finletter 184 – Paypal, Apple Pay, Cashlink

Der Zahlungsdienst Paypal vergibt Businesskredite an Händler

Paypal vergibt ab Mitte November Kredite an kleine und mittelständische Unternehmen. Mit dem so genannten „Businesskredit“ können Onlinehändler in Zukunft innerhalb weniger Minuten Beträge bis knapp 25.000 Euro – je nach Umsatzvolumen des Antragsstellers – beantragen, über den dann direkt und automatisiert entschieden wird. Einzige Voraussetzung ist ein Paypal-Geschäftskonto, das mindestens drei Monate besteht.

In den USA bietet Paypal den Kredit als „Paypal Working Capital“ seit 2013 an. Seit dem Start vor fünf Jahren wurden gut 500.000 Kredite an mehr als 170.000 Unternehmen in einer Gesamthöhe von rund 6 Milliarden US-Dollar (5,26 Milliarden Euro) vergeben. Bislang ist der US-Zahlungsdienstleister mit diesem Angebot in Großbritannien, den USA und Australien aktiv. Für etablierte Banken bedeutet diese Ankündigung eine Kampfansage: Mit Paydirekt agieren deutsche Banken hierzulande bislang nämlich recht erfolglos am Markt. Zudem stieg der US-Onlinebezahldienst erst im Oktober in das Bezahlen per Smartphone ein.
sueddeutsche.de, heise.de, handelsblatt.com, Paypal (Pressemitteilung)


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– Fintech-News Deutschland –

Apple Pay nennt Partnerbanken: Apple Pay nennt nun offiziell die Partnerbanken und Kreditkartenanbieter, mit denen es in Deutschland starten wird. Dazu zählen die Deutsche Bank, das Commerzbank-Tochterunternehmen Comdirect und die Hypo-Vereinsbank. Auch Dax-Neuling Wirecard mit der dazugehörenden App „boon“ und N26 sind dabei. faz.net, manager-magazin.de

Neue Köpfe: Auto1 Fintech, das Joint Venture, das im Mai 2018 von Unternehmen wie der Allianz, Deutsche Bank und Auto1 Group gegründet wurde, hat mit Fedor Artiles (CEO) und Axel Buhr (CFO & COO) seine Geschäftsführung besetzt. Pressemitteilung

N26 expandiert weiter: N26 führt sein Geschäftsmodell in weiteren europäischen Ländern ein. Auch Kunden in Dänemark, Norwegen, Polen und Schweden können ab sofort ein Konto bei der mobilen Bank einrichten. In einigen Wochen sollen auch Island und Liechtenstein hinzukommen. faz.net

Fintech Systems kooperiert mit Santander: Die Bank Santander setzt in seiner Digitalisierungsstrategie künftig auch auf den Banking-API-Anbieter Fintec Systems, der den Spaniern Finanz- und Kontoinformationen liefern wird. Pressemitteilung

Scalabale Capital macht auf „old school“: Scalable Capital setzt teilweise wieder auf persönliche Beratung. Kunden des Robo Advisors können künftig ab einem Anlagevermögen von 100.000 Euro eine persönliche Betreuung in Anspruch nehmen. Das Unternehmen will das Beratungsangebot in regelmäßigen Abständen in diversen deutschen Metropolen anbieten. dasinvestment.com

Neues Digitalprodukt: Mit „Yunar“ launcht die Deutsche Bank ein neues Digitalprodukt, das sich vor allem an junge Leute richten soll. Die neue App startet in einer Basisversion als kostenloses digitales Angebot, mit dem die Kunden Bonusprogramme verwalten können. Im Laufe der Zeit will die Deutsche Bank das Angebot mit weiteren Bank- und Nichtbank-Dienstleistungen zur virtuellen Geldbörse („Mobile Wallet“) ausbauen. handelsblatt.com, wallstreet-online.de, finanz-szene.de (Kommentar)

„Fyndus“ geht an den Start: Die Stadtsparkasse Düsseldorf hat ab sofort eine eigene digitale Vermögensverwaltung im Angebot: Bei dem Produkt mit Namen Fyndus können Kunden ab einer Summe von 5.000 Euro ihr Geld anlegen. Hinzu kommt die Möglichkeit, Sparpläne ab 25 Euro abzuschließen. it-finanzmagazin.de

