finletter 174 – Cringle und Lendstar, Kreditech, Wonga

P2P-Dienste Cringle und Lendstar melden Insolvenz an

Gleich zwei P2P-Payment-Dienste haben in der vergangenen Woche Insolvenz anmelden müssen. Nachdem bereits am Montag die Payment-App Cringle das Aus verkünden musste, ist auch der aus der „Höhle der Löwen“ bekannte junge Paymentdienst Lendstar aus München am Ende. Am Mittwoch teilte Lendstar auf seinem Blog mit, die Firma habe vergeblich nach einem Käufer gesucht. „Wir haben in den vergangenen Monaten versucht, einen strategischen Partner zu finden. Es gab dazu zahlreiche interessierte Parteien, aber letztendlich hat sich kein potenzieller Käufer dazu entschieden, Lendstar zu übernehmen“, schrieb Gründer und Chef Christopher Kampshoff. Dies sei schließlich der Grund gewesen, warum bisherige Investoren in Abstimmung mit dem Team von einer Weiterfinanzierung absahen. Cringle-Gründer Joschka Friedag bläst ins selbe Horn und erkärte, man habe in den letzten Monaten im Interesse einer Europaexpansion eine Wachstumsfinanzierung angestrebt, hierbei aber keinen Erfolg gehabt. Potenzielle Investoren seien wegen des Markteintritts von Apple und Co. vor einer Finanzierung zurückgeschreckt.

Konkurrenz kommt jedoch nicht nur von den GAFA-Konzernen, sondern auch von etablierten Geldhäusern. Mit „Kwitt“ beispielsweise haben Sparkassen und Volksbanken ihrerseits ein Handy-zu-Handy-Zahlsystem gestartet, das inzwischen mehr als eine Million Kunden zählt. Der größte Konkurrent der Fintechs aber ist Paypal. Auch Paydirekt, das gemeinsame Onlinebezahlsystem der deutschen Kreditwirtschaft, will sich mit dem Bezahlmodell auf dem Markt positionieren. Bereits vor zwei Jahren musste der Paymentanbieter Cookies die Segel streichen.
Lendstar (Blog), Cringle (Blog), handelsblatt.com, t3n, gruenderszene.de, deutsche-startpus.de (Podcast mit Kommentar zur Cringle-Insolvenz)


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– Fintech-News Deutschland –

Kreditech wird in Indien aktiv: Ab September will das Hamburger Fintech Privatdarlehen in Indien vergeben. Die Darlehenssummen sollen sich auf bis zu 500.000 Rupien (6.000 Euro) belaufen. handelsblatt.com

Investment für Fractal: Das im Oktober 2017 gegründete Blockchain-Unternehmen Fractal hilft Firmen, regelkonforme Websites für ICOs zu erstellen. Die Berliner haben nun eine siebenstellige Seed-Finanzierungsrunde abgeschlossen. Zu den Investoren gehören der Energiekonzern Innogy und der Berliner VC Coparion. gruenderszene.de

Gonetto und die Bafin: Das Insurtech Gonetto gibt Provisionen für Versicherungsverträge an Kunden weiter. Nun streitet sich das Start-up mit der Finanzaufsicht Bafin. Die ist der Ansicht, dass das Vorgehen nicht rechtskonform ist. Der Gründer Dieter Lendle wehrt sich. handelsblatt.com

Vantik und die Bafin: Das Berliner Start-up Vantik will sich mit einer Altersvorsorge für Berufseinsteiger und Freiberufler etablieren. Unlängst hat die Bafin die Namensänderung sowie die Anpassung der Anlagebedingungen für den unternehmenseigenen Fonds genehmigt. Bislang agierte die Firma unter dem Namen Brix. Per Pressemitteilung

 

– Fintech-News International –

Geldsegen für Paytm: Warren Buffetts Mega-Fonds Berkshire Hathaway steigt beim mobilen Bezahldienst Paytm ein. Das Unternehmen ist aktuell der führende mobile Payment-Service in Indien. Zu den bisherigen Investoren zählen die japanische Internet- und Telekommunikations-Holding SoftBank Group und der chinesische E-Commerce Konzern Alibaba Group. techcrunch.com

Aus für Wonga: Der britische Kurzzeitkreditgeber Wonga steht vor der Pleite. Auslöser hierfür sind zahlreiche Entschädigungsklagen für Wucherkredite aus der Vergangenheit. Anfang August mussten Investoren eine zehn Millionen Pfund schwere Notspritze aufziehen, um Wonga vorerst zu retten. theguardian.com

„Marcus” auch in UK: Goldman Sachs hat seine digitale Verbraucher-Sparplattform „Marcus” für seine eigenen Mitarbeiter in Großbritannien geöffnet. In den kommenden Wochen solle es weiter ausgebaut werden. 2016 hatte Goldman „Marcus“ in den USA an den Start gebracht – seither wurden rund 20 Milliarden Dollar Kundeneinlagen eingesammelt und etwa drei Milliarden Dollar an Krediten vergeben. reuters.com

