finletter 322 – Alipay droht Zerschlagung, CEO verlässt Finleap, Monzo startet Flex

Alipay und die drohende Zerschlagung

Die Regierung in China geht immer rigoroser gegen die Tech-Industrie im Land vor. Der Finanzdienstleister Ant Group ist eins der Unternehmen, die Peking offenbar zu mächtig geworden ist. Denn nun soll einem Bericht der „Financial Times“ zufolge das Kreditgeschäft von Alipay in ein neues, teilstaatliches Unternehmen abgetrennt werden. Viele Medien sehen darin eine Zerschlagung des Zahlungsdienstleisters. Hinzu kommt, dass nach den offiziell noch nicht bestätigten Plänen auch die Nutzer:innendaten, die Ant seinen Kreditentscheidungen zugrunde legt, an ein neues teilstaatliches Joint Venture übergeben müssen.

Wenn es um Maßnahmen geht, mit denen die chinesische Regierung Kontrolle über Wirtschaft und Gesellschaft erlangen will, steht die Ant Group immer wieder im Fokus. Erst im Herbst des vergangenen Jahres hatte die Finanzaufsicht den weltgrößten Börsengang des Unternehmens in letzter Sekunde verhindert.

Die Maßnahmen machen deutlich, dass auch Privatunternehmen – und deren Aktienkurse zunehmend vom Wohlwollen der kommunistischen Partei abhängig sind. Denn genauso wie die sozialistische Führung die Tech-Giganten in der Vergangenheit ungebremst wachsen lies, stutzt sie diese nun ungehindert und intransparent wieder zusammen – um selbst der alleinige Marktführer zu bleiben.
ft.com, handelsblatt.com, faz.net


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Solidvest ist „bester Robo Advisor 2021“. Zu dem Ergebnis kommt die Studie des Wirtschaftsmagazins Capital (Heft 8/2021). Getestet wurden 40 deutsche Robo-Advisor. Solidvest überzeugt mit dem Ansatz als „menschlichster aller Robos“. Mehr erfahren.


– Fintech-News Deutschland –

Wechsel: Ramin Niroumand, der CEO von Finleap, kündigt nach sieben Jahren seinen Rückzug an. Mit einem eigenen Fintech-Fonds will er künftig selbst in junge Fintechs investieren. finanz-szene.de, financefwd.com

Hin und Her vor möglichem Ende: Vor rund viereinhalb Jahren hatte die DKB einen Robo-Advisor angekündigt, nun soll er im Oktober an den Start gehen. Elinvar soll die technische Infrastruktur dafür bereitstellen, die Expertise für die Vermögensverwaltung von Solidvest, wie Insider gegenüber „financefwd“ und „finanz-szene“ übereinstimmend berichten. Eine offizielle Bestätigung gibt es demnach nicht. financefwd.com, finanz-szene.de

Frisches Geld: In einer Finanzierungsrunde erhält das Hamburger Fintech Tomorrow 14 Millionen Euro. Damit steigt die Bewertung auf 70 Millionen Euro Das Geld kommt u. a. von Family Office der Hamburger Familie Büll, Abacon Capital, sowie Signavio-Gründer und Climate Tech-Investor Torben Schreiter. Außerdem sollen bis zu fünf weitere Millionen von Crowd-Investor:innen hinzukommen. Mit dem frischen Kapital sollen länger angekündigte Vorhaben, wie etwa ein Ausbau der Produktpalette oder die angestrebte Profitabilität, umgesetzt werden. hamburg-startups.net, finanz-szene.de

Expansion: Das Berliner Fintech Pair Finance will international durchstarten und bietet seinen KI-basierten Inkassoansatz nun auch auf dem österreichischen Markt an. Hierzulande arbeiten Unternehmen wie Zalando, Jochen Schweizer oder Sixt mit dem Start-up zusammen. presseportal.de

Expansion 2: Die „Gründerszene“ beruft sich auf Unternehmenskreise und berichtet, dass N26 in der Türkei an den Start gehen möchte. Eine Meldung von „Bloomberg“ stützt die Vermutung des Markteintritts der Neobank. Demnach ist N26 bereits mit der türkischen Aufsichtsbehörde wegen einer Lizenzbeantragung in Kontakt. Eine offizielle Bestätigung der Pläne gibt es bislang nicht. businessinsider.de/gruenderszene, bloomberght.com

 

– Fintech-News International –

Neuer Konkurrent: Mit Flex steigt die britische Digitalbank Monzo nun auch in das hart umkämpfte Geschäft mit BNPL ein. Die Zahlungen sind dabei auf insgesamt 3.000 britische Pfund (rund 3.500 Euro) beschränkt. Zudem führt Monzo zunächst eine vollständige Abfrage der Kreditwürdigkeit durch, bevor es Kund:innen die BNPL-Option anbietet. monzo.com , theguardian.com

