finletter 115 – 1822Mobile, Yomo, N26, Monese

Die Woche der Mobile-Banken

Am Ende war die Konkurrenz aus den eigenen Reihen schneller: Wenige Wochen vor dem offiziellen Start von Yomo, dem Digitalkonto aus der Sparkassengruppe, hat die Sparkassen-Tochter 1822direkt überraschend ein eigenes Angebot auf den Markt gebracht. Unser Kollege Tobias Baumgarten hat es entdeckt und für das „IT Finanzmagazin“ getestet. Sein Urteil: eine gute App mit viel Luft nach oben. 1822Mobile erhöhe nun „den (ohnehin großen) Druck auf das Yomo-Projekt der anderen Sparkassen“, schreibt er. Das will im Juli die geschlossene Betaphase beenden. Unabhängig voneinander – aber beide unter Aushebelung des bislang unantastbaren Regionalprinzips der Sparkassen – antworten die beiden Projekte mit ihren kostenlosen Girokonten auf den Herausforderer N26. Der hat jedoch einen deutlichen Vorsprung: Er hat bereits mit kostenpflichtigen weiteren Produkten auf die Finanzierungsproblematik reagiert. Jüngst übrigens mit einem Schritt in Richtung Versicherung: In Kooperation mit dem Insurtech Clark entsteht „N26 Insurance“. Damit sollen Kunden den Überblick über ihre Policen behalten und Forderungen an ihre Versicherungen digital stellen können. Die wohl größte Herausforderung für alle deutschen Anbieter kommt allerdings noch: Das erfolgreiche Londoner Fintech Monese hat gerade bekanntgegeben, nach Kontinentaleuropa zu expandieren. Auf Nachfrage bestätigte uns das Unternehmen auf Twitter, bald auch in Deutschland verfügbar zu sein.

IT Finanzmagazin (1822-Test), Handelsblatt (1822 und Yomo), Cash Online (N26 und Clark), Techcrunch, Twitter (Monese)


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Blockchain verstanden? Ob CEO oder Praktikant: jeder möchte mitreden. Doch haben Sie’s wirklich verstanden? Wir haben die Technologie der Zukunft für sie auseinandergenommen und Stück für Stück wieder zusammengesetzt. Hier entlang zum ersten Teil.


– Fintech-News Deutschland –

SevenVentures veräußert Auxmoney-Anteile: Das Prinzip Media-Leistung gegen Unternehmensbeteiligung hat sich für die ProSiebenSat.1-Tochter gelohnt. Sie konnte ihre Anteile an insgesamt 16 Start-ups gewinnbringend an den US-Investor Lexington Partners verkaufen. Internetworld, Deutsche Startups

IBM entwickelt „Digital Trade Chain“: Sieben europäische Banken, darunter die Deutsche Bank, haben den Konzern damit beauftragt, eine Handelsplattform auf Blockchain-Basis zu entwickeln. IT Finanzmagazin

Daimler testet Blockchain-Schuldverschreibung: Satte 100 Millionen Euro hat sich der Konzern mittels Blockchain-Technologie von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und anderen Banken geliehen. Gemeinsam mit der LBBW wolle man noch weitere Experimente starten, heißt es aus dem Vorstand. Pressemitteilung

Apropos LBBW: Die Landesbank will agiler werden und hat einen Think-Tank eingerichtet, in dem einem Bericht zufolge „20 junge Mitarbeiter“ über die digitale Zukunft nachdenken. Stuttgarter Nachrichten

Wefox wird zum digitalen Versicherer: Das Start-up will nicht länger reiner Vermittler sein, sondern mit der neuen Schwesterfirma One Hausrat- und Haftpflichtversicherungen anbieten. Wirtschaftswoche, Gründerszene

Hochschule Mittweida eröffnet Blockchain-Institut: Das „Blockchain Competence Center Mittweida“ soll unter anderem helfen, neue Studiengänge zu entwickeln, die Fachkräfte im Bereich Blockchain ausbilden. Pressemitteilung

Bilendo sichert sich siebenstelliges Investment: Altinvestor Bayern Kapital steckt ein stolzes Sümmchen in das Münchener Fintech. Pressemitteilung

Capnamic Ventures stellt 115 Millionen für deutsche Start-ups bereit: Der Wagniskapitalgeber, der auch in Fintech und Insurtech investiert, legt einen neuen Fonds auf. Das Geld stammt unter anderem von etablierten Finanzinstituten. t3n, Deutsche Startups

Warburg Bank plant digitale Vermögensverwaltung: Mit dem „Warburg Navigator“ sollen Kunden der Hamburger Bank ihr Vermögen digital im Blick haben und auf kurz oder lang auch ein personalisiertes Portfolio anlegen können. Das Produkt entsteht in Kooperation mit Elinvar aus dem Hause Finleap. Das Investment

