finletter 141 – Fintech-Investments, Swarm64, Smava

Fintech-Investitionen in Deutschland: Rekordjahr mit einem Aber

Im finletter-Jahresausblick ist das Stichwort Konsolidierung mehr als einmal gefallen – nun scheinen Zahlen zum vergangenen Fintech-Investitions-Jahr den Trend zu bestätigen: Zwar haben Finanz-Start-ups mit 716 Millionen Euro eine neue Rekordsumme von Investoren erhalten, zeigen die jährlichen Fintech-Zahlen der Beratungsfirma Barkow Consulting. Aber: Die Wachstumsrate von neun Prozent gemessen am Vorjahr lag weit unter den Steigerungen von 2016 (45 Prozent) und 2015 (135 Prozent). Woran liegt das? Ist es der Verdrängungswettbewerb? Gut möglich. Auf jeden Fall war im vergangenen Jahr vermehrt zu beobachten: Nur wenige Gründungen setzen sich wirklich durch. Und: Investoren setzen ihre Gelder offenbar bedachter ein. Die zehn größten Fintechs nämlich haben insgesamt 44 Prozent der Investorengelder (oder: 319 Millionen Euro) erhalten. Davon floss alleine in das Kreditportal Kreditech die bemerkenswerte Summe von 110 Millionen Euro. Alarmsignale für eine „harte Landung“ im Fintech-Segment sieht Studienleiter Peter Barkow laut der Nachrichtenagentur dpa aber nicht.

Barkow Consulting (Studie), Gründer Wiwo, finletter (Jahresausblick 2018)


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– Fintech-News Deutschland –

Invest für Swarm64: Insgesamt 12,5 Millionen US-Dollar Wachstumskapital sammelte das in Berlin und Oslo ansässige Start-up Swarm64 ein. Angeführt wird die Series-B Finanzierungsrunde von Intel Capital und der norwegischen Investmentfirma Investinor unter Beteiligung der Altinvestoren Alliance Venture und Target Partners. Gründer Wiwo, VC Magazin

Santander geht mit Payever: Ohne großes Aufhebens ist die Santander Bank beim Hamburger Paymentdienst Payever eingestiegen. Mit der Santander Consumer Bank war Payever zuvor partnerschaftlich verbunden. Santander hält nun rund zehn Prozent an Payever. Deutsche Startups

Smava sammelt sehr viel Geld ein: Der Private-Equity-Investor Vitruvian Partners und Kapitalgeber wie Runa Capital sowie weitere investieren 65 Millionen US-Dollar in das Berliner Kreditportal smava. Das Investment soll die Produktinnovation des Fintech-Unternehmens weiter beschleunigen. Techcrunch, VC Magazin

Scalabale Capital jetzt auch bei den Eidgenossen: Der Robo-Adviser Scalable Capital startet nach den Ländern Deutschland, Österreich und Großbritannien nun auch in der Schweiz. Das Unternehmen teilte mit, man werde eine eigene Website sowie eine Kunden-Hotline anbieten. Zudem stellt die Partnerbank von Scalable Capital, die in München ansässige Baader Bank, ein Steuer-Reporting für Schweizer Kunden bereit. Handelsblatt, Finews

Vor dem ICO ist nach dem Invest: Neben dem diesen Freitag startetenden ICO sammelt das Frankfurter Start-up Savedroid noch einmal schnell etwas mehr als eine Million Euro in Realwährung ein. Laut Gründer Yassir Hankir beteiligt sich unter anderem Alfred Schorno, Mitglied des Managements der zur Deutschen Börse gehörenden Devisen-Plattform 360T. FAZ

 

– Fintech-News International –

Will Telegram die Blockchain? Nichts Genaues weiß man nicht, aber „TechCrunch“ will in Erfahrung gebracht haben, dass der russische Messaging-Dienst Telegram eine Bezahlfunktion mit einer Kryptowährung auf Blockchain-Basis plant, um Zahlungen in seiner Chat-Applikation zu ermöglichen. Der Launch soll über einen ICO finanziert werden. Vorbild ist die Zahlungsfunktion des chinesischen Vorreiters WeChat. TechCrunch, t3n

Kodak setzt auf Kryptowährung: Ach, die gibt es noch? Der fast vergessene Tech-Pionier meldet sich mit einem großen Knall zurück. Das Unternehmen hat eine eigene Kryptowährung für Fotografen vorgestellt. Sie soll es ihnen erleichtern, eigene Bilder zu vermarkten und Autorenrechte abzusichern. Netter Nebeneffekt: Nach Bekanntgabe stand die Aktie zum Handelsschluss bei einem Plus von 120 Prozent. Süddeutsche Zeitung, t3n

Bitcoin-Handelsverbot in Südkorea? Südkorea droht mit einem kompletten Krypto-Handelsverbot. Die Regierung hege „große Sorgen“ wegen des Krypto-Booms im Land, heißt es. Das Justizministerium bereite daher ein Gesetz vor, das ein Verbot der Krypto-Handelsplattformen enthält. Für Bitcoin ist Südkorea nach Japan und den USA der drittgrößte Markt. Handelsblatt, Manager Magazin