Konkurrent 2: Mit Dividebuy angelt sich ein weiterer Konkurrent von Klarna und Co. Frisches Geld. Für 300 Millionen britische Pfund (rund 351 Millionen Euro) erwirbt Davidson Kempner Capital Management eine Minderheitsbeteiligung am Unternehmen. In erster Linie steht die Finanzierung aber als Kreditlinie zur Verfügung, die der Absicherung der offenen Forderungen gegenüber den Kund:innen dient. Bei Dividebuy können Nutzer:innen ihre Zahlungen in bis zu zwölf Monatsraten aufteilen. altfi.com, finextra.com

Geldregen: Im Rahmen einer Series-E-Finanzierung sammelt die US-Neobank Varo 510 Millionen US-Dollar (rund 433,6 Millionen Euro) ein. Die Bewertung steigt damit auf 2,5 Milliarden US-Dollar (rund 2,13 Milliarden Euro). Insgesamt konnte die Varo Bank seit der Gründung 2015 über 990 Millionen US-Dollar (rund 841,69 Millionen Euro) von Investor:innen sammeln. techcrunch.com, forbes.com (Paid)

„Erpresserische“ Mitarbeiter:innenbeteiligung: „Sifted“ berichtet von internen Protesten beim Fintech Revolut aufgrund eines Mitarbeiter:innenbeteiligungsprogramms. Erst vor wenigen Wochen hatte das Start-up Mitarbeitenden Anteile gewährt – nun können diese einen bestimmten Prozentsatz davon verkaufen. Bei ehemaligen Mitarbeitenden wird dafür eine Gebühr fällig, bei noch im Unternehmen tätigen hingegen nicht – und das sorgt für Unmut. sifted.com, businessinsider.de/gruenderszene

Neues Einhorn aus Indonesien: Das Fintech Xendit sammelt in einer Series-C-Runde 150 Millionen US-Dollar (rund Euro) ein und wird damit zum Unicorn. Tiger Global Management führt die Finanzierungsrunde an, außerdem beteiligten sich die bestehenden Investoren Accel, Amasia und Justin Kan’s Goat Capital. Unternehmen nutzen die API-basierte Technologie von Xendit zur Verarbeitung von Zahlungen, zum Betreiben von Marktplätzen oder zur Auszahlung von Gehältern. crowdinsider.com, finextra.com

 

– Neu auf finletter.de –

GAFA-Titelstory-finletter
Der Vormarsch von GAFA: Wozu die Tech-Giants Google und Co. ins Banking einsteigen – und wie Banken und Sparkassen mit deren Marktmacht umgehen können, lesen Sie in der Titelgeschichte aus der GOLDILOCKS-Ausgabe. finletter.de.

 

– Treffpunkte –

The Use of Big Data and Social Media in Central Bank Policy: Mit welchen Methoden können Banken aus Daten wertvolle Kund:inneninformationen gewinnen? Dieser Frage widmen sich Sascha Steffen, Professor an der Frankfurt School of Finance & Management, Michael Ehrmann, Head of the Monetary Policy Research Division bei der EZB und Paula Cocoma Assistant Professor an der Frankfurt School of Finance & Management. 30. September, 17 Uhr, online.

Money 20/20 meldet sich nächste Woche nach der Pandemie zurück. In Amsterdam trifft sich Europas Fintech-Szene. Erwartet werden mehrere Tausend Besucher. finletter ist Medienpartner. Clas Beese vom finletter-Team ist vor Ort und ist über die Networking-App der Veranstaltung zu erreichen.

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie im Event-Kalender auf finletter.de. Hier können Sie uns Tipps für Events geben.

– Wochenendlektüre –

Fußball und Flausch: Über diese Themen – und über Markenbildung spricht Benjamin Esser von Kontist im Podcast. paymentandbanking.com

Finanzwahl: Der Autor wirft einen Blick in die Wahlprogramme der Parteien zur Bundestagswahl 2021 und arbeitet die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Bezug auf die Finanzmärkte heraus. der-bank-blog.de

Erhebliche Mängel: Attestiert eine Erhebung im Auftrag des Bundesverbands deutscher Banken vielen Jugendlichen bei der wirtschaftlichen Bildung. Aber auch die Schulen kommen schlecht weg. cash-online.de

Anlagevorbilder: Laut einer Untersuchung von BUX beschaffen sich Millennials und Anleger:innen der GenZ Informationen für ihre Geldanlagestrategie hauptsächlich von Youtube, Influencer:innen oder Podcasts. asscompact.de

Vontobel Fintech Index: Die globalen Wachstumsmöglichkeiten für Fintechs erscheinen enorm. Fintechs haben das Potenzial, die Finanzindustrie auf der ganzen Welt zu verändern. Erfahren Sie, wie Sie als Anleger am Fintech-Markt partizipieren könnten. zertifikate.vontobel.com [gesponsert]

 

– Meist gelesen im vergangenen finletter –

… war die Umfrage zu BNPL als entscheidendes Shopping-Kriterium.

 

– Das Beste zum Schluss –

Stadion-Zukunft: Besucher:innen der PreZero Arena des TSG Hoffenheim können ab sofort in der Gastro und beim Merchandise mobil mit Bluecode bezahlen. presseportal.de

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