Neuer Arbeitgeber: Der Investify Gründungsaktionär und Geschäftsführer Sebastian Hasenack kehrt dem Unternehmen den Rücken und heuert bei Solidvest an. Dort zeichnet er künftig für die Bereiche Vertrieb und Kooperationen verantwortlich. boerse.de

Zahlencheck: Ohne das Wandeldarlehen in Höhe von 12,2 Millionen wäre das Insurtech Simplesurance heute vermutlich nicht mehr in der jetzigen Form am Markt, ist sich „deutsche-startups“ sicher und rechnet anhand des Jahresabschluss des Unternehmens nach. Mittlerweile ist aber ausreichend Geld auf dem Konto, um die Expansion voranzutreiben. deutsche-startups.de

Zahlen des Hamburger Naga: Bis zum Juni dieses Jahres setzte Naga 8,1 Millionen Euro um, insgesamt 19 Millionen Euro sollen es bis Ende des Jahres noch werden. Die Talfahrt der Aktie empfindet der Gründer Benjamin Bilski trotz positiver Entwicklung seines Unternehmens als ungerecht. gruenderszene.de

Pivot bei Cashlink: Zum Jahresende werden die Zahlungslinks von Cashlink eingestellt. Die Lichter gehen in Frankfurt dennoch nicht aus: Derzeit baut das Cashlink-Team eine Blockchain-Plattform für Start-up-Anteile auf. Das neue Projekt hört auf den Namen „Stokera“ und richtet sich ausschließlich an professionelle Investoren. Der Start wird für Anfang 2019 angepeilt. gruenderszene.de

 

– Fintech-News International –

Viel Geld für Bitfury: Das Krypto-Startup Bitfury hat eine Kapitalspritze von 80 Millionen US-Dollar erhalten. Zu den Investoren zählen unter anderem die von Mike Novogratz geführte Bitcoin-Bank „Galaxy Digital“ und der Wachstumskapitalgeber Korelya Capital. t3n.de, bloomberg.com

Monzo wird ein Unicorn: Ende Oktober hat die britische Bankenplattform Monzo in einer Series-E-Runde rund 108 Millionen US-Dollar unter der Leitung von General Catalyst eingeworben. Das Unternehmen hat nun einen Wert von mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar und steigt damit in den exklusiven Kreis der so genannten „Unicorns“ auf. gruenderszene.de

Krypto-Werbegeschenk: Mit geschenkten Stellar-Coins im Wert von insgesamt 125 Millionen Dollar will die Blockchain Luxembourg neue Nutzer anlocken. Einst hatte Paypal eine ähnliche Werbeaktion lanciert, um sich im Markt zu positionieren und neuen Nutzern zehn Euro Guthaben geschenkt. handelsblatt.com

Übernahme: Der US-amerikanische Finanztechnologieunternehmen Credit Karma expandiert erstmals nach Übersee und erwirbt das britische Noddle für eine nicht genannte Summe von TransUnion. Mehr als 85 Millionen Kunden in den USA nutzen derzeit die App von Credit Karma. forbes.com, ft.com

Ripple geht in die Emirate: Am Rande einer Konferenz in den Vereinigten Arabischen Emiraten kündigte Ripple an, bis Ende 2018 ein neues Büro in Dubai eröffnen zu wollen. Man konzentriere sich auf grenzüberschreitende Zahlungen und wolle weiter in den Nahen Osten vorstoßen. crowdfundinsider.com

Katzengeld: Dapper Labs, Erfinder der Crypto-Kitties, hat von Venrock, Samsung Next sowie Google Venture eine Finanzspritze in Höhe von 15 Millionen US-Dollar erhalten. Auch Altinvestoren waren wieder mit an Bord. Die gesammelten Finanzmittel will Crypto-Kitties zur Eröffnung einer in Los Angeles angesiedelten amerikanischen Tochtergesellschaft verwenden. btc-echo.de

 

– Treffpunkte –

FinPulse: Die Konferenz bietet die Gelegenheit, sich mit Experten, Aufsichtsbehörden, Forschern und Unternehmern über Regulierungsinitiativen zu informieren und auszutauschen. Stuttgart, 13. November.

