finletter 132 – Amazon und Bitcoin, N26, Deutsche Bank

Lässt Amazon den Bitcoin zu?

Macht Amazon den Bitcoin als Zahlungsmittel möglich oder nicht? Das ist hier die Frage. Denn seit Wochen bereits kursieren die Gerüchte, dass der amerikanische Handelsriese die Kryptowährung akzeptieren will. Laut Medienberichten sollen sich die Anzeichen dafür mehren, ohne dass bisher eine Bestätigung aus Seattle zu hören war. Aber auch keine Dementi. Mehrere Experten aus dem kalifornischen Silicon Valley wie Großinvestor James Altucher prognostizieren eine baldige Einbindung von Bitcoin als Zahlungsmittel bei Amazon. Für die weltgrößte Kryptowährung, in der inzwischen fast 100 Milliarden Dollar investiert sind, wäre das ein Meilenstein. Amazon wäre damit der erste große Online-Händler neben Overstock.com, einem Internethändler rund um das Thema Wohnen, der Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptiert. Gegenüber der „Welt“ erklärte das Unternehmen lediglich, „keine Ankündigung gemacht“ zu haben. Man wolle sich zu neuen Produkten oder Services erst äußern, „wenn sie für unsere Kunden nutzbar sind“. Bis dahin sehe das Unternehmen davon ab, sich „an etwaigen Spekulationen zu beteiligen“. Auch die mit Spannung erwartete Vorstellung der Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2017 in der Nacht auf Freitag brachte kein Licht in das Dunkel. Es war erwartet worden, dass sich Amazon zu diesem Thema äußern würde.

Welt, Business Insider, n-tv, Der Aktionär, Amazon-Quartalszahlen


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– Fintech-News Deutschland –

Deutsche Bank plant eigene „Digitalbank“: Ende 2018 soll ein Angebot für „junge, digital affine Kunden“ an den Start gehen. Nach N26-Vorbild wird das Kernstück laut „Süddeutsche Zeitung“ ein kostenloses Girokonto. Süddeutsche Zeitung

N26 will in die USA: Die Smartphone-Bank will ab Mitte 2018 in den US-Markt eintreten und Kunden dort ein Girokonto mit Karte, Überweisungen, Barabhebungen sowie einem speziellen Kundenbindungsprogramm anbieten. Nach Angaben des Berliner Start-ups können sich US-amerikanische Kunden ab sofort in eine Warteliste eintragen. Handelsblatt, Wiwo, Techcrunch

Sparkassen investieren in Paydirekt: Die Sparkassen wollen den Bezahldienst mit erheblichen finanziellen Mitteln ausstatten. Geplant ist ein Zuschuss in Höhe von 300 Millionen Euro, wovon die Sparkassen-Finanzgruppe ein Drittel selber übernehmen würde. Süddeutsche Zeitung, Gründerszene

Fidor-Verkauf: Recherchen von „Finanz-Szene“ zufolge sind in das 2003 zunächst als Kölsch Kröner & Co. AG gegründete Start-up insgesamt rund 100 Millionen Euro geflossen. Wenn die Rechnung stimmt, dann gehört Fidor zu den bislang größten Exits deutscher Fintechs überhaupt. Finanz-Szene

Deutsche Bank investiert in Dwins: Die Deutsche Bank engagiert sich für eine hohe fünfstellige Summe mit rund 25 Prozent am Fintech Dwins. Damit tätigt die Großbank das erste Investment für den neuen Wagniskapitalfonds der Privatkundensparte. Handelsblatt, Gründerszene (Hintergrund)

Naga Group plant Riesen-ICO: An der Börse ist es schon. Nun kündigt das Hamburger Fintech vollmundig an, in einem „Initial Coin Offering“ Anteile im Wert von bis zu 220 Millionen US-Dollar zum Start einer eigenen Naga Krypto-Börse herauszugeben. Unternehmensmitteilung, finletter (Hintergrund zu ICOs)

