finletter 176 – Fintech Group, Paydirekt, Paypal

Fintech Group und österreichische Post starten eigene Retail-Bank

Die deutsche Fintech Group und die teilstaatliche Post in Österreich gründen ein 50/50-Gemeinschaftsunternehmen. Aus dem Stand ist die neue Retail-Bank damit in knapp 2.000 Filialen und Partnern der Post vertreten. Die FinTech Group Bank wird zudem ihre Niederlassung in Österreich, die unter der Marke flatex auftritt, inklusive der rund 30.000 bestehenden Kunden in das Joint Venture einbringen. Im Gegenzug wird sich die Post mit sieben Prozent an der FinTech Group beteiligen und einen Sitz im Aufsichtsrat einnehmen. Die Fintech Group Bank springt für den bisherigen Kooperationspartner Bawag ein. Diese hatte bereits im Herbst nach dem eigenen Börsengang angekündigt, in Sachen Bankgeschäft nicht mehr mit der Österreichischen Post kooperieren zu wollen.

Die neue Bank wird im ersten Anlauf nur einfache Finanzdienstleistungen wie Giro- und Sparkonten sowie Kreditkarten anbieten. Erst später sollen auch Darlehen vergeben werden, sagte ein Post-Sprecher.
Ursprünglich wollte die Post mit den österreichischen Volksbanken gemeinsame Sache machen. Doch das Geschäft scheiterte am Widerstand der Genossen.
handelsblatt.com, focus.de, diepresse.com, derstandard.at


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– Fintech-News Deutschland –

Bitcoin-Girokonto: Das Berliner Start-up Bitwala will ein Girokonto auf Euro- und Bitcoin-Basis samt Debitkarte anbieten, später sollen weitere Kryptowährungen hinzukommen. Zum Start im November werde eine White-Label-Lizenz genutzt, danach strebe das Fintech eine eigene Vollbank-Lizenz an, so Co-Gründer Jörg von Minckwitz. boersen-zeitung.de (Paywall)

Übernahme: Die Krypto AG übernimmt das Münchner Blockchain-Startup Datarella. Gleichzeitig investiert der GEM Global Yield Fund 15 Millionen Euro Eigenkapital in die Berliner Blockchain-Beteiligungsgesellschaft. Pressemitteilung, dgap.de

Geld für Paydirekt: Trotz schwacher Nutzerzahlen soll bis Ende des Jahres eine Finanzspritze für eine weiterentwickelte Version von Paydirekt stehen. Nach Einschätzung von DZ-Bank Vorstand Thomas Ullrich werden alle Verbünde – Genossenschaftsbanken, Sparkassen und Privatbanken – mitziehen. Über die Höhe der Investitionen indes herrscht noch Unklarheit. Knapp drei Jahre nach dem Start kann Paydirekt nur rund zwei Millionen angemeldete Kunden und 9.000 Online-Shops vorweisen. heise.de, Handelsblatt

Deutsche Kryptobörse: Die next Block aus Berlin startet unter der Marke „bitmeister“ eine voll regulierte Kryptobörse in Deutschland. Im Frühjahr 2019 sollen die ersten Geschäfte möglich sein, bereits zuvor ist ein Einstieg in die Börse per Crowdfunding möglich. Gehandelt werden zukünftig Kryptowährungen und Security Token. deal-magazin.com

ABN Amro startet Moneyou Go-App: Die niederländische ABN Amro ist ab sofort mit der App Moneyou Go auf dem hiesigen Markt aktiv und will damit offensichtlich N26 angreifen. Nutzer können ein kostenloses Girokonto direkt am Smartphone eröffnen. Das Guthaben auf dem Girokonto wird in sogenannten Wallets organisiert, was beim Sparen und Geld ausgeben helfen soll. it-finanzmagazin.de, startupvalley.news.de

Neue Ziele: Philipp Schröder, ehemaliger Tesla-Chef Deutschland und zuletzt Geschäftsführer bei Sonnen, wechselt in die Fintech Szene. Mit seinem neuen Vergleichsportal CAPInside will er Fondsprodukte transparenter machen.capital.de, handelsblatt.de

Rücktritt: Alexander Graubner-Müller tritt von seinem Posten als Vizechef bei dem Hamburger Unternehmen Kreditech zurück, die er seit Mai dieses Jahres bekleidete. Schon 2015 hatte Mitgründer Sebastian Diemer das Hamburger Unternehmen verlassen. gruenderszene.de

Führungswechsel: Ab sofort wird Dr. Michael Luhnen die Geschäfte von Paypal in Deutschland, Österreich und der Schweiz als Managing Direktor leiten. Bereits seit 2016 zeichnete er sich bei Paypal für das Großkundengeschäft und den Vertrieb für die DACH-Region verantwortlich. it-zoom.de

 

– Fintech-News International –

A propos Paypal: Der Bezahldienst Paypal verzeichnet nach eigenen Angaben jetzt weltweit 250 Millionen aktive Nutzerkonten. Allein in Deutschland sind es derzeit rund 20,5 Millionen. Zudem führte das Unternehmen das neue Feature „Funds now“ ein. Es verkürzt die Transaktionszeit beim Auszahlen eingenommener Gelder. pymnts.com, internetworld.de