DFinity streicht Investment ein: Das Blockchain-Start-up Dfinity arbeitet an einem blockchain-basierten, dezentralen und herstellerunabhängigen Netzwerk für die nächste Generation von Software-Anwendungen und Dienstleistungen – einem „Internet-Computer”. Für dieses Vorhaben hat das in der Schweiz und in Palo Alto ansässige Start-up nun 102 Millionen Dollar von a16z, dem Krytpo-Fonds des US-VCs Andreessen Horowitz, Polychain Capital und weiteren Investoren eingesammelt. techcrunch.com

 

– Treffpunkte –

HamburgAI: Roland Becker von JUST ADD AI, Sebastian Tiesler, Leiter Produktmanagement bei figo und Björn Goerke, Mitgründer von Gpredictive, referieren vor Vertretern aus Start-ups, Unternehmen und Universitäten. 5. September, Hamburg.

Digitalisierung der Prozesse 4.0: „Wie schaffen wir eine effiziente, agile Bank?“, fragt das Tages-Event im Rahmen der Fintech Week. finletter ist Medienpartner. 15. Oktober, Hamburg.

Bankfiliale 4.0: Diskutiert wird über Filialen im Umbruch zwischen profitablen Filialnetzstrategien sowie über persönliche Beratung und Schaffung neuer Kundenerlebnisse. 17./18. Oktober, Hamburg.

Blockchain Startups Summit: Die Veranstaltung bringt Unternehmer, Investoren und Blockchain-Dienstleister aus ganz Europa zusammen, um über den gegenwärtigen und zukünftigen Einsatz der Blockchain-Technologie im Start-up-Bereich und im Finanzsektor zu diskutieren. 15. November, Frankfurt.

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie in der Event-Liste auf finletter.de.


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– Wochenendlektüre –

Betrachtung: Erneut beschäftigt sich „Finanz-Szene“ mit den Kreditausfällen bei Funding Circle. Anlass sind die seit einigen Tagen auf der Website abrufbaren aktualisierten Statistiken. finanz-szene.de, Funding Circle (Blog)

Pivot: Aus der Prepaid-Mastercard Bonayou wurde givve, eine Gutscheinkarte, die Firmen an ihre Mitarbeiter vergeben können. Die Gründer berichten, wie dem Münchner Fintech der Pivot gelang und schließlich in einem 20 Millionen Euro schweren Exit mündete. deutsche-startups.de

Interview: Benjamin Bilski, Vorstand der Naga Group, spricht im Interview über digitale Währungen und deren Zukunft. „Bitcoin und Ethereum sind mit einem Eisbrecher zu vergleichen“, sagt er. finanzmag.com

Digitale Konkurrenz: Durch die weltweit wachsende Zahl an Migranten steigen die über Western Union, Moneygram oder Ria getätigten Heimat-Überweisungen. Aber die Digitalisierung rüttelt an der Marktführerschaft dieser Unternehmen. Start-ups bieten neue, bessere und schnellere Lösungen für den Versand von Geld über Ländergrenzen hinweg an. handelsblatt.de

Gründer-Liste: In Deutschland gibt es innerhalb des Blockchain-Start-up-Umfelds etliche interessante Gründer. Horizont hat eine Liste der zehn wichtigsten Köpfe der Branche zusammengestellt. horizont.net

Höhere Transparenz: Eine neue rechtliche Transparenzoffensive soll Kunden mehr Einblick in ihre Konto-Gebühren gewähren und die Vergleichsmöglichkeiten verbessern. Werden nun mehr Kunden schneller ihr Konto wechseln? handeslblatt.com

Aus für ELV?: Unlängst wurde bekannt, dass Rewe und Aral das elektronische Lastschriftverfahren (ELV) auslaufen lassen und künftig nur noch auf PIN setzen. Viele große Supermarktketten haben dem ELV schon lange den Laufpass gegeben. Setzt sich die Marktentwicklung fort, dürfte die Unterschrift bald passé sein. Das muss mittelfristig aber keine gute Idee sein. faz.de

 

– Meist gelesen in der letzten Woche –

… war der Beitrag über die Beteiligung der Deutschen Bank an Modo Payments. handelsblatt.com

 

– Das Beste zum Schluss –

Science fiction: Ein Zeitreisender (!), der behauptet aus dem Jahr 2025 zurück gereist zu sein, warnte bereits 2013, die Auswirkungen des Bitcoins werde die Welt ins Chaos stürzen und der globale Kollaps stünde kurz bevor. Alles Quatsch? „Wired“ hat sich seine Vorhersagen noch einmal genauer angesehen und hat sie durchgerechnet. Immerhin: Zumindest was den aktuellen Preis der Kryptowährung angeht, lag der „Mann aus der Zukunft“ erstaunlich richtig. Alle weiteren Prognosen dürfen aber aus gutem Grund angezweifelt werden. wired.de

Christina Cassala

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