Renditekiller Hirn: So schützen Sie sich

– Advertorial –

Von Sebastian Hasenack

Das Hirn ist das Zentrum unseres rationalen Handelns – glauben wir zumindest. Und laufen damit ins offene Messer. Denn der Homo Oeconomicus, der rational entscheidende und handelnde Mensch, ist mehr sagenumwobenes Fabelwesen, denn empirische Beobachtung. Irrationales menschliches Verhalten ist normal, und kein Mensch verfügt zu jedem Zeitpunkt über vollständige Markttransparenz. Das gilt auch und ganz besonders für das Thema Geldanlage.

Verzerrte Realität

Ein wesentlicher Faktor, der unser Handeln auch beim Investieren beeinflusst, sind so genannte Biases. Der Begriff Bias stammt aus der Psychologie und beschreibt eine kognitive Verzerrung. Wer einem Bias unterliegt – in der Regel tut das jeder Mensch auf die eine oder andere Art –, nimmt ein Situation oder einen Sachverhalt verzerrt wahr. Das führt dazu, dass er oder sie keine rationale Handlung mehr vornehmen kann. Biases sind vielfältig und zahlreich. In diesem Beitrag möchte ich auf die vier Biases eingehen, die aus meiner Sicht Anleger:innen am stärksten und am häufigsten negativ beeinflussen. Und auf mögliche Lösungsansätze, um Ihre Rendite-Schäfchen ins Trockene zu bringen.

Meinungsstark

Ein zentraler Bias, mit dem viele Menschen zu kämpfen haben, ist der Confirmation Bias, oder zu Deutsch Bestätigungs-Bias. Er beschreibt die menschliche Tendenz, Informationen so zu nutzen, dass diese die eigenen Überzeugungen bestätigen. Dieser Bias ist sowohl in der Sammlung von als auch in der Interpretation und Bewertung bzw. Gewichtung von Informationen zu beobachten. Das kann in der Praxis beispielsweise dazu führen, dass Anleger:innen bei der Analyse einer Aktie, die bereits favorisiert wird, Warnzeichen übersehen oder sogar ignorieren und trotzdem investieren. Die schlimmste Folge sind schmerzhafte Verluste.

Reflexion im Team

Der Bestätigungs-Bias lässt sich schwierig allein auflösen. Denn wie erkenne ich selbst, ob ich die Informationen einseitig in Richtung meiner bereits bestehenden Meinung drehe? Hier ist kritische Reflexion und im besten Fall ein Sparring mit einem kompetenten, aber nicht involvierten Gegenüber gefragt. Ohne einen kritischen Blick „von außen“ ist dem Bestätigungs-Bias schwer beizukommen. Bei Solidvest werden die Investmententscheidungen und Bewertungen von Einzeltiteln deshalb im Research-Team erarbeitet. 15 Expert:innen sammeln und werten Informationen zu Märkten und Unternehmen aus und tauschen sich täglich dazu aus.

Solidvest Sebastian Hasenack Zitat zu Confirmation Biases

Asymmetrisches Risiko

Interessanterweise hängt dieser Bias sehr eng mit einem weiteren Bias zusammen: dem Dispositions-Effekt-Bias. Klingt furchtbar kompliziert, also vereinfachen wir das Ganze: Verlustaversion. Das Phänomen wurde bereits in den Siebzigern vom israelisch-amerikanischen Forscher-Duo Kahnemann und Tversky beschrieben und lässt sich auf einen einfachen Grundsatz eindampfen: Verluste wiegen schwerer als Gewinne. Diese übermäßige Fixierung auf mögliche Verluste kann kuriose Folgen haben: Anleger:innen, die dem Dispositions-Effekt-Bias zum Opfer fallen, neigen dazu, ihre Gewinner-Aktien zu verkaufen und ihre Verlierer-Aktien zu halten.

