finletter 334 – Exporo mit Neustart, Fundings ohne Ende, SumUp mit Banking-App

Fundings ohne Ende

Ein Fintech-Funding jagt das Nächste. Diese von vielen in der Branche gefühlte Wahrheit wurde kürzlich durch die CB-Insights-Liste auch zahlenmäßig belegt (wir berichteten). Und auch in dieser Woche zeigt sich die Masse an Fundings mal wieder besonders eindrücklich. Mit Monzo, Mambu und Pleo sahnen gleich drei europäische Fintechs ab.

Den Anfang machte die britische Neobank Monzo. Sie erhält unter der Führung des Abu Dhabi Growth Fund, der Investment-Gesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate, 475 Millionen US-Dollar (rund 420,71 Millionen Euro). Die Bewertung des Fintechs steigt damit auf 4,5 Milliarde US-Dollar (rund 3,99 Milliarde Euro). Monzo liegt damit in Europa in dieser Kategorie nur noch hinter den Londonern von Revolut und den Berlinern von N26.

In der Woche der vielen Fundings fließt auch Geld in die deutsche Hauptstadt. Mit Mambu erhält der Anbieter für Kernbanken-Software, der manches Mal scheinbar übersehen wird, 235 Millionen Euro vom Private-Equity-Investor EQT. Auch bestehende Investoren wie TCV and Bessemer Venture Partners beteiligen sich. Damit wird das Fintech nun mit 4,9 Milliarden Euro bewertet. Mit dem Geld will das Start-up seine Bankenplattform weiterentwickeln und die globale Präsenz ausbauen.

Die letzte Meldung in der Mega-Funding-Woche kommt von Pleo. Das Fintech aus Kopenhagen überschlägt sich immer mehr und schafft es binnen fünf Monaten seine Bewertung beinahe zu verdreifachen – die liegt inzwischen bei 4,7 Milliarden US-Dollar (rund 4,16 Milliarden Euro). Das liegt daran, dass die Dänen in einer Erweiterung einer Series-C-Runde nun noch einmal 200 Millionen US-Dollar (rund 177,14 Millionen Euro) einsammeln. Die Runde führt der Investor Coatue Management an. Außerdem investieren Bain Capital Ventures, Thrive Capital sowie Creandum, Kinnevik, Founders, Stripes, Seedcamp und Alkeon Capital. Mit dem Geld will Pleo mit seinen Firmenspesenkarten im kommenden Jahr in ganz Europa angreifen.

All diese Meldungen unterstreichen einmal mehr, dass Fintech die größte Investitionskategorie in Europa ist. Zwar hat die Corona-Pandemie die Nachfrage nach digitalen Lösungen beschleunigt – doch genau darin liegt eben die Natur von Fintechs. Auch wenn die „Krise als Chance“ eine auf vielen Ebenen unerträgliche Phrase ist, so trifft sie zumindest bei Fintechs doch auf einen wahren Kern. Ein Changemaker ist Corona diesbezüglich allemal, wie sich auch in dieser Woche wieder einmal eindrücklich gezeigt hat. Nun wäre es nur noch wünschenswert, dass die Zahl der Infektionen so schnell sinkt, wie die Zahl der Fundings steigt.

reuters.com, handelsblatt.com, techchrunch.com


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– Fintech-News Deutschland –

Änderungen: Wie finacefwd berichtet, ändert das Hamburger Crowd-Fintech Exporo offenbar gerade sein Geschäftsmodell. Demnach wolle das Start-up bald nur noch als Crowd-Plattform für Immobilien-Invests agieren. Entsprechende Kündigungen soll es bereits gegeben haben. financefwd.com

Einkauf: Das Görlitzer Fintech Niiio kauft den Wettbewerber Patronas Financial Systems und bezahlt den Kaufpreis vollständig mit 6,5 Millionen neuen Niiio-Aktien zu einem Kurs von 1,54 Euro. Die Asset- und Wealth-Management-Plattform erschließt sich durch die institutionellen Investoren eine neue Kundengruppe und geht den Weg zu einer Software-as-a-Service-Plattform für das Asset Management weiter. niiio.finance

