finletter 191 – N26, Orderbird, Otto

Mega-Investment: N26 sammelt 300 Millionen US-Dollar ein

Die Banking-App N26 hat in einer Series-D Finanzierungsrunde 300 Millionen US-Dollar (rund 260 Millionen Euro) eingesammelt und steigt in die exklusive Liga der so genannten „Einhörner“ auf. Die Bewertung des Fintechs liegt jetzt bei 2,3 Milliarden Euro (2,7 Milliarden US-Dollar), was bedeutet, dass N26 a) seine Bewertung binnen weniger Monate mehr als verdreifacht hat b) jetzt mehr wert ist als die im MDax notierte Aareal Bank, die auf 1,7 Milliarden Euro kommt sowie c) seinen britischen Rivalen Revolut überholt hat, der von Investoren wie Index Ventures und Rocket Internet mit umgerechnet etwa 1,5 Milliarden Euro bewertet wird.

Angeführt wurde die jüngste Finanzierungsrunde bei N26 vom US-Wagniskapitalgeber Insight Venture Partners, beteiligt sind zudem der Staatsfonds GIC aus Singapur, die Allianz-Versicherung und der deutsche Risikokapitalgeber Earlybird Venture. Die Finanzierung sei „der Ritterschlag für die deutschen und europäischen Fintechs“, sagt Earlybird Mitgründer Hendrik Brandis gegenüber dem Handelsblatt. Es handelt sich um eine der größten Private-Equity-Finanzierungsrunden, die ein europäisches Fintech je gestemmt hat.

Insgesamt haben Investoren nun mehr als 500 Millionen US-Dollar in die junge Berliner Firma gesteckt, darunter Europas größter Versicherungskonzern Allianz und der chinesische Internet-Riese Tencent, der Investor Peter Thiel und Mitglieder des Zalando-Managements.

Die jüngste Geldspritze fließt zunächst in die US-Expansion, die noch im ersten Halbjahr starten soll. Langfristig will jedoch N26 nicht nur in den USA und Europa erfolgreich sein. Das Berliner Unternehmen plant vielmehr, die ersten globale mobile Bank zu werden und damit eine „der größten Industrien umzukrempeln“, so Gründer Valentin Stalf im Interview. Zu einem potenziellen Börsengang hält sich das Unternehmen bisher bedeckt.

Seit der Markteinführung des ersten Produkts im Januar 2015 hat N26 mehr als 2,3 Millionen Kunden in 24 europäischen Märkten gewonnen und bisher mehr als 20 Milliarden Euro Transaktionsvolumen abgewickelt. Kunden halten derzeit über eine Milliarde Euro auf N26-Konten.

Handelsblatt.com, finanz-szene.de, faz.de, t3n.de, welt.de (Interview), Handelsblatt.com (Interview), gruenderszene.de


Korrekturhinweis

Im finletter 190 vom 20. Dezember 2018 haben wir unter der Überschrift „Rekord-Investitionen in heimische Fintechs, aber die Konkurrenz schläft nicht“ auf eine Fintech-Studie Bezug genommen. Fälschlicherweise wurden die Zahlen – 778 Millionen Euro Investitionsvolumen in deutsche Fintechs allein in den ersten drei Quartalen 2018 – der Unternehmensberatung EY zugeschrieben. Sie stammen allerdings aus der aktuellen Fintech-Studie der Onlinebank Comdirect, die sich auf die Daten der Düsseldorfer Firma Barkow Consulting stützt. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.