Google Pay kommt: Google fasst seine Bezahldienste, Android Pay und Google Wallet, unter dem Namen Google Pay zusammen. Die Bezahlfunktion soll in den kommenden Wochen in Onlineshops, bei Google-Produkten, aber auch im stationären Handel ausgerollt werden. Über einen möglichen Launchtermin in Deutschland hingegen ist bislang nichts bekannt. Horizont

 

– Treffpunkte –

Investorentag Kryptowährung: Unter dem Motto „Richtig in Kryptowährungen investieren – Wieviel Substanz steckt in der neuen Anlageklasse?“ werden in Vorträgen und Panels alle wichtigen Punkte zum Thema Investieren in Kryptowährungen erläutert. 2. Februar, Berlin. BTC-Echo

Zahlungsverkehr der Zukunft 2018: Die Veranstaltung richtet sich an Mitarbeiter, Fach- und Führungskräfte im Zahlungsverkehr von Kreditinstituten. 20.Februar, Köln. Evenseite

16. Handelsblatt Jahrestagung: Über die Zukunftsstrategien für Sparkassen und Landesbanken denken Teilnehmer und Experten in Praxisvorträgen sowie Gesprächs- und Talkrunden nach: Welcher Zukunft blicken die Sparkassen, Landesbausparkassen, Landesbanken und die Partner der Gruppe entgegen? Welche zukünftigen Chancen lassen sich ergreifen? finletter ist Medienpartner. 22./23. Februar, Berlin. Veranstaltungsseite

Global InsurTech Roadshow: Die Roadshow kombiniert Pitch-Sessions und Diskussionsrunden mit 25 internationalen Insurtech-Unternehmen, die von hochkarätigen deutschen Insurtech-Experten präsentiert werden. finletter ist Medienpartner der Veranstaltung. 13./14.März, Frankfurt. Eventseite

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie im Veranstaltungskalender auf finletter.de.

 

– Wochenendlektüre –

Krypto-Dilemma: finletter-Gastautor Tobias Baumgarten macht sich Gedanken über das Krypto-Dilemma. Niemand zahle wirklich mit den Coins, alle halten sie und warten auf Kursgewinne. Er fordert: „Schluss mit den Kurskapriolen, rauf mit der echten Nutzung.“ finletter

TV-Interview mit Warren Buffet: Der oberste Star-Investor Warren Buffett warnt mittlerweile vor Digitalwährungen. In einem Interview mit dem US-Fernsehsenders CNBC ist er sich sicher, dass Kryptowährungen „mit annähernder Sicherheit“ ein „böses Ende“ nehmen werden. Er rechnet mit einem baldigen Crash. CNBC, Spiegel Online

Gesponserter Beitrag: Die Kryptowährung Dash will „das beste Geld der Welt“ werden. Wie man das angeht und wie Kryptowährungen aus der Nische kommen können, darüber haben wir dem German Dash Representative Jan Heinrich Meyer gesprochen. finletter

Bitcoin-Alternativen aus Berlin: Fast alle reden derzeit noch vom Bicoin, dabei gibt es längst Erfolg versprechende Alternativen. Eine Reihe der Firmen, die an den Kryptowährungen basteln, sitzen in Berlin und wollen dem Bitcoin den Rang abzulaufen. Tagesspiegel

Interview: Nach dem Treefin-Verkauf setzte sich der Gründer Reinhard Tahedl mitnichten zur Ruhe, sondern gründete den B2B-Fintech-und-Insurtech-Company-Builder Finconomy in München. Im Interview spricht er über seine Pläne. IT-Finanzmagazin

Die Schweiz im Digitalisierungsfieber: „Payment and Banking“ hat seinen grafischen Überblick des Schweizer Fintech-Marktes aktualisiert. paymentandbanking.com

 

– Meist gelesen in der letzten Woche –

…war der Jahresausblick auf 2018. finletter bat Branchenexperten darin um eine Einschätzung von Fintech-Trends und -Flops. finletter

 

– Das Beste zum Schluss –

Hundewährung im Höhenflug: Längst kein Witz mehr ist der Kursanstieg der eigentlich als Spaßwährung gestarteten Dogecoin. Aktuell werden sie täglich im Wert von 260 Millionen US-Dollar gehandelt. Auf Twitter sagte Gründer Jackson Palmer dazu kritisch: „Es sagt eine Menge über den Zustand der Kryptowährungen im Allgemeinen aus, wenn eine Währung mit einem Hund, die in über zwei Jahren kein Software-Update hervorgebracht hat, mehr als eine Milliarde Marktkapitalisierung erreicht hat.“ Scheint, als spiegele der Dogecoin-Erfolg die Lage der Krypto-Branche wider. Twitter, t3n, Handelsblatt

Christina Cassala

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