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finletter 354 – Unrentable Neobanken, Digitale Girocard auf dem Weg, Umsatzrückgang bei Robinhood

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Mehr vom finletter-Team

Kennen Sie bereits Deutschlands größte und vielseitigste Fintech-Veranstaltung? Die Fintech Week veranstalten wir das nächste Mal vom 26.–30. September 2022.

Und jetzt Sie:

Unrentable Neobanken

Oft steckt hinter einem Hype weniger, als viele denken. So könnte es nun auch mit einem Branchen-Hype der vergangenen zehn Jahre sein. Denn das Beratungsunternehmen Simon-Kucher & Partners kommt in seinem „Global Neobanking Radar“ zu einem vernichtenden Ergebnis, was Neobanken betrifft. Dafür habe sie sich die Daten von Challenger-Banken auf der ganzen Welt angeschaut.

Demnach arbeiten nur zwei der 25 größten Neobanken weltweit kostendeckend. Insgesamt betreuen rund 400 dieser Start-ups zwar fast eine Milliarde Kundenkonten. Trotzdem schaffen es weniger als fünf Prozent davon über die Gewinnschwelle. Der Großteil der Anbieter erwirtschaftet pro Kunde oder Kundin sogar weniger als 28 Euro Umsatz pro Kunde und Jahr.

Doch die Macherinnen und Macher des Reports sagen nicht nur, was nicht läuft, sondern machen auch mögliche Gründe dafür aus. Demnach expandieren viele Neobanken zu früh auf andere Märkte im Ausland und sind in ihren Angeboten zu ähnlich beziehungsweise zu wenig innovativ. Außerdem unterschätzen viele Anbieter die Komplexität des Banking-Geschäfts mit all der Regulatorik. Hinzu komme auch, dass es an Monetarisierungsstrategien fehle. Ein Punkt, der seht häufig der Fall ist besonders dann, wenn mit einem gebührenfreien Produkt gestartet wird.

Doch gerade die fehlende Monetarisierung sei es laut Christoph Stegmeier, Senior Partner bei Simon-Kucher, die vielen Neobanken dann das Genick breche. ”Der Wechsel von ‚Get Reach‘ zu ‚Get Rich‘ erfordert einen radikalen Bewusstseinswandel, der nicht einfach umzusetzen ist“, sagt er zu finanzbusiness.de. Einen Satz, den sich die Neobanken hierzulande mit ihren schätzungsweise sieben bis acht Millionen Kundinnen und Kunden zu Herzen nehmen sollten – wenn sie nach dem Hype immer noch da sein wollen.

simon-kucher.com (Report auf Anfrage), finanzbusiness.de, it-finanzmagazin.de


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Fintech Week – bist du dabei?

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– Fintech-News Deutschland –

Abschied: Wie finanz-szene.de berichtet, stellt Raisin DS offenbar sein Angebot für Geschäftskunden ein. Demnach betrifft das die Vermittlung von Spareinlagen und die betriebliche Altersvorsorge auf ETF-Basis. Ein Sprecher nannte den Schritt eine „strategische Entscheidung“. finanz-szene.de

Übernahme: Die Schufa verkauft das Fintech finAPI an Yapily. Ein Kaufpreis ist nicht bekannt. Yapily verdoppelt damit seinen Kundenstamm und sieht sich selbst nun als größte Open-Banking-Plattform in Europa. pressebox.de, finacefwd.com

Investition: Das Inbestorennetzwerk 10x Founders hat in das Fintech Tilta investiert. Das Start-up von ehemaligen Finiata-Ggeschäfstführeren will „Buy now, pay later“ (BNPL) für Unternehmen anbieten. finenacefwd.com, startbase.de

Start: Comdirect startet die Social-Trading-App Histocks und will damit eine jüngere Zielgruppe ansprechen. Dabei können Nutzende auch einen Blick in andere Depots werfen und sich mit anderen Traderinnen austauschen. PM per Mail, zebramagazin.de

