und der Prudential Regulation Authority (PRA) festgelegten Anforderungen zu erfüllen. fintechfutures.com

Markterweiterung: Das Schweizer Fintech weitet seine Angebote für digitale Vermögenswerte auf Kund:innen in Österreich und Deutschland aus. Anleger:innen aus diesen Ländern können nun in 18 Kryptowährungen investieren. coinkurier.de, cointelegraph.com


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– Treffpunkte –

European FinTech Hackcelerator 2021: Noch bis Ende des Monats können sich passende Fintechs für das Programm, das im Rahmen des Singapur Fintech Festivals organisiert wird, bewerben. Alle Voraussetzungen dafür stehen auf der Website. Deadline: 31. August

Money 20/2: Unter dem Motto: „Fintech, let’s get back to business“ sollen alle Menschen, die für die Branche wichtig sind, zusammenkommen, so der Anspruch der Veranstalter. 21-23. September, Amsterdam.

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie im Event-Kalender auf finletter.de. Hier können Sie uns Tipps für Events geben.

 

– Wochenendlektüre –

Fußball meets Fintech: Der Autor analysiert in seinem Text das Engagement von Fintechs im Millionengeschäft Fußball-Sponsoring. paymentandbanking.com

Was ein Fintech zum Fintech macht: Der Autor geht in seinem Artikel der These „Embedded Finacne macht nicht jedes Unternehmen zum Fintech“ nach. techcrunch.com

Lagebericht: Mirkos Kraul (Otto) und Christian Kirchner sprechen im Podcast über das boomende „Buy-now-pay-later“-Segment. finanz-szene-podcast.podigee.io

Profiteur: Apple Pay dominiert einer Studie des Unternehmens Puls zufolge den Markt der Transaktionen mit mobilen Wallets in den USA. Der Gigant profitierte demnach vor allem durch das corona-bedingte Wachstum von mobilen Payments. appleinsider.com

Neuer Quartals-Rekord bei Fintech-Investitionen: Die positive Entwicklung bei den weltweiten FinTech-Investitionen hat sich fortgesetzt. Mega-Deals treiben den Markt und führten zu einem neuen Quartals-Rekord bei Fintech-Investitionen. Die Anzahl der Fintech-Einhörner hat sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. der-bank-blog.de [gesponsert]

 

– Meist gelesen im vergangenen finletter –

…war der Text über Deutschland als das Fintech-Land der sieben Einhörner.

 

– Das Beste zum Schluss –

Millionärs-Mitarbeitende: Bei Revolut besitzen laut Handelsregister 76 aktive und ehemalige Mitarbeiter:innen Aktien mit einem Wert im siebenstelligen Bereich. Bei über zehn beläuft sich das Aktienvermögen auf über 10 Millionen US-Dollar (rund 8,54 Millionen Euro). sifted.eu

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