finletter 139 – Bitcoin-Future, Sebastian Diemer, Ebay

Deutsche Börse denkt über Bitcoin-Future nach

Die Deutsche Börse eruiert das Thema Bitcoin-Future und Krypto-Index. Laut der Nachrichtenagentur Reuters sagte ein Sprecher des Börsenbetreibers am Mittwoch, das Unternehmen denke darüber nach, einen sogenannten Future anzubieten, mit dem Anleger sich bei Investitionen in Bitcoin gegen fallende Kurse absichern können. Zuständig ist die Terminbörse Eurex, eine Tochter der Deutschen Börse. Die Deutsche Börse befände sich mit diesem Schritt in internationaler Gesellschaft. Die Chicagoer Börse hat vor wenigen Tagen als erste staatlich beaufsichtigte und regulierte Börse einen Bitcoin-Future eingeführt – und das sehr erfolgreich: Der Future war am ersten Handelstag um mehr als 20 Prozent nach oben geschnellt. Bald wollen auch die weltweit größte Warenterminbörse CME aus Chicago und der Nasdaq mit einem ähnlichen Angebot folgen. Heißt: Künftig werden Investoren auf den zukünftigen Kursverlauf des Bitcoin wetten können. All diese Vorhaben zeigen, dass der Bitcoin-Hype in der obersten Liga der Finanzindustrie angekommen ist. Den Kurs der Kryptowährung wird diese Entwicklung vermutlich weiter befeuern, die Warnungen vor einem Platzen der Spekulationsblase werden deshalb keinesfalls leiser.

Reuters, Wirtschaftswoche, Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online (Warnung)


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– Fintech-News Deutschland –

Invest für Pair Finance: Zalando steigt bei dem Berliner Inkasso-Unternehmen Pair Finance ein. Außerdem haben sich die Hitfox Group und eine Reihe Business Angels aus der Industrie beteiligt. Insgesamt kamen 4,5 Millionen Euro zusammen. Tagesspiegel, Wiwo Gründer

Neuer Coup für Sebastian Diemer: Der ehemalige Kreditech-Gründer Sebastian Diemer hat in einer Series-A-Finanzierungsrunde von einer Reihe Investoren ein Jahr nach Gründung von Finiata insgesamt zehn Millionen Euro eingesammelt. Das Start-up ermöglicht Selbstständigen und Freiberuflern das Vorfinanzieren von Rechnungen basierend auf Machine Learning. Finanz-Szene.de

Solaris integriert Moneyou: Bisher hat die Berliner Solaris Bank vor allem Fintech-Start-ups und digitale Unternehmen an ihre Bankenplattform angebunden. Jetzt hat die Bank ihren ersten Integrationsvertrag mit einer Tier-1-Bank unterzeichnet und stellt mit Moneyou, der Online-Marke von ABN Amro, digitale Sofortkredite zur Verfügung. Finextra

Exit bei Vexcash: Ein Auge auf das Berliner Vexcash, das kurzfristig Kleinkredite vergibt, hatte 4finance aus Riga wohl schon eine ganze Weile gehabt. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung hatte das lettische Unternehmen bereits 65 Prozent der Berliner übernommen. Jetzt gehört es ihm ganz. Für den lettischen Anbieter bedeutet die Übernahme auch den Einstieg in den deutschen Markt. Gründerszene

VC-Geber Asgard startet ICO: Mit Asgard, einem auf KI-Start-ups spezialisierten Wagniskapitalgeber, wagt sich nun erstmals auch ein Investor an den Verkauf von Tokens. Diese sind aber nicht für jeden erschwinglich: Investoren müssen mindestens 200.000 Euro in den Token-Sale stecken. t3n, Gründerszene

Testphase bei Volks- und Raiffeisenbanken: Die Finanzgruppe der Volks- und Raiffeisenbanken startet mit den beiden Pilotbanken Volksbank Mittelhessen und VR Bank HessenLand einen Testlauf im kontaktlosen Bezahlen mit dem Smartphone auf Basis der Girocard und der Kreditkarte an. Läuft’s gut, will die Gruppe ab Juli 2018 mit der neuen Bezahlmöglichkeit für ihre Kunden in die Fläche gehen. Pressemitteilung, IT-Finanzmagazin

Penta bietet Geschäftskonten: Penta startete bereits im vergangenen Jahr, aber erst jetzt können Geschäftskunden ihr Unternehmenskonto tatsächlich eröffnen. Die Nutzung des Basiskontos ist bislang kostenfrei, ein Bezahlmodell ist für 2018 angedacht. t3n, Wiwo Gründer

Invest für Realbest: Realbest ist eine in Berlin ansässige digitale Verkaufsplattform für Wohnimmobilien. Jetzt bekommt das Unternehmen sieben Millionen Euro Wachstumsfinanzierung. Zu den Investoren zählen CommerzVentures, Hevella Capital, der VC Fonds Kreativwirtschaft Berlin der IBB, Ventech und Immotech Venture. Venture Capital Magazin

 