Bank Austria: Die Bank Austria, österreichische Tochter der Unicredit, will bis Ende September das neue Internetbanking-Portal „24You“ auf den Markt bringen. 800.000 Online-Banking-Kunden der Bank werden Zugang erhalten.trending-topics.at

Neue Kryptowährung: Mit dem so genannten Gemini Dollar haben die Winklevoss-Zwillinge eine Kryptowährung gestartet, die auf der Ethereum-Blockchain basiert und durch den US-Dollar gedeckt ist. Das entsprechende Konto, auf dem die Dollars hinterlegt sein werden, wird vom Investment-Riesen State Street betreut. forbes.com, techcrunch.com

Gutes Jahr für Transferwise: Das Geschäftsjahr von Transferwise endete nach eigenen Angaben erneut profitabel: Es erreichte einen Nettogewinn nach Steuern von 6,2 Millionen Pfund, der Jahresumsatz verdoppelte sich nahezu auf 117 Millionen Pfund. Das in London ansässige Unternehmen wurde 2012 gegründet und war im März 2017 erstmals einträglich. finextra.com, sueddeutsche.de

Revolut geht nach Malta: Im Zuge der Expansion bereitet das Londoner Fintech Revolut seinen Markteintritt in Malta vor. Man habe bereits über 25.000 maltesische Kunden gewinnen können, heißt es. Bis Ende des Jahres sollen noch einmal 35.000 neue Nutzer hinzukommen. marketsinsider.com

 

– Treffpunkte –

FinForward: Auf der Konferenz sprechen etablierte Player, Fintech-Start-ups und Cross-Industry-Speaker über die Zukunft der Finanzen. Unternehmens- und branchenübergreifend geht es um die den wichtigsten Themen für Innovationsmanager in Banken und Entscheidungsträger in Fintechs. Organisiert wird die Konferenz von den Veranstaltern der Fintech Week in eben diesem Rahmen. 18. Oktober, 2018, Hamburg

comdirekt Finanzbarcamp: Beim Finanzbarcamp in der Fintech Week diskutieren die Teilnehmer einen Tag lang über die Zukunft der Geldanlage. finletter ist Medienpartner. 20. Oktober, Hamburg.

Gesponserter Beitrag: „Digital Payments 2018“ gibt einen Überblick über aktuelle Entwicklungen im digitalen Zahlungsverkehr & präsentiert Experteneinschätzungen, wie sich (Kunden-)Prozesse & Geschäftsmodelle entwickeln. 30. Oktober, Frankfurt. fs-verlag.dp

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie in der Event-Liste auf finletter.de.


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– Wochenendlektüre –

Was eint, was trennt: Banken und Fintechs stehen nach wie vor in Konkurrenz. Doch Annäherung ist in Sicht. Schließlich gibt es ein gemeinsames Feindbild: die GAFA-Unternehmen. Wie sehr dies und vieles mehr die Szene in den kommenden Jahren prägen wird, verraten Carolin Neumann und Clas Beese im Interview. Die beiden sind auch Gründer des finletters. Passend dazu veröffentlichte auch die “Welt” einen Beitrag über die stärkere Zusammenarbeit von Banken mit Fintechs. it-finanzmagazin.de, welt.de

Oranje: Niederländische Großbanken investierten in den letzten Jahren massiv in den deutschen Fintech Markt. Das ist auch der „Finanz-Szene“ aufgefallen und sie bietet eine Zusammenfassung aller Aktivitäten der Oranje-Banken. finanz-szene.de

Konsolidierung: Nach den Pleiten von Lendstar und Cringle fragt sich „deutsche-startups“ wie es eigentlich um die hiesige Fintech-Szene steht. Jedenfalls nicht schlecht! Es trennt sich nur ganz klassisch die Spreu vom Weizen. deutsche-startups.de

Finiatas Zukunft: Was bedeutet der Abgang von Sebastian Diemer für Finiata und seinen Nachfolger Jan Enno Einfeld? Viel Arbeit, ist sich “deutsche-startups” sicher, denn das Unternehmen verfüge weder über implementierte Prozesse noch über eine funktionierende Organisation im Hintergrund. deutsche-startups.de

Übersicht: In den letzten Monaten hat sich einiges im Markt mobiler Bezahlverfahren getan. Um nicht den Überblick zu verlieren, was heute in Deutschland schon geht und was nicht geht, hat sich “Paymentandbanking” an eine Zusammenfassung gemacht. paymentandbanking.com

 

– Meist gelesen in der letzten Woche –

… war der Beitrag zum Launch des N26-Business Black Premium-Geschäftskontos für Freelancer und Selbstständige. Pressemitteilung

 

– Das Beste zum Schluss –

Australien führt „digitalen Blockchain-Lappen“ ein: Der Satz „Zeigen Sie uns bitte ihren Führerschein“ kann einen schon gehörig ins Schwitzen bringen. Befindet er sich im Handschuhfach, hinter der Sonnenblende, im Geldbeutel oder … gar zu Hause? Autofahrer in New South Wales im Südosten Australiens können sich ab November entspannt zurücklehnen und der polizeilichen Bitte mit ihrem Smartphone nachkommen. Das Pilotprojekt, das 2019 ganz New South Wales einbeziehen soll, fußt auf einer Blockchain-Plattform. Das Projekt soll bald auf weitere Städte im Speckgürtel Sydneys ausgeweitet werden und der Anfang einer papierfreien Bürokratie sein. btc-echo.de

Christina Cassala

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