finletter 121 – Instant Payment, Sparkassen-Robo, Bitcoin

Instant Payment – das nächste große Ding?

Von November an soll für Instant Payments ein europaweit einheitlicher Rechtsrahmen gelten. Laut Michael Kemmer, Chef des privaten Bankenverbands BdB, könnte die Schnellüberweisung “die Zahlungswelt revolutionieren”, wie er diese Woche in einem Interview sagte. Denn: “Die Überweisung in Sekunden könnte ein Ersatz für Bargeldzahlungen werden.” Ähnlich euphorisch äußerte sich Michael Steinbach, CEO des Payment-Abwicklers EquensWorldline, in der “Börsenzeitung”. Instant Payment könne das Ende der Girocard bedeuten, meinte er. Hintergrund: Bislang werden Überweisungen erst am nächsten Bankarbeitstag gutgeschrieben. Beim Instant Payment hingegen soll das Geld  innerhalb von zehn Sekunden auf dem Konto sein. Ausgelöst wird die Zahlung entweder per Online-Banking oder mit dem Smartphone.

Süddeutsche Zeitung/dpa, Börsenzeitung

– Fintech-News Deutschland –

Sparkassen starten 2018 mit Robo-Advisor: Der „Bevestor“ der Deka soll als White-Label-Lösung in die Filialen der öffentlich-rechtlichen Institute kommen. Für Q1 ist eine Pilotphase geplant, ab Sommer wollen die Sparkassen den Robo dann bundesweit einführen (siehe auch unten). Fondsprofessionell

„Breitenregistrierung“ für Paydirekt hat begonnen: Mit der umstrittenen Maßnahmen wollen die Sparkassen die Nutzerzahlen pimpen. Die “Welt” spricht von “Zwangsbeglückung”, auch Verbraucherschützer Niels Nauhauser übt Kritik. Er sieht das „Selbstbestimmungsrecht“ der Kunden gefährdet. Welt, IT-Finanzmagazin, Nauhauser-Tweet  

Hypoport steigert Umsatz um 30 Prozent: Der Baugeld-Vermittler entpuppt sich mehr und mehr als deutsches Vorzeige-Fintech. An der Börse ist Hypoport jetzt schon eine dreiviertel Milliarde wert. Immobilien-Zeitung, Cash, Aktienentwicklung

Konjunkturprogramm für Fino und Finreach? Die Kontowechsel-Services könnten noch mehr zu tun bekommen. Denn selbst die erste Sparda-Bank erhebt jetzt Gebühren. FAZ

Peinliche Panne bei Fidor: Kunden der Fintech-Bank hatten vorübergehend Einblick in fremde Konten. Fidor sagt, dass Problem sei binnen 45 Minuten gelöst worden. Handelsblatt

Billie kooperiert mit Wirecard: Der Münchner TecDax-Riese unterstützt das Berliner Start-up bei der Digitalisierung von Zahlungsprozessen. Pressemitteilung

Verbraucherschützer kritisieren Getsurance: Im Juni startete das Berliner Insurtech seine digitale BU-Versicherung. Die Verbraucherzentrale Hamburg zeigt sich von dem Angebot wenig begeistert. Pfefferminzia

 

– Fintech-News International –

Ein Bitcoin ist jetzt rund 3500 Dollar wert …: Trotz Spaltung hat der Kurs der Krypto-Währung in den vergangenen drei Wochen um rund 90 Prozent zugelegt. FAZ, Wired, NZZ

… und Coinbase ist jetzt rund 1,6 Milliarden Dollar wert: Die Kryptogeld-Börse hat eine weitere Finanzierung über 100 Millionen Dollar eingeheimst. TechCrunch 

Chinesische Fintechs werden nun behandelt wie Banken: Die Zentralbank in Peking reagiert auf das steile Wachstum der heimischen Finanz-Start-ups – und unterwirft sie derselben Risikoüberwachung wie normale Banken. China Post, Wall Street Journal (Paid)

Bank schluckt Fintech? Nein, umgekehrt! Das britische Start-up Tandem nimmt den Kataris die defizitäre Harrods Bank ab. TechCrunch

 

– Jobs der Woche –

Senior Level: Die Berliner Fintech-Bank N26 hält Ausschau nach einem “Art Director / Head of Marketing Brand Design”. Mehr erfahren

Senior Level:  Der Online-Broker Comdirect mit Sitz in Quickborn sucht einen Abteilungsleiter für den Bereich “Design Online & Offline”. Mehr erfahren.

Die Stellenangebote in dieser Kategorie stammen aus der Fintech-Jobbörse von finletter und werden nach rein redaktionellen Kriterien ausgewählt. Mehr Angebote finden Sie hier.

 

– Treffpunkte –

Fintech Week Hamburg: Inzwischen stehen 20 der insgesamt 40 Veranstaltungen fest, Interessierte können sich ab sofort für die Teilnahme anmelden. 6.-12. November, Hamburg. Event-Website

Blockchain 2.0: Analysen, Strategien, Rechtliche Rahmenbedingungen“: Was müssen Banken bei der “Block-Kette” (aufsichts-)rechtlich alles bedenken? 26. September, Köln. Event-Website

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie im Veranstaltungskalender auf finletter.de.

 

– Wochenendlektüre –

„300 unterschiedliche Robo-Modelle“: Passend zur „Bevestor“-Meldung (siehe oben) prophezeit Ralf Heim, Chef des Technologiedienstleisters Fincite: Jede Bank, jeder Versicherer und jeder Asset Manager hat demnächst seinen eigenen Robo (oder gleich mehrere). Das Investment

Das sind die größten digitalen Vermögensverwalter der Welt: Als erster unabhängiger Robo-Advisor hat Betterment die 10-Milliarden-Dollar-Marke erreicht. Finews zeigt, wer sonst schon Milliarden verwaltet. Finews

„Die sieben Todsünden der Digitalisierung“: Zum Abschluss seiner Artikelserie knöpft sich Fintech-Experte Jochen Siegert nochmal die Banken vor. Sein Kritikpunkt: Die Institute machen zu viel „In-house“. Paymentandbanking

[Gesponsorter Beitrag] Wer sein Vermögen mehren will, muss zunächst seinen Bestand überschauen. Dies ist nicht trivial, aber wichtig, um bessere Anlageentscheidungen treffen zu können. ownly.de/fachinformation/article/erst-ganzheitliche-vermogensubersicht-ermoglicht-eine-gute-vermogensallokation/

API ante portas: Anfang Januar tritt PSD2 in Kraft. Falls Sie beim dem komplexen Thema den Überblick verloren haben – hier bekommen sie ihn zurück IT-Finanzmagazin

“Digitaler Stillstand since 1980”: Maik Klotz, Payment-Experte mit Sinn für steile Thesen, stellt dem deutschen Online-Banking ein Armutszeugnis aus. Paymentandbanking

Initialzündung: Die „Initial Coin Offerings“ sind seit Monaten ein Aufregerthema. Blockgeeks erklärt, wie die Krypto-Kapitalbeschaffung funktioniert (wenn sie denn funktioniert …). Blockgeeks

Reiches Land, kaum noch Geld: Das „Handelsblatt“ beschreibt Schwedens Weg zur cashlosen Gesellschaft. Handelsblatt (Paid)

 

– Meist gelesen in der letzten Woche –

… war die Meldung über den Robo-Advisor der Comdirect. T-Online

 

– Das Beste zum Schluss –

„Die Fintechs lassen sich von den Banken domestizieren“: Das zumindest behauptet Wirtschaftswoche-Redakteur Mark Fehr. Wirtschaftswoche

Heinz-Roger Dohms

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