– Fintech-News International –

Monetas ist pleite: Lange wurde nur gemunkelt und gemutmaßt, jetzt ist es Realität geworden. Die Firma aus Zug wollte Menschen ohne Zugang zu einem Bankkonto mit Hilfe von Blockchain-basierten Finanztechnologien die Abwicklung alltäglicher Finanzgeschäfte via Smartphone ermöglichen. Finews

Will iZettle an die Börse? Der schwedische mPOS-Pionier iZettle hat 40 Millionen Euro an Finanzmitteln eingeworben, um das Wachstum zu beschleunigen und den Weg für einen möglichen Börsengang zu ebnen. Finextra

Bitcoin bei Ebay? Bislang wurden auf Ebay Kryptowährungen nur verkauft. Jetzt will Ebay vielleicht selbst auf den Zug aufspringen und neben herkömmlichen Methoden wie Kreditkarte, Paypal oder Überweisung auch Bitcoin als Bezahlvariante anbieten. Yahoo Finance

Steam akzeptiert keine Bitcoins mehr: Während Ebay überlegt, ziehen andere Unternehmen schon die Bitcoin-Reißleine. Der Plattformbetreiber Valve kündigte an, dass Gamer ab sofort nicht mehr in Bitcoin bezahlen können. „Der Wert von Bitcoin wurde immer unbeständiger und die Gebühren für Transaktionsverläufe im Bitcoin-Netzwerk sind enorm angestiegen“, heißt es zu den Gründen. Golem

Stipendiaten bekommen Bitcoins: Auf der Varna University of Management in Bulgarien können Stipendiaten künftig auswählen, ob sie sich ihre Zuwendung entweder in der europäischen Einheitswährung oder in Bitcoin auszahlen lassen wollen. Finews.ch

 

 

– Treffpunkte –

Zahlungsverkehr der Zukunft: Die Veranstaltung, die nun schon zum sechsten Mal in Folge stattfindet, richtet sich an Mitarbeiter, Fach- und Führungskräfte im Zahlungsverkehr von Kreditinstituten und gehört zu den größten Branchenveranstaltungen ihrer Art in Deutschland. 20. Februar, Köln. Veranstaltungsseite

Crypto-Assets Conference: Die Fachkonferenz zu Blockchain-basierten Kryptowährungen widmet sich wichtigen Leitfragen wie: Welche Auswirkungen haben Kryptowährungen auf den internationalen Handel? Wie setzen Innovatoren sie ein, wenn sie Geschäftsmodelle neu erfinden und gegen die heutigen Monopole vorgehen? Welche Branche wird als nächstes davon profitieren? 26./27. Februar, Frankfurt. Eventseite

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie im Veranstaltungskalender auf finletter.de.

 

– Wochenendlektüre –

Jahresrückblick Nr. 1: Wie war das Jahr für die Blockchain? Die Frage stellte sich finletter-Kolumnist Boris Janek in seinem nicht immer ganz ernst gemeinten Jahresrückblick und kommt dabei – je nach Perspektive – zu ganz unterschiedlichen Antworten. finletter

Jahresrückblick Nr. 2: finletter-Autor Moritz Finkelnburg unternimmt im Jahresendspurt eine kleine Reise durch das Insurtech-Jahr 2017 und blickt auf das, was die Branche 2018 erwartet. finletter

Jahresrückblick Nr. 3: Ja, ist die Welt ob des Krypto-Hypes etwa verrückt geworden? Auch der Kollege Tobias Baumgarten wagt sich an eine Analyse des ablaufenden Bitcoin-Jahres. Die ganze Diskussion, ob Blase oder nicht, habe mindestens eines gebracht: Das Wissen um die virtuelle Währung sei jetzt auch in der breiten Masse angekommen. IT-Finanzmagazin

Weniger Kapital für deutsche Fintechs: Für deutsche Fintech-Start-ups ist es besonders schwierig, an Kapital zu kommen. Hierzulande wurden nur 700 Millionen Dollar investiert, in den USA hingegen laut einer Studie von Barkow Consulting 6,7 Milliarden Dollar. Zeitgleich ebbt der Boom ab: 2016 wurden insgesamt 170 Finanz-Start-ups gegründet, bis Ende des dritten Quartals 2017 jedoch erst 30. Handelsblatt

 

– Meist gelesen in der letzten Woche –

… war die Aufforderung unseres Autors Friedrich-W. Kersting an die Banken, sich neu zu erfinden, „und zwar schnell“. finletter

 

– Das Beste zum Schluss –

Nicht nur Glitzer und Glamour: Rund 63.000 Obdachlose leben in New York. Das dort ansässige Start-up Blockchain for Change hat eine App namens Fummi entwickelt. Zusammen mit anderen Unternehmen soll den Heimlosen mit Hilfe der Blockchain-Technologie geholfen werden. Business Punk


Liebe Leserinnen und Leser, in der kommenden Woche versenden wir ein finletter Spezial. Der nächste reguläre finletter erscheint wieder am Freitag, den 5. Januar. Haben Sie eine schöne Weihnachtszeit und kommen Sie gut ins neue Jahr! – Die Redaktion

Christina Cassala

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