Verpasster Gewinn tut weh

Die Logik dahinter: Gut gelaufene Aktien werden zukünftig schlechter laufen, deshalb sichere ich meine Gewinne. Schlecht gelaufene Aktien, die beispielsweise bereits unter den Einstiegskurs gefallen sind, halte ich in der Hoffnung, dass sie wieder steigen und ich keine Verluste realisieren muss. Dieser Effekt kann logischerweise durch den Bestätigungs-Bias verstärkt werden. Eine Möglichkeit, diesem Bias entgegenzutreten ist, sich mit dem Konzept der Opportunitätskosten vertraut zu machen. Opportunitätskosten, stark vereinfacht, sind Gewinne bzw. ein Nutzen, die einem potenziell durch das Verpassen einer Opportunität entgehen. Auch hier kann Sparring mit anderen ein sinnvolles Mittel sein, um den Einfluss der Biases zu minimieren.

Wie die Lemminge

Ein weiterer Bias, der mit großer Regelmäßigkeit bei Anleger:innen zu beobachten ist, ist der berühmt-berüchtigte Herdentrieb. Der Herdentrieb folgt dem Leitsatz: Ich tue das, was die anderen auch tun. Einer der beiden wesentlichen Treiber für diese Art von Verhalten ist die „Fear of Missing out“, kurz FOMO. FOMO ist nichts anderes als die Sorge, etwas Gutes zu verpassen. Selbstverständlich lässt sich dieses Phänomen auch auf die Kapitalmärkte übertragen. Etwa, wenn Anleger:innen Angst haben, den nächsten todsicheren Verdoppler oder sogar Tenbagger zu verpassen. Der andere Treiber für den Herdentrieb ist das innere Sicherheitsbedürfnis von uns Menschen. Wenn (fast) alle etwas tun, kann das ja kaum falsch sein.

Meme-Stocks Hype

Das jüngste prominente Beispiel für einen starken Herdentrieb sind die Ereignisse rund um die so genannten Meme-Aktien. Plötzlich investierten sogar Menschen, die bisher kaum am Kapitalmarkt aktiv gewesen waren, ihr Geld in wildeste Spekulationstitel. Sie hatten sich vom Hype mitreißen lassen. Einige Wenige konnten sicherlich profitieren, während die überwiegende Mehrheit sich die Finger verbrannt haben dürfte. Finanzmarktexperten und Wissenschaftler sehen im Herdentrieb nicht nur ein Risiko für den Privatanleger, sondern sogar ein volkswirtschaftliches Risiko. Insbesondere im Kontext von Spekulationsblasen oder Sektorenblasen, wie etwa der Dotcom Blase in den 2000ern.

Informationen sind der Schlüssel

Um sich gegen den Herdentrieb zu schützen, helfen Anleger:innen nur hochwertige und umfangreiche Informationen zu möglichen Investments. Und ganz wichtig: Don’t believe the hype! Zumindest nicht, ohne sich selbst vorher ein umfassendes Bild von einem Unternehmen oder einem speziellen Trend gemacht zu haben. Das kostet zwar Zeit und Informationen sind nicht immer frei verfügbar oder leicht zu finden, aber unterm Strich lohnt sich der zusätzliche Aufwand.

Hilfe vom Experten?

Für Anleger:innen, denen die Zeit fehlt oder die lieber auf die Hilfe erfahrener Experten vertrauen, kann die Dienstleistung eines Vermögensverwalters eine sinnvolle Option sein. Diese kann durch eine strategische und professionelle Herangehensweise die Effekte, die auf „Einzelkämpfer“ wirken, zumindest reduzieren. Selbstverständlich ist auch ein erfahrener Vermögensverwalter mit gutem Track Record kein hundertprozentiger Schutz vor Verlusten. Diese sind am Kapitalmarkt immer möglich.

Linktipps


Sebastian Hasenack ist studierter Diplom-Ökonom und beschäftigt sich seit 2015 mit digitaler Geldanlage. Er ist Mitgründer der ersten digitalen Vermögensverwaltung aus Luxemburg. Als verantwortlicher Geschäftsführer konnte er B2C- sowie B2B-Modelle eines Fintechs begleiten. Vor der Onlinevariante arbeitete Sebastian Hasenack im Portfolio- und Fondsmanagement einer klassischen Vermögensverwaltung. Bei Solidvest ist er als Leiter verantwortlich für Vertrieb und innovative Kooperationsmodelle.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.