Zinsland Wall Höfe
Die Tecklenburg GmbH realisiert ihr 10. Projekt in Zusammenarbeit mit ZINSLAND – 6 Darlehen wurden bereits an die Anleger zurückgezahlt. Mit den „Wall Höfen“ entsteht der Neubau eines Wohn- und Geschäftsquartiers in direkter Nähe zu Düsseldorf.
blog.zinsland.de

– Fintech-News Deutschland –

Millionen für Orderbird: Der Berliner Spezialist für Tablet-basierte Gastronomie-Kassen, Orderbird, hat eine neue Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen. Geld gab es von den Bestandsinvestoren Digital+ Partners und Carsten Maschmeyer. Neu eingestiegen sind die Investmentgesellschaft von Max Iann sowie ein Family Office. Wie hoch die neue „Millionen-Investition“ ist, wollte Orderbird jedoch nicht vermelden. Noch im November wertete der Gesellschafter Concardis seine Beteiligung deutlich ab. gruender.wiwo.de

Direktzahlungen bei Otto: Als erstes Unternehmen steigt der Online-Händler Otto in den Instant Payment-Markt ein. Möglich wird dies durch eine Kooperation zwischen dem Mutterkonzern und der Hanseatic Bank. internetworld.de, heise.de, otto.de

Verdopplung bei Kreditanfragen: Die digitale Plattform für Mittelstandsfinanzierungen Creditshelf setzt ihren Wachstumskurs fort. Nach eigenen Angaben wurden im gesamten Jahr 2018 Kreditanfragen in Höhe von einer Milliarde Euro bearbeitet – eine Steigerung von mehr als 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. goingpublic.de, Pressemitteilung

Neues Angebot: Mit „Efficient Scale“ gründet die Münchner Fidor Bank ein eigenständiges Unternehmen für datengetriebenes Partnermarketing. Das Kontoangebot soll zu einem digitalen Banking-Ecosystem weiterentwickelt werden, in dem Kunden aus verschiedenen Angeboten zu Mobilität, Kommunikation, Versicherung, Lifestyle oder anderen Bereichen wählen können. it-finanzmagazin.de

Mindestbetrag steigt: Die Berliner Crowdfunding-Plattform Companisto hat das Mindestinvestment bei den Frühphasenfinanzierungen auf der Plattform auf 250 Euro angehoben. Am 15. Januar startet das erste Start-up unter den neuen Bedingungen eine öffentliche Finanzierungsrunde. Pressemitteilung

Stout eröffnet Büro: Nach Oppenheimer und der Silicon Valley Bank kündigt nun auch die US-amerikanische auf Technologieunternehmen spezialisierte Investmentbank Stout ihren Markteintritt in Deutschland an. Die Niederlassung soll in Berlin eröffnet werden. finance-magazin.de

Personenkarussell: Mit Beginn des neuen Jahres haben etliche prominente Köpfe der Szene ihren Job gewechselt. Hier kurz zusammengefasst, wer sich 2019 neuen Herausforderungen stellt: Jes Henning wechselt von der Commerzbank zur Schufa als Principal Digital Transformation & New Business. +++ Michael Backes und Paul Jozefak, die Laufe des letzten Jahres bei der Otto Gruppe ausgeschieden waren, gründen ihr eigenes Fintech Start-up Receeve. +++ Mirko Krauel verlässt CollectAI. +++ Kilian Thalhammer, Berater und Blogger, geht zur Wirecard als Vice President Product. +++ Nick Rieger, Chief Marketing Officer der Fidor Bank, wird zusätzlich zum Geschäftsführer der neu gegründeten Fidor-Tochter Efficient Scale. +++ Susanne Krehl hört bei Barzahlen und dem Fintech Stammtisch Berlin auf und nimmt sich eine Auszeit. +++ Roberto Valerio hörte ebenfalls letztes Jahr bei Riskident auf und gründet sein eigenes Fintech: Risk42.