Neue Märkte: Das Inkasso-Fintech Troy sichert sich eine nicht näher bezeichnete Finanzierung in zweistelliger Millionenhöhe. Es ist geplant, dass der Investor und strategische Partner Transaction Capital aus Südafrika die Plattform des Unternehmens aus Lippstadt nutzt, um in seinen Heimatmärkten neue Marktsegmente zu erschließen. PM per Mail, financefwd.com

Zusammenarbeit: Solarisbank und Viafintech kooperieren und ermöglichen Fintechs, die mit der BaaS-Plattform zusammenarbeiten so Ein-und Auszahlungen an rund 20.000 Aktzeptanzstellen, darunter Supermärkte und Tankstellen. static.viafintech.de

 

– Fintech-News International –

Angriff: Das deutsch-britische Fintech arbeitet an einer Banking-App für Endkundinnen und orientiert sich dabei offensichtlich an der Erfolgsgeschichte von Square. Neben wichtigen Zukäufen sind aktuelle Stellenausschreibungen und eine erste Version der App erste sichtbare Spuren der ambitionierten Pläne. financefwd.com, sumup.co.uk

Eiltempo: Die brasilianische Neobank Nubank geht erfolgreich an die Börse in New York. Das Start-up verdiente damit etwa 2,6 Milliarden US-Dollar (rund 2,3 Milliarden Euro) und wird nach der Erstnotiz mit rund 40 Milliarde US-Dollar (rund 35,42 Milliarden Euro) bewertet. finextra.com, handelsblatt.com

Unicorn: In einer Series-C-Runde bekommt das französische Fintech Lydia 100 Millionen US-Dollar (rund 88,56 Euro). Die Runde wird vom US-Fonds Dragoneer and Echo Street angeführt. Mit einer Bewertung von über einer Milliarde steigt das Start-up damit in den Kreis der Einhörner auf. Das ehrgeizige Ziel von Lydia ist es, eine Finanz-„Superapp“ für Millennials und die Generation Z zu werden – ähnlich wie WeChat oder Revolut. sifted.eu, techcrunch.com

Kompetenzzentrum: Der niederländische Zahlungsdienstleister Mollie will in Maastricht ein Kompetenzzentrum für Fintech eröffnen. Dort sollen in den kommenden Jahren rund 200 Stellen für Mitarbeitende in den Bereichen Entwicklung, Operations und Customer Experience eingestellt werden. presseportal.de

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– Treffpunkte –

Frankfurt Digital Finance 2022: Start-ups, Wissenschaftlerinnen, politische Entscheidungsträger und viele andere kommen bei der Konferenz zusammen, um Zukunftsthemen wie „Grüne Fintechs“ oder „Investitionen, Skalierung, Finanzierung und Ausstieg in europäischen Fintechs“ zu diskutieren. 2. Februar 2022, Frankfurt

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie im Event-Kalender auf finletter.de. Hier können Sie uns Tipps für Events geben.

 

– Wochenendlektüre –

Problemkind: Zuletzt war bekannt geworden, dass Heymoney von der Allianz keine wirkliche Gefahr für Banken darstellt. Eine Anaylse nimmt nun die Probleme der Multibanking-Apps unter die Lupe. financefwd.com

Ausgebremst: Ramin Niroumand, Gründer und Chef von Finleap beklagt in der „SZ“ den „Aufsichts-Aktionismus“ der Bafin nach dem Wirecard-Skandal. sueddeutsche.de

Erfolgsgeschichte: Die Autorin zeichnet untersucht die Entwicklung von Bitpanda und zeichnet den Weg der Österreicher zum erfolgreichen Fintech nach. faz.net

Neuling: Der Verband deutscher Kreditplattformen startet den Podcast „Fintics – Where Fintech meets politics“. Die Gäste der ersten Folge sind Reinhold Hilbers, Finanzminister des Landes Niedersachen, und Oliver Schimek, Founder und CEO der CrossLend GmbH. Es geht auch um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Fintechs. podigee.io

 

– Meist gelesen im vergangenen finletter –

… war der Text über den „Payment-For-Order-Flow“-Konflikt.

 

– Das Beste zum Schluss –

Fintech meets Social Media: Fintech meets Social Media: In den USA können Tiktok-Nutzende Creatorn bald Trinkgeld geben. Dafür arbeitet der Social-Media-Gigant mit Stripe zusammen. Dafür arbeitet der Social-Media-Gigant mit Stripe zusammen. altfi.com

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