The Future of Money: Neben den Problemen des heutigen Geldsystems und seiner möglichen Reformen werden zwei Alternativen diskutiert: Vollgeld und Währungswettbewerb via Kryptowährungen. Frankfurt, 24. November.

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie in der Event-Liste auf finletter.de.

 

– Wochenendlektüre –

Nachklapp: finletter-Autor Moritz Finkelnburg war auf der DKM 2018 und fasst im Nachgang die wichtigsten Trends und Entwicklungen der Insurtech-Branche zusammen. Sein Fazit: Keine Eruption, aber interessante Weiterentwicklungen auf dem Gebiet der Enabler sowie deutlich verstärkte digitale Aktivitäten der Top 5-20 Versicherer. finletter.de

Podcast: Christopher Kampshoff, CEO von Lendstar, und Joschka Friedag, CEO und Co-Founder von Cringle, sind im Gespräch bei „Paymentandbanking“ und machen sich Gedanken zum Thema: „Wie steht es beim Thema P2P-Payment in Deutschland?“ paymentandbanking.com

Analyse: Wie hoch kann die Wirecard-Aktie steigen? Was ist angemessen? Merrill Lynch stufte das Kursziel der Wirecard-Aktie von 192 Euro auf 150 Euro herunter. Die „Finanz-Szene“ hat sich die Beziehungen der Top-40-Händler zu Wirecard näher angesehen und ordnet die Kritik von Merrill Lynch ein. finanz-szene.de

Schweizer freunden sich mit Mobile Payment an: Eine Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen (IFZ) an der Hochschule Luzern zeigt: Das Bezahlen mit dem Handy wird in der Schweiz immer beliebter. Derzeit erfolgen rund 1,75 Millionen Transaktionen auf diese Art. Dies entspricht einem Marktanteil von einem halben Prozent. Dabei wurden mehr als eine Millionen der Transaktionen über die Bezahl-App Twint getätigt. nzz.ch

Stromfresser Bitcoin: Hinsichtlich seines gigantischen Stromverbrauchs steht der Bitcoin schon länger in der Kritik. Allerdings schlagen Forscher erneut Alarm, denn der Verbrauch steigt noch schneller, als erwartet. Eine aktuelle Studie schätzt, dass Bitcoin bis Ende dieses Jahres ein halbes Prozent der weltweiten Stromversorgung in Anspruch nehmen könnte. Krypto-Miner suchen daher nun nach Alternativen. So werden jetzt beispielsweise in einem norwegischen Stollen Bitcoins „geschürft“. faz.net, wired.de

Amazon und die Versicherungen: Will der ehemalige Online-Buchhändler Amazon sein Imperium ausbauen und in die Versicherungsbranche einsteigen? Für Guidewire sind solche Pläne nicht von der Hand zu weisen. it-finanzmagazin.de

Gute Kapitalausstattung: Venture-Capital-gestützte Fintech-Start-ups sammelten im Q3/2018 weltweit 5,64 Milliarden US-Dollar bei 375 Deals ein. Asien hat dabei mächtig aufgeholt und ist dabei, den USA den Rang abzulaufen. Auch Europa hat neuen Schwung bekommen, wie das Analyseunternehmen CBInsights vorlegt. bank-blog.de

 

– Meist gelesen in der letzten Woche –

… war der Zahlencheck zum Aufbau der Berliner Solarisbank. deutsche-startups.de

 

– Das Beste zum Schluss –

Cat-Content: Das britische Fintech Anna hat eine kontaktlose Debitkarte auf den Markt gebracht, welche Unternehmern helfen soll, ihre Ausgaben im Griff zu behalten. Das ist ehrenwert, die Methode jedoch ist … ungewöhnlich: Ein scharfes Katzen-Miau nämlich soll die Benutzer dazu bringen, sorgfältiger über ihre Ausgaben nachzudenken. „Miaowing ist die perfekte Form der Kommunikation – sie ist kurz, scharf, aber nicht aufdringlich und warnt uns sofort“, sagt die Tierpsychologin Ellena Hinson, die das Feature der Karte entwickelt hat. Das „Miau“ einer Mieze sei der perfekte Klang für Geschäftsleute, sagt sie. Wann kommen die nächsten Finanzprodukte, die bellen, pfeifen oder muhen? Es bleibt spannend! finextra.com

Christina Cassala

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