finletter 136 – EU-Bankenaufsicht, WeChat, Paypal

EU-Bankenaufsicht nun doch nicht nach Frankfurt

Die Hoffnungen Deutschlands waren groß, den Zuschlag für die EU-Bankenaufsicht (EBA) zu erhalten. Die Behörde muss wegen des Brexits ihren bisherigen Sitz in London aufgeben. Als möglicher Standort auf dem Festland war Frankfurt als Bankenstadt und Sitz der EZB lange im Rennen. Frankfurt schied in der zweiten Abstimmungsrunde aus. Nach einer Pattsituation zwischen Dublin und Paris entschied das Losverfahren für die Stadt an der Seine. Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde wurde am 1. Januar 2011 gegründet. Hauptaufgabe ist die Schaffung einheitlicher Regeln für den EU-Bankenmarkt. Die Behörde beschäftigt rund 170 Mitarbeiter. “Die EBA hätte den Finanzplatz um einen weiteren Mosaikstein bereichert und die bestehenden Strukturen mit der unmittelbaren Nähe zur Europäischen Zentralbank und der Versicherungsaufsicht EIOPA sinnvoll ergänzt”, sagte Volker Bouffier im Nachgang der Entscheidung. FAZ , Spiegel Online, Süddeutsche Zeitung


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– Fintech-News Deutschland –

WeChat kommt nach Deutschland: Chinas Internetkonzerne expandieren mit Macht nach Europa. Am Münchner Flughafen können Kunden bald mit der Bezahl-App des chinesischen Chatdienstes WeChat einkaufen. Wirtschaftswoche, Wired

Doch kein Voice-Banking?: Amazon hat in den vergangenen Tagen erkennen lassen, „vorerst keinen entsprechenden ‚Banking Skill‘ auf seiner Sprachassistenz-Plattform Alexa zuzulassen. Voice-Banking ist eine große Zukunftsvision der deutschen Bankenbranche. Finanz-Szene

Innovestment ist insolvent: Die Crowdinvesting-Plattform Innovestment ist insolvent. Zuletzt suchte Innovestment sein Heil im Segment Private Placements. Schon im Sommer kündigte das Unternehmen an, dass es keine weiteren Crowdinvesting-Deals geben werde. FAZ

Scalable ist 150 Millionen Euro wert: Nach dem Einstieg des US-Vermögensverwalters Blackrock gehört Scalable Capital – das geht aus Berechnungen von „Finanz-Szene.de“ hervor – zu den wertvollsten deutschen Fintech-Startups. Finanz-Szene.de

Fünf deutsche Fintechs unter den Fintech 100: Mit Kreditech, Solaris Bank und Spotcap zählen drei deutsche Unternehmen zu dem Top 50, Clark und Raisin landeten auf Plätzen der Emerging Stars. Jährlich präsentieren die KPMG und die Fintech-Invest­ment­gesell­schaft H2 Ventures die Ergebnisse. Download

CashCape prüft Bonität: Das junge Frankfurter Fintech CashCape verspricht seinen Nutzern „in wenigen Minuten einen fairen Kredit”. Innerhalb von Sekunden bekommen die Antragsteller auf der Basis einer Analyse, die auf Kontodaten und soziodemographischen Faktoren des Kunden basiert, eine Kreditzu- oder -absage per App. Deutsche Startups

BGH weicht PayPal-Käuferschutz auf: Bei einem Internet-Einkauf über PayPal hat im Streitfall nicht der Online-Bezahldienst das letzte Wort. Verkäufer können den Kunden trotz PayPal-Käuferschutzes später auf Zahlung verklagen, entschied der Bundesgerichtshof. Zeit Online, Handelsblatt

 

– Fintech-News International –

Bitcoin-Regulierung: In der Euro-Zone wird jetzt über eine stärkere Regulierung des Cybergelds gesprochen. Neben China schränkt auch Russland mittlerweile den Zugang zu Bitcoins ein. Handelsblatt

Visa startet B2B Connect: Kreditkartengesellschaft Visa hat die Testphase seines auf der Blockchain basierenden Zahlungsdienstes B2B Connect eingeleitet. Die Plattform soll Direktzahlungen zwischen einzelnen Unternehmen effizienter, sicherer und transparenter machen. BTC Echo

Erste Bank bringt Mastercard fürs Handy: Erste Bank und Sparkassen führen in Österreich eine mobile Kreditkartenlösung ein. Die von der Bankengruppe selbst ausgegebene Mastercard kann ab sofort als rein digitale Version in der Banking-App George Go aktiviert werden – bis 25 Euro entfällt die PIN-Eingabe. Futurezone

Blockchain-Identität für Zug: Als Hauptort des schweizerischen „Crypto-Valley” bietet die Stadt Zug nun eine Blockchain-basierte digitale Identität für die Einwohner der Stadt an. Heise, Pressemitteilung

Paypal integriert Acorn: Paypal ist zwar besser bekannt als digitaler Zahlungsdiensleister aber mit der der Integration der App Acorn ermöglicht das Unternehmen ab sofort auch Micro Investments. Finextra

 

