finletter 154 – Verimi, Paypal, Walmart

Deutsche Konzerne starten Log-in-Dienst Verimi

Mit Verimi geht der erste mehrerer angekündigter Identitätsanbieter deutscher Unternehmen an den Start. Das Prinzip gleicht dem Facebook- oder Google-Log-in, mit dem man sich bei vielen anderen Websites anmelden kann. Verimi verkauft sich als datenschutzfreundliche Alternative zu diesen Möglichkeiten. Hinter dem Angebot stehen Deutsche Bank, Daimler, Lufthansa, Telekom, Allianz und eine Handvoll weiterer deutscher Unternehmen. Ihr sicherer „Single Sign-on“ ist neben einem Video-Ident-Verfahren nur der erste Schritt, später sollen auch Zahlungen möglich sein. Damit tritt Verimi dann in direkte Konkurrenz zu Paydirekt, an dem die Deutsche Bank auch beteiligt ist. Laut den gut informierten Kollegen von „Payment and Banking“ soll es Bestrebungen gegeben haben, Verimi und  Yes unter dem Dach von Paydirekt zu vereinen. Yes wird unter anderem von den Sparkassen vorangetrieben. Diese sollen dann auch eine Vereinigung verhindert haben.

sueddeutsche.de, paymentandbanking.com, heise.de


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– Fintech-News Deutschland –

Fidor partnert mit International Finance Corporation: Die IFC, ein Mitglied der Weltbankgruppe, haben sich dem Ziel verschrieben, gemeinsam digitale Banken in Schwellenländern auf den Markt zu bringen. Bis 2020 sollen eine Milliarde Menschen der Zugang zu einem Zahlungskonto ermöglicht werden, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Pressemitteilung

Naga Group und MyBucks kooperieren: Die auf Entwicklungs- und Schwellenländer spezialisierte Digitalbank MyBucks wird die Naga Wallet für Kryptowährungen ihren Kunden zur Verfügung stellen, vor allem um ihnen Geldüberweisungen in Echtzeit zu ermöglichen. welt.de, Pressemitteilung

Sparkassen tauschen Paydirekt-Verantwortlichen aus: Das Bäumchen-wechsel-dich-Spiel bei der Paydirekt-Gesellschafterin GIZS geht weiter. Frank Schwab geht, Henning vorm Walde kommt. Kritische Stimmen sehen den anhaltenden Personal-Tumult aber nur als einen von vielen Gründen, warum der Bezahldienst „bislang floppt“. it-finanzmagazin.defondsprofessionell.de

Digitalbank Tomorrow startet im Sommer: Das Banking-Start-up nutzt die Banklizen von  SolarisBank und kündigt den Launch seines nachhaltigen Girokontos für Juni an. Das „Handelsblatt“ fasst das Geschäftsmodell als eine Mischung aus N26 und dem Ökobank GLS zusammen. handelsblatt.com, Pressemitteilung

Growney kooperiert mit Signal Iduna: Der Versicherer will Fondsprodukte in das Angebot des Robo Advisors integrieren. private-banking-magazin.de

Finanzcheck eröffnet Filiale: In der Hamburger City gibt es seit einigen Monaten ein Geschäft für alle, die sich von den Kreditspezialisten des Fintechs beraten lassen wollen. Die Idee enstand laut Gründer Moritz Thiele unter anderem, weil immer mehr Konferenzräume im Finanzcheck-Büro für Kundengespräch besetzt waren. Er glaubt daran, dass Filialkonzepte, „wenn man sie radikal neu denkt“, weiter funktionieren können. finanzcheck.de, finanz-szene.de

Mehr Geld für weniger Fintechs: Wie schon beim letzten Mal zeigen die Fintech-Investmentzahlen, die Barkow Consulting quartalsweise zusammenfasst, gleichzeitig einen Rekord und einen Rückgang. Mit 295 Millionen Euro haben Investoren im ersten Quartal 2018 mehr Geld denn je in Finanz-Start-ups gesteckt, wobei weniger Start-ups von der Summe profitieren als früher einmal. N26, Solarisbank und Smava sind die Top-3-Empfänger. barkowconsulting.com, horizont.net

Amerikanischer VC investiert in Fundamental Capital: Die auf Kryptowährungen spezialisierte Investmentfirma IOB hält jetzt nach eigener Aussage einen „erheblichen Anteil“ an dem deutschen Robo Advisor. IOB strebt mit seinen Beteiligungen einen internationalen Standard für Initial Coin Offerings an. crowdfundinsider.com, Pressemitteilung IOB, Pressemitteilung Fundamental Capital

1,2 Millionen Euro für CyberDirekt: Die neue Vergleichsplattform für Cyber-Versicherungen erhält Investment unter anderem von Berlin Technologie Holding. deutsche-startups.de

Neodigital erhält Bafin-Lizenz: Mit dem Saarländer Insurtech gibt es jetzt eine Handvoll deutscher Start-ups, die für ihr Angebot nicht auf etablierte Versicherungen angewiesen sind, sondern ihre eigene Lizenz der Finanzaufsicht haben. it-finanzmagazin.de, procontra-online.de