Auf dem Weg: Die digitale Girocard soll in der zweiten Jahreshälfte Teil des Online-Payments von Giropay werden. Zunächst sollen die Funktion für Kundinnen der genossenschaftlichen Finanzgruppe, dann für die der Sparkassenfinanzgruppe und zuletzt für die von anderen Institutsgruppen ausgerollt werden. tagesschau.de, heise.de

 

– Fintech-News International –

Gewaltiger Umsatzrückgang: Beim Neobroker Robinhood ist der Umsatz im ersten Quartal um ganze 42 Prozent zurückgegangen. Auch die Zahl der monatlich aktiven Nutzenden ist um diesen Wert gesunken. cnbc.com , businessofapps.com

Einhorn: Im Rahmen einer Series-D-Finanzierung, angeführt von KKR, erhält das britische Fintech Paddle 200 Millionen US-Dollar (rund 192,17 Millionen Euro). Das Start-up wird nun mit 1,4 Milliarde US-Dollar (rund 1,35 Milliarde Euro) bewertet und wird damit zum Einhorn. finextra.com, crowdfundinsider.com

Einhorn 2: Im Rahmen einer Serie-C-Runde, angeführt von Valar Ventures, sichert sich die kanadische Digitalbank Neo Financial 145 Millionen US-Dollar (rund 139,32 Euro). Die Bewertung steigt damit auf 785 Millionen US-Dollar (rund 754 Millionen Euro). Weil das über einer Milliarde kanadischer Dollar entspricht, wird das Fintech zum Unicorn. techcrunch.com , businesswire.com


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Wie können Unternehmen ihren Purpose mit den Bedürfnissen ihrer Mitarbeitenden in Einklang bringen? In der neuen GOLDILOCKS-Ausgabe zu New Work suchen wir eine Antwort, u.a. mit Hilfe von Tomorrow, Haspa, Sparkassen Innovation Hub, Deutsche WertpapierService Bank u.v.m. Jetzt im Web lesen – oder unsere kostenlose App herunterladen (iOS | Android).


– Treffpunkte –

Fintech Ladies Berlin @Raisin: Beim Treffen dreht sich alles um die Fusion von Raisin und Deposit Solutions – und darum, wie es gelingen kann aus zwei ehemals erbitterten Konkurenten ein Team zu formen. 16. Juni 18 bis 22 Uhr, Berlin, finletter ist Medienpartner des Events

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie im Event-Kalender auf finletter.de. Hier können Sie uns Tipps für Events geben.

 

– Wochenendlektüre –

Comeback: In den vergangenen Jahren hat der QR-Code sein großes Comeback gefeiert. Nun zeigt eine aktuelle Studie von Juniper Research auch, welch enormes Transaktionsvolumen von Zahlungen der QR-Code schon jetzt und in Zukunft hat. juniperresearch.com

Erholung: Die Insurtech-Übersicht des New Players Network deutet darauf hin, dass die Branche den Corona-Knick überwunden und zudem neue Ansätze und Impulse hat. newplayersnetwork.jetzt

Nutzungsverhalten: Einer Bitkom-Umfrage zufolge haben vor allem Menschen zwischen 18 und 29 Jahren Interesse am Smartphone-Banking. Das Ergebnis für ältere Zielgruppen überrascht entsprechend wenig. heise.de

 

– Meist gelesen im vergangenen finletter –

…war der „FinanceFWD“-Bericht zum Wegzug des Fintechs Pliant in unserem finletter-Aufmacher „Bafin vs. deutsche Fintechs?“.

 

– Das Beste zum Schluss –

Abrechnung: Die Hamburger Neobank Tomorrow hat die Zusammenarbeit mit Fynn Kliemann mit deutlichen Worten beendet. In einer Stellungnahme nannte sie die Vorwürfe gegen den Influencer „gesamtgesellschaftlich bitter“, da ein Generalverdacht von ‚Wohlfühl-Kapitalismus‘ und ‚Greenwashing‘ vielen Projekten und Bewegungen schade. Kliemann wird vorgeworfen bei Masken-Deals betrogen zu haben. businessinsider.de

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