– Treffpunkte –

Blockchain-Forum: Tagung für Führungskräfte von Volks- und Raiffeisenbanken zu aktuellen Trends der Blockchain-Technologie, 27. November, Mittweida. Hochschulseite

Fachkongress zum Thema Nachhaltigkeit und Finanzwirtschaft: Unter dem diesjährigen Titel „Sustainable Finance – für eine zukunftsfähige Wirtschaft und Gesellschaft” werden mit führenden Experten aus Praxis und Wissenschaft aktuelle, praxisrelevante Entwicklungen und Good Practice Beispiele erörtert. Dies geschieht in einer Mischung aus Impulsvorträgen, Paneldiskussionen und Workshops, 29.-30. November, Frankfurt. Eventseite

Founders Unscripted: Maximilian Tayenthal, als Gründer von N26 einer der erfolgreichsten Fintech-Unternehmer, nimmt im Interview-Sessel Platz, 30. November, Berlin. Eventbrite

FinTech-Days am Finanzplatz Stuttgart: Zum zweiten Mal laden Stuttgart Financial, die Börse Stuttgart, die L-Bank und VentureZphere zu den FinTech-Days ein. Unter dem Motto „get innovative” kommen Vertreter von Finanzdienstleistern, Fintechs, Insuretechs und sonstige Interessierte an der Fintech-Branche zusammen, 8.-12. Dezember, Stuttgart. Eventseite

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie im Veranstaltungskalender auf finletter.de.


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– Wochenendlektüre –

Robo Advisors sind nicht am Ende: Liqid-Co-Founder und CEO Christian Schneider-Sickert hält nichts vom  Abgesang der Robo Advisor. So verfügten Banken zwar zweifellos über ungleich mehr Bestandskunden als ihre digitalen Wettbewerber, seien aber nicht in der Lage, neue und vor allem junge Kunden auf zeitgemäße und kostengünstige Art zu gewinnen.  finletter

Aufholjagd der Banken bei Instant Payments: Um den innereuropäischen Überweisungsvorgang zu beschleunigen, wird nun eine neue europaweite Infrastruktur aufgebaut – zumindest für einige Bankkunden. Am vergangenen Dienstag starteten in Europa Überweisungen in Echtzeit, sogenannte Instant Payments. Überweisungen bis 15.000 Euro sollen nicht mehr einen Tag, sondern jederzeit maximal noch zehn Sekunden dauern. Banken hoffen, dass der Echtzeittransfer auch als Schutz vor Konkurrenten aus der Technologie-Branche fungiert. Süddeutsche Zeitung

Banken sind sich uneins: Der Bitcoin-Kurs explodiert und entzweit die Banken. Während die Deutsche Bank vor der Kryptowährung warnt, steigt das US-Institut JP Morgan ein.  Handelsblatt, Börse Online

Braucht es ein ICO-Gesetz? Aktuell entsteht der Eindruck, dass in der Start-up-Szene die Beschaffung von Risikokapital über Initial Coin Offerings (ICO) mit vergleichsweise geringem Aufwand den traditionellen Initial Public Offering (IPO) immer mehr verdrängt. Ein ICO-Gesetz ist dafür nicht zwingend notwendig, da mit den bestehenden Gesetzen eine Handhabung möglich ist, sofern eine klare Einordnung erfolgt. Allerdings ist eine Neunormierung für ICOs, die sich aufgrund ihrer Ausgestaltung nicht unter bestehendes Recht subsumieren lassen, empfehlenswert. BTC Echo

Baufinanzierung? Finger weg von Crowdinvesting: Der klassische Baukredit ist nicht die einzige Möglichkeit, eine Immobilie zu finanzieren. Häuslebauer können auch abseits der Banken fündig werden. Sich dabei der Internet-Crowd anzuvertrauen, um Geld einzusammeln, sei allerdings keine gute Idee. Capital

Tricksereien: Weil der US-Technologiekonzern sein mobiles Bezahlsystem Apple Pay bislang nicht nach Deutschland gebracht hat, können auf den iPhones keine deutschen Kreditkartendaten hinterlegt werden. Dennoch schaffen es Apple-Fans mit allerlei Tricks, schon jetzt mit ihrem iPhone zu bezahlen, obwohl es diese Funktion in Deutschland noch nicht gibt. Süddeutsche Zeitung

 

– Meist gelesen in der letzten Woche –

…war die Prognose der HSBC-Chefin in Deutschland, Carola von Schmettow, dass auf hiesige Fintechs dunkle Zeiten zukämen. Handelsblatt

 

– Das Beste zum Schluss –

Not macht erfinderisch: Das japanische Nishiawakura zählt nicht einmal 1.500 Einwohner. Die Gesamtfläche des Dorfes ist zu 95 Prozent von Wäldern bedeckt. Die Infrastruktur kränkelt, die Wirtschaft liegt brach. Der notwendige Aufschwung könnte mit einem ICO angestoßen werden, so die Meinung der lokalen Regierung Nishiawakuras. Das Fehlen eines klaren Regulierungsrahmens für die ICOs könnte den Erfolg des Projekts allerdings erheblich behindern. BTC-Echo

Christina Cassala

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