FinTecSystems legt neuartiges Produkt auf: Anstatt nur die Kontodaten des Kunden auszulesen, bietet das Unternehmen mit accourate now jetzt auch die Auswertung der Bonität als Dienstleistung an. accourate.io

– Fintech-News International –

Visa investiert in schwedisches Fintech-Unicorn Klarna: Details gab das Unternehmen nicht bekannt. Business Insider, Finextra

Tokio lädt zum „Fintech Business Camp Tokyo“: So eine Art Accelerator soll es werden und fünf nicht-japanische Unternehmen können dabei sein. Bewerbungen werden bis zum 14. Juli angenommen. Website

 

– Jobs der Woche –

Senior Level: Die DKB sucht jemanden, der um die Ecke denkt und innovative Projekte umsetzen und leiten kann. Interesse, „Innovation Expert“ in Berlin zu werden? Mehr erfahren

Die Stellenangebote in dieser Kategorie stammen aus der Fintech-Jobbörse von finletter und werden nach rein redaktionellen Kriterien ausgewählt. Mehr Angebote finden Sie hier.

 

– Treffpunkte –

Between the Towers: Agiles Arbeiten ist Thema der Sommer-Ausgabe der Veranstaltungsreihe. Finplicity, Cogia und Community Life werden präsentieren. 4. Juli, Frankfurt am Main. Event-Website

Konferenz für Finanztechnologie: Wie Banken, Versicherer, Start-ups und Investoren von Kooperationen profitieren, fragt die Fintech-Konferenz des „Bankmagazin“. 13. September, Frankfurt am Main. Event-Website

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie im Veranstaltungskalender auf finletter.de.


– Wochenendlektüre –

Auf den Goldrausch folgt der Kater: Tobias Baumgarten wirft in seiner aktuellen „About Fintech“-Kolumne einen kritischen Blick auf den Boom der Initial Coin Offerings. finletter

Studienalarm: Immerhin die Hälfte der Versicherungswirtschaft blickt optimistisch in die Zukunft. Laut einer aktuellen PWC-Umfrage unter fast 200 Versicherern in 30 Ländern geben 56 Prozent (Vorjahr: 48 Prozent) an, dass sie nicht mehr als 20 Prozent Marktanteil an die neue Insurtech-Konkurrenz verlieren werden. Studie, FAZ.net

Listenalarm: CBS Insights hat die 250 spannendsten aufstrebenden Fintech-Unternehmen der Welt identifiziert. Auf der Liste sind aus Deutschland unter anderem alte Hasen wie Auxmoney, Kreditech und figo, aber auch Neulinge wie Zeitgold. cbinsights.com

Cash oder Karte beim Hurricane-Festival: Inge Seibel hat für finletter das bargeldlose Bezahlen auf dem Hurricane-Festival getestet – mit gemischtem Ergebnis. finletter

Risiko durch Fintech-Boom? Das Financial Stability Board (FSB), initiiert von den G20, hat im Vorfeld des Gipfels in Hamburg das Thema Fintech untersucht und eine Liste mit Risiken erstellt. Die „NZZ“ beschreibt das Ergebnis am Besten: „Der FSB sieht keine zwingenden Risiken für die Finanzstabilität [durch Fintech, Anmerkung der Redaktion].“ Doch: „Mit einer solchen Feststellung begnügt sich aber kaum je ein Regulator, schließlich gilt es, dir eigene Existenz zu legitimieren.“ NZZ, Bericht (PDF)

Auf wen wirkt sich PSD2 wie aus? Miriam Wohlfahrt, Geschäftsführerin des Fintechs Ratepay, erklärt die EU-Richtlinie und schaut sich unter anderem an, was sich für Kunden ändert. Welt.de

 

– Meist gelesen in der letzten Woche –

…war ein Comic über Disruption. Der Bank Blog

 

– Das Beste zum Schluss –

Beginners‘ Guide to Fintech: Wir haben eine Fintech-Übersicht für Deutschland erstellt – mit Definitionen, Statistiken und Einschätzungen zur Marktentwicklung. finletter


Korrekturhinweis: Das Start-up Elinvar bat darum, klarzustellen, dass sie eine integrierte und keine Whitelabel-Lösung seien. Jedem Kunden, so auch der Warburg Bank, werde eine individuelle Lösung bereitgestellt. Wir haben das im Text angepasst.

Carolin Neumann

2 Kommentare

  1. „Unabhängig voneinander – aber beide unter Aushebelung des bislang unantastbaren Regionalprinzips der Sparkassen – antworten die beiden Projekte mit ihren kostenlosen Girokonten auf den Herausforderer N26. “ bei yomo wird das Regionalprinzip nicht ausgehebelt. Es wird basierend auf der Postleitzahl die nächste Sparkasse vorausgewählt.

    1. „Es wird basierend auf der Postleitzahl die nächste Sparkasse vorausgewählt.“ – Ganz genau! Und da nur zehn Sparkassen angeschlossen sind, und nicht alle, wird das Regionalprinzip ausgehebelt.

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