Sparkasse sucht Tester für VertragsCheck: Der Sparkassen Innovation Hub (S-Hub), das Innovationslabor der Star Finanz GmbH, sucht derzeit Betatester für die Konto-App VertragsCheck. Sie identifiziert automatisch Abos, Verträge und Versicherungen auf Basis derr Kontobewegungen, listet sie kategorisch auf und kündigt diese auf Wunsch. S-Hub-Website

„t3n“-Macher und Figo-Gründer investieren in Penseo: André Bajorat, Gründer und Geschäftsführer von Figo, sowie Andreas Lenz, Geschäftsführer des „t3n“-Magazins, der über die bootbird Ventures GmbH involviert ist, investieren in das Altervorsorge-Start-up Penseo. Gemeinsam haben sie 100.000 Euro und jede Menge Know-how eingebracht. Hamburg Startups, t3n

Holtzbrinck Ventures investiert in Börsen-App Bux: Die 10,6-Millionen-Euro-Runde wird angeführt von Altinvestor Holtzbrinck Ventures. Insgesamt hat das 2014 gegründete Start-up nun fast 20 Millionen Euro Risikokapital erhalten. Wiwo Gründer, Pressemitteilung, Handelsblatt

Okiko zieht in den Retailtech Hub: Das Trierer Unternehmen Okiko, ein Konto und Shopping-Nanny für Minderjährige, zieht in den Retailtech Hub, den neuformatierten Accelerator der Handelskette MediaMarktSaturn. Das dreimonatige Programm setzt auf ein gemeinsames Pilotprojekt mit MediaMarktSaturn und weiteren Handelspartnern. Deutsche Startups

 

– Fintech-News International –

JP Morgan kauft Wepay: JP Morgan hat die Übernahme der Softwarefirma Wepay bekannt gegeben. Damit will die größte US-Bank das rund vier Millionen kleine Unternehmen besser in den hauseigenen Zahlungsverkehr integrieren. Wiwo, Handelsblatt, WSJ (Paywall)

Paypal und Facebook kooperieren: Zahlungen zwischen US-Nutzern des Facebook Messengers können ab sofort auch über Paypal abgewickelt werden. Noch ist der Markt im Vergleich zu China gering, dennoch ist Potential da. Schließlich zählt Facebook monatlich rund 118 Millionen Nutzer. Die Chancen stehen gut, ein umfassendes Messenger-Zahlungs-System zu etablieren. Futurezone, Der Aktionär

Scalable Capital erweitert Angebot in Österreich: Seit Juli 2016 ist das Unternehmen in Österreich aktiv. Um das Wachstum weiter zu beschleunigen, stehen den Kunden ab sofort ein veränderter Anmeldeprozess, ein Kundenservice mit lokaler Rufnummer und ein österreichisches Steuer-Reporting zur Verfügung. Das Investment, Fond Online

Payment21 bekommt Finma-Lizenz: Als erstes Schweizer Unternehmen hat Payment21 eine Lizenz für den Betrieb eines Bezahlsystems für Kryptowährungen von der Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) bekommen. Es bietet ein Bitcoin-Zahlungssystem für Onlinehändler und Finanzdienstleister an. Netzwoche

Bye bye Hongkong: Die Hongkonger Börse, die drittgrößte Asiens nach Handelsvolumen, folgt ihren Wettbewerbern in Tokio, Singapur und London und schließt zu Ende des Monats ihr Börsenparkett. Der Aktienhandel wurde computerisiert. Wiwo

Jetzt gibt es schon Bitcoin-Gold: Schon wieder trennt sich ein neues Kryptogeld-Projekt vom Urvater. Bitcoin Gold will das Mining mit Grafikkarte wieder möglich machen. Bislang hat die Abspaltung aber noch keinen eigenen Block erzeugt, es soll wohl noch bis zum November dauern. Heise, Der Aktionär, Handelsblatt

 

– Treffpunkte –

Wie digital sind Europas Banken? Fragt die ZEB im Rahmen der Fintech Week Hamburg und stellt eine hauseigene Studie zum Thema vor. 8. November, Hamburg. fintechweek.de

Payment Summit: Alles zum Thema Payment im Online-Handel erfahren Teilnehmer auf dem Payment Summit in Hamburg. 8. November, Hamburg. Event-Website