 

– Fintech-News International –

Nach dem Brexit: Das in London ansässige TransferWise hat in Brüssel eine belgische Payment-Lizenz beantragt, um einen reibungslosen Übergang nach dem Brexit gewährleisten zu können. Gleichzeitig eröffnet das Fintech ein neues Büro in der Belgischen Hauptstadt. Die Londoner Zentrale soll bestehen bleiben. venturebeat.com

Google erhält Payment-Lizenz: Nach der litauischen E-Money-Lizenz hat Google nun auch noch eine irische Payment-Lizenz erhalten. Ein weiterer Schritt, der dazu führen könnte, dass der große Technologiekonzern sein Finanzdienstleistungsangebot in der gesamten Europäischen Union deutlich ausbaut. finextra.com

Alles nur Gerüchte, Gerüchte: Die Digitalbank Monzo bereitet sich laut eines Berichts von „Techcrunch“ auf den Eintritt in den US-Markt vor. Ein Monzo-Sprecher sagte jedoch dazu: „Wir freuen uns sehr über die internationale Expansion in den kommenden Monaten und Jahren. Schließlich ist es schwierig, allein in Großbritannien eine Bank für eine Milliarde Menschen zu bauen! Allerdings haben wir zum jetzigen Zeitpunkt nichts Konkretes über diese Pläne zu berichten. Wenn wir das tun, werden wir es der Welt sicher sagen.“ Heißt so viel wie: Nichts Genaues weiß man nicht. Gleichzeitig ernennt Monzo den ehemaligen Vizepräsident von Barclays, Gary Hoffman, zum nicht-geschäftsführenden Vorsitzenden.techcrunch.com, ft.com (Personalmeldung)

Drehscheibe: Litauen will zu einer Blockchain-Drehscheibe zwischen der EU, Osteuropa und Asien werden. Bei innovativen Finanztechnologien will das Land künftig an der europäischen Spitze mitmischen. nzz.ch


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– Neu auf finletter.de –

Friedrich-W. Kersting hat für finletter die Innovationen der Bankenbranche im BlickWunschzettel an die Banken: Weihnachten ist zwar längst wieder vorbei, finletter-Autor Friedrich-W. Kersting hat dennoch vier Wünsche an die Banken 2019. Frei nach dem Motto „Man wird doch noch träumen dürfen“, fantasiert er in seiner Transformations-Kolumne dieses Mal von Banken, die wirklich kundenorientiert arbeiten und unternehmerisch denken, und von viel mehr Gründerinnen im Finanzmarkt. finletter.de

 

– Treffpunkte –

Fintech Ladies: Das Berliner Chapter des Netzwerks trifft sich zum ersten Mal im neuen Jahr. Am Abend gibt es zunächst einen Impulsvortrag der Berliner Volksbank. Danach besteht Zeit für Q&A und Networking. finletter ist Medienpartner. 17. Januar, Berlin.

Fintech Meetup Düsseldorf: Die Frage des Abends lautet: Wie reagieren Banken auf Fintech- Unternehmen? Geplant sind wieder drei kurze Vorträge mit anschießendem Networking. finletter ist Medienpartner. 19. Februar, Düsseldorf.

Rethinking Corporate Banking: Die Margen im Corporate Banking sind unter Druck. Gleichzeitig wünschen sich Firmenkunden effiziente Prozesse und digitale Schnittstellen. Wie lässt sich unter diesen Gesichtspunkten ein zukunftsfähiges Firmenkundengeschäft gestalten? Dies ist eine Frage bei der Euroforum Jahrestagung. finletter ist Medienpartner. 4.-5. April 2019, Frankfurt.

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie in der Event-Liste auf finletter.de.

 

– Wochenendlektüre –

Einschätzung: Die großen internationalen Technologiekonzerne steigen leise und Schritt für Schritt in die Finanzbranche ein, heißt es unter anderem in einem Beitrag über die Chancen und Risiken für Fintechs im Jahr 2019. Geschrieben hat ihn Clas Beese, Gründer von finletter, mit einem Blick unter anderem auf Plattformbanken und Herausforderungen im Privatkundengeschäft. der-bank-blog.de

Podcast: Wie verbreitet ist Mobile Payment eigentlich in China? Im Gespräch erläutern Miriam Wohlfarth (RatePay) und André M. Bajorat (figo) was westliche Unternehmen von chinesischen Strukturen lernen können, warum die Schlagkraft der dortigen Anbieter AliPay oder Tencents von WeChat nicht