finletter 171 – Facebook und die Banken, N26, Auxmoney

Facebook und die US-Großbanken

Das Online-Netzwerk Facebook soll laut eines Berichts des „Wall Street Journal“ den Schulterschluss mit US-Großbanken wie Wells Fargo, JP Morgan Chase, Citigroup und US Bancorp suchen. Wie groß das Interesse dabei allerdings wirklich ist, ist derzeit noch unklar. Zunächst hieß es, Facebook interessiere sich für Transaktions- und Kontodaten der Bankkunden. Das soziale Netzwerk könnte so seinen Nutzern Kontostände anzeigen oder sie vor betrügerischen Transaktionen warnen. Auch Banken, die sich in Sachen Digitalisierung noch schwer tun, könnten profitieren. Eine mögliche Kooperation mit Facebook würde es ihnen ermöglichten, ihren Kunden maßgeschneiderte Angebote zu machen. Die Bank JP Morgan bestätigte die Anfrage von Facebook, teilte jedoch bereits mit, dass Informationen zu Transaktionen „mit diesen Plattformen“ nicht geteilt würden.

Gegenüber „Techcrunch” beschrieb Facebook seine Aktivitäten indessen etwas anders. In den Gesprächen sei es lediglich um Partnerschaften für Kundenchats und Live-Updates via Bots gegangen. Wie viele andere Online-Unternehmen arbeite Facebook mit Banken und Kreditkartenunternehmen zusammen, um Dienstleistungen wie Kundenchats oder Kontoführung anzubieten, erklärte ein Firmensprecher. Außerdem seien es die Banken ihrerseits gewesen, die den Kontakt zu Facebook gesucht hätten.

Die Investoren reagierten positiv auf die Aussichten auf ein zusätzliches Dienstleistungsgeschäft. Der Aktienkurs von Facebook stieg am Montagabend an der New Yorker Börse Nasdaq um 4,45 Prozent, nachdem die Aktie Ende Juli nach der Vorlage der jüngsten Quartalsergebnisse noch um rund 20 Prozent abgestürzt war.
wsj.com (Paid), spiegel.de, faz.de, sueddeutsche.de, heise.de, techcrunch.com, manager-magazin.de


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– Fintech-News Deutschland –

N26 richtet Unterkonten ein: Die Online-Bank N26 hat mit den so genannten „Spaces“ eine neue Erweiterung seiner Dienste vorgestellt. Mit der neuen Funktion der N26-App sollen Kunden künftig in der Lage sein, Unterkonten für besondere Zwecke zu erstellen. Geplant sei zudem, dass ein „Space” künftig auch von mehreren N26-Nutzern geteilt werden kann. Pressemitteilung, stadt-bremerhaven.de

Transaktion: Die Hypo Vereinsbank (HVB) hat die erste Handelstransaktion über die Blockchain-basierte Plattform Wetrade, ein Joint-Venture von neun europäischen Banken, abgewickelt. Bezahlt wurde eine Bestellung eines Mode-Shops, dessen Markteinführung für September geplant ist. it-finanzmagazin.de

Milliardenmarke überschritten: Der Düsseldorfer Kreditmarkplatz Auxmoney knackt bei ausgezahlten Krediten nach eigenen Angaben die Milliardenmarke. Allein im ersten Halbjahr 2018 steigerte das Unternehmen das Volumen der neu ausgezahlten Kredite um rund 90 Prozent auf 255 Millionen Euro. CEO Raffael Johnen führt den Wachstumsschub vor allem auf die geschlossenen Partnerschaften zurück. Pressemitteilung, handelsblatt.com (Paid)

Wefox geht nach „Bella Italia”: Das Insurtech Wefox gibt den Markteintritt in Italien bekannt. Aus diesem Grund ist das Fintech eine strategische Kooperation mit dem Maklerunternehmen Mansutti S.p.A. (società per azioni) in Italien eingegangen. Weitere Länder sollen folgen. Unterdessen einigten sich die Firmen Wefox und Lemonade auf eine Lösung in ihrem Urheberrechtsstreit. Pressemitteilung, gruenderszene.de

Verluste für Optiopay: Die Umsätze beim Berliner Fintech Optiopay gingen im Mai und April deutlich zurück. Insgesamt machte das Start-up in den ersten fünf Monaten 2018 einen Verlust von 1,43 Millionen Euro. Grund hierfür soll sein, dass der Hauptvertragspartner Amazon seinen Rabatt gekürzt hat. gruenderszene.de

VR-Banken ermöglichen mobiles Bezahlen: Ab dem 13. August werden 85 Prozent der insgesamt 915 Volks- und Raiffeisenbanken ihren Kunden das mobile Bezahlen per Smartphone ermöglichen. Kunden nicht teilnehmender Banken müssen sich noch bis 2019 gedulden. Auch Kunden, die ein iPhone besitzen, können das Angebot der VR-Banken vorerst nicht nutzen. androidpit.de

 

– Fintech-News International –

NYSE startet „Bakkt”: Der Eigentümer der New Yorker Börse, Börsenbetreiber Intercontinental Exchange (ICE), will den Handel mit Bitcoin völlig neu aufstellen und hat zu diesem Zweck das Start-up Bakkt gegründet. Es soll Banken und Investoren den Zugang zu Kryptopwährungen erleichtern. Mit eingestiegen sind unter anderem Microsoft, Starbucks und die Boston Consulting Group. Bakkt soll Banken und Investoren den Zugang zu Kryptopwährungen erleichtern. golem.de