Holvi partnert mit Buchhaltungsanbieter Eifas: Die Kunden der Digitalbank – kleine Unternehmen und Selbständige – sollen für ihre Buchhaltung die Holvi-App nicht mehr verlassen müssen dank einer Schnittstelle zu Eifas, die Cloud-Lösung und persönliche Beratung kombinieren. Pressemitteilung

 

– Fintech-News International –

Paypal weitet Bankdienstleistungen aus: In den USA drängt der Payment-Riese weiter auf das Terrain der klassischen Banken mit einem neuen Angebot, das sich vor allem an Personen richtet, die bisher kein Bankkonto haben. Geplant sind eine Debit-Karte und die Möglichkeit, Schecks direkt auf das Paypal-Konto einzuzahlen. wsj.com, fortune.com, finextra.com

Walmart startet weltweiten Überweisungsdienst: Auch der US-Handelsriese beschreitet neue Wege und hat dabei vor allem die Kontolosen im Blick. Walmart2World soll schneller und günstiger sein als herkömliche Bankangebote. cnbc.com

Protest gegen Krypto-Werbebann: Russischen Medien zufolge haben sich Krypto- und Blockchain-Interessensverbände aus mehreren Ländern zusammengeschlossen, um gegen Google, Twitter und Facebook zu klagen. Grund sind die teils schon aktiven, teils angekündigten Werbeverbote für Kryptowährungen und ICOs auf den Plattformen. cointelegraph.com, gruenderszene.de, coin-hero.de

Indische Zentralbank (RBI) verbietet Kryptowährungen: Alle durch die RBI regulierten Banken oder Unternehmen dürfen keine Geschäfte mit Kryptowährungen machen. finextra.com, wired.de

Coinbase lanciert 15-Millionen-Dollar-Fonds: Die Börse für Krypowährungen will mit Investments zwischen 100.000 und 200.000 Dollar das Ökosystem rund um Krypto- und Blockchain-Start-ups in frühen Phasen unterstützen. finextra.com, bankingtech.com

 

– Treffpunkte –

Women in Fintech: Bei dem Symposium im Rahmen der Digitalkonferenz re:publica stehen Akteurinnen aus im weitesten Sinne der Fintech-Branche im Fokus. 4. Mai, Berlin.

Distribute Conference: Die Veranstaltung verspricht als „Hands-on-Blockchain-Konferenz“ Akteure aus unterschiedlichen Branchen zusammenzubringen, die mit der Distributed-Ledger-Technologie zu tun haben. 28. und 29. Juni, Hamburg.

Fintech Forum: Auch bei der Jubiläumsausgabe geben sich wieder „Innovatoren, Disruptoren und hidden champions“ des Finanzsektors die Klinke in die Hand. 22. November, Frankfurt

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie in der Event-Liste auf finletter.de.


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– Wochenendlektüre –

Der Fintech-Anfangszauber ist vergangen – und nun? Unser Kolumnist Tobias Baumgarten ist ernüchtert. Er versichert aber, dass er Fintech weiterhin liebt und auch seine Trend-Kolumne alles andere als eingestellt ist. finletter.de

Die große GAFA-Gefahr: An anderer Stelle hat Baumgarten sehr ausführlich aufgeschrieben, was die großen vier Technologiekonzerne Google, Amazon, Facebook und Apple machen, machen könnten und machen werden, was das Kerngeschäft der Banken bedroht. internetworld.de

Investor und Finanzstaatssekretär: Was passiert mit den Start-up-Beteiligungen von Jens Spahns Nachfolger Jörg Kukies, fragt „Gründerszene“. Die Antwort: Zumindest die Fintech-Anteile sind schon mal verkauft. gruenderszene.de

Studienalarm: Am Institut für Versicherungswesen in Köln wurden die Bedürfnisse der „jungen Zielgruppen“ in Hinblick auf Versicherungsprodukte beleuchtet. Das Ergebnis: Für komplexe Produkte suchen auch die Digital Natives noch den direkten Kontakt zum Versicherungsvermittler, bei den einfachen Produkten tut’s das Internet.  versicherungsmagazin.de

Europäische Gesetzgebung: Verena Ritter-Döring, Anwältin für Bankaufsichtsrecht, fordert in der „Frankfurter Rundschau“ eine einheitliche Gesetzgebung für Fintech, damit Europa nicht abgehängt wird. fr.de

 

– Meist gelesen in der letzten Woche –

… war der Bericht zum Alexa-„Skill“ der Genossenschaftsbanken. handelsblatt.com

 

– Das Beste zum Schluss –

Anfällig, infiziert, immun: Analysten der Barclays Bank vergleichen den Aufstieg von Bitcoin mit der Verbreitung einer Infektionskrankheit. Genauer: Wie bei einer ansteckenden Krankheit seien die Menschen in verschiedene Gruppen einzuteilen. Übrigens ist man bei Barclays überzeugt, dass die Hochzeit der Bitcoin-Spekulationen vorbei ist. bloomberg.com

Carolin Neumann
Clas Beese

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