Der digitale Versicherer – kommt! Der Alsterspree-Verlag und die Hamburg School of Business Administration laden Finanzexperten zu einem Blick hinter die Insurtech-Kulissen ein. 8. November, Hamburg. fintechweek.de

Kongress des Innovationsforums Blockchain: Das Innovationsforum Blockchain will dem Mittelstand bei bei der Implementation von Blockchain-basierten Lösungen helfen. Es gibt Workshops in den Gebieten Logistik, Energie und Finanzen. 14. und 15 November, Hamburg. Website des Innovationsforum Blockchain

– Gesponserter Beitrag – Finaltag der FinTech-Days 2017 in Stuttgart: Bühne frei für sieben junge Unternehmen aus der Banken- und Versicherungsbranche beim FinTech-Pitch am 11. Dezember. Jetzt bewerben! get-finnovative.de

Money Tech: Auf dem eintägigen Event in der Schweiz treffen sich Vertreter großer, internationaler Fintech-Unternehmen und sprechen über die Zukunft der Branche, 15. November, Zürich. Event-Website

23. Handelsblatt Jahrestagung – Banken-Technologie: Banken als intelligente und agile Player in den Ökosystemen der Zukunft. 5. und 6. Dezember, Frankfurt. Event-Website

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie im Veranstaltungskalender auf finletter.de.


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– Wochenendlektüre –

Wir müssen über Voice reden, meint finletter-Kolumnist Tobias Baumgarten. Ganz so zukunftsträchtig findet er Amazon Alexa und Co. nämlich gerade noch nicht und gerade beim Thema Finanzen gibt es einige Baustellen. finletter

Goldman Sachs findet Frankfurt super: Goldman Sachs verlegt wegen des Brexits zusätzliche Mitarbeiter nach Frankfurt – und Konzernchef Lloyd Blankfein freut sich darüber, mehr Zeit am Main verbringen zu dürfen. Andere Banken wollen auch in die Stadt. Manager Magazin, Handelsblatt, Börsen Zeitung, Deutsche Welle

Neuer Podcast: André M. Bajorat, Miriam Wohlfarth und Joel Kaczmarek behandeln im „Fincast“ den Status Quo der Fintech-Szene, die wirtschaftlichen Strukturen und staatlichen Regulierungen, die Wettbewerbssituation sowie zentrale Aspekte des nationalen Ökosystems. Digital Compact

Standortvorteil Schweiz: Mit dem Ende des Bankgeheimnisses hat die Schweiz gegenüber dem Ausland einen ganz wichtigen Standortvorteil verloren. Nun könnten die Kryptowährungen dem hiesigen Finanzplatz zu neuer Bedeutung verhelfen. Finews.ch

Offene Machtkämpfe bei Tezos: Das Schweizer Unternehmen Tezos sammelte in einem ICO 232 Millionen Dollar ein. Nie zuvor war mit einem ICO so viel Investorengeld eingesammelt worden. Nun hat das Management von Tezos mitgeteilt, dass das Projekt zum Stillstand gekommen ist – die Macher streiten öffentlich ums Geld. Gründerszene, Deutsche Wirtschafts Nachrichten, Handeslblatt

Studienalarm: Fast 47 Prozent der deutschen Unternehmen prüfen derzeit den Einsatz der Blockchain-Technologie im eigenen Haus, 21 Prozent arbeiten schon an entsprechenden Prototypen. Aber: Laut einer Studie halten nur sieben Prozent der Fach- und Führungskräfte die Technologie derzeit für marktreif. t3n

 

– Meist gelesen in der letzten Woche –

…war die Meldung über den Fintech-Company Builder Finconomy in München. Gründerszene

 

– Das Beste zum Schluss –

Wenn sich einer mit Finanzschwindel auskennt, dann er! Jordan Belfort, seines Zeichens Zockerikone und „Vorbild“ des „Wolf of Wall Street“, saß 22 Monate wegen Geldwäsche und Wertpapierbetrugs im Gefängnis. Jetzt warnt ausgerechnet er vor ICOs und bezeichnet den Hype als den „größten Betrug aller Zeiten“. Financial Times (Paywall), t3n, Manager Magazin

Christina Cassala

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