Investment sei Dank: Die Bestandsinvestoren Accel Partners und Balderton Capital investieren 13 Millionen Dollar in den Londoner Kreditmarktplatz Wonga. Mit dem Geld sollen Schadensersatzforderungen gegen das Jungunternehmen gedeckt werden. techcrunch.com

Advanon im Visier von Betrügern: Das Zürcher Fintech Advanon kämpft mit einem massiven Betrugsfall. Ein Schweizer Handelsunternehmen hatte gefälschte Rechnungen verkauft. Investoren wurden so um Millionen Franken betrogen. finews.ch

Krypto-Bank für Australien: Der Australier Fred Schebesta plant den Aufbau einer eigenen Kryptobank auf dem australische Kontinent. In Sachen Bitcoin und Co. ist er kein Neuling. Bereits jetzt ist auf seinem von ihm gegründeten Portal finder.com der Vergleich von Kryptowährungen möglich. Darüber hinaus betreibt er eine eigene Kryptobörse namens HiveEx. btc-echo.de

Angebot für Muslime: Das türkische Unternehmen Albaraka Türk richtet sich mit der Einführung einer zinslosen digitalen Bankanwendung an Muslime. Die auf der Bankenplattform der SolarisBank aufgebaute „Insha” wird zunächst in Deutschland, später europaweit, ausgerollt. „Insha” bietet einen dokumentenfreien Kontoeröffnungsprozess. finextra.com

 

– Treffpunkte –

Collabothon 2018: Coder, Designer, Entrepreneure aufgepasst! Unter dem Motto „Fusion of the industries“ könnt ihr beim Collabothon Bank neu denken. finletter ist Medienpartner. 22.-24. August, Berlin.

Rendezvous mit der Zukunft: Es referieren Vertreter von Kreditinstituten, Bankenverbänden und Fintechs über die Digitalisierung der Unternehmensfinanzierung, über Crowdfunding im Fördergeschäft, die Digitalisierung des Forderungsmanagements, der Mittelstandsfinanzierung, über Fintech-Regulierung in Deutschland und Europa sowie über Unternehmens- und Personalführung im digitalen Zeitalter. 20. September, Köln.

comdirect Finanzbarcamp: Beim Finanzbarcamp in der Fintech Week diskutieren die Teilnehmer einen Tag lang zur Zukunft der Geldanlage. finletter ist Medienpartner. 20. Oktober, Hamburg.

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie in der Event-Liste auf finletter.de.


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– Wochenendlektüre –

Crowdlending bleibt unattraktiv: Für Unternehmen des deutschen Mittelstandes ist die Finanzierungsform weiterhin unattraktiv. Das ergab eine Befragung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte. Die meisten Unternehmen wollen in Sachen Finanzierung auch in Zukunft auf die Hausbank setzen. Grund: die herausragende Rolle des persönlichen Ansprechpartners. Darüber hinaus sei Crowdlending zu intransparent und zu langsam. faz.de, Studie

Gesponserter Beitrag: 200 Teilnehmer, 48 Stunden, 1 Ziel: branchenübergreifende Lösungen schaffen. Mit diesen Eckdaten geht in diesem Jahr der dritte Collabothon der comdirect vom 22.-24.08.2018 in Berlin an den Start. eventbrite.de

Einschätzung: Der Deutsche liebt sein Bargeld wie kaum ein Zweiter. Mobile Payment hatte es hierzulande daher bislang schwer, sich durchzusetzen. Mit GooglePay, „Mobiles Bezahlen“ (Sparkassen) und ApplePay könnte sich das nun ändern. Aber Zweifel bleiben, ob diese Entwicklung nun wirklich den Durchbruch bringt. aboutfintech.de

Interview: Niklaus Santschi ist der neue Geschäftsführer der Payone. Im Interview verrät er, wie es nach dem Zusammenschluss der DSV-eigenen BS Payone mit der Ingenico Payment Services weitergeht. it-finanzmagazin.de

Vorsicht! Trojaner!: Noch nie waren so viele mobile Bank-Trojaner im Umlauf wie im zweiten Quartal 2018. Das ergab die Auszählung im Sicherheitsbericht von Kaspersky Lab. Besonders deutsche Nutzer sind im Visier der Angreifer. futurezone.at

ICOs bergen Risiken: Die gesetzten Hoffnungen in ICOs waren groß. Doch spätestens nach dem PR Stunt von Savedroid wurde deutlich, dass hierin auch Gefahren durch Betrug stecken. sueddeutsche.de

Hörtipp: Mit Spielen wie Crypto-Kitties wird die Gamifizierung der Blockchain launig vorangetrieben. Gleichzeitig ist die Blockchain eine Belastung für die Bandbreite der Netzwerke. deutschlandfunkkultur.de (Audio,5:28)

 

– Meist gelesen in der letzten Woche –

…war die Vorstellung der zehn wichtigsten Frauen der Fintech-Szene, darunter Finleap-Geschäftsführerin Carolin Gabor und Ratepay-Chefin Miriam Wohlfarth. financefwd.com

 

– Das Beste zum Schluss –

Bitcoin-Metropolen Was haben Prag, Buenos Aires und San Francisco gemeinsam? Sie belegen gefolgt von Madrid, New York City und Amsterdam die ersten drei Ränge in der Auflistung des US-Magazins „Forbes” der „Zehn beliebtesten Städte für Bitcoin-Fans”. Die Methode dabei war, die Anzahl von Verkaufsstellen und Händlern in einer Stadt (ohne Vororte) zu bestimmen, die Bitcoin akzeptieren. Schlusslicht der zehn führenden Städte war Paris. Die Schweiz schaffte es trotz Zug als „Crypto-Valley” nicht in die Auswertung. finews.ch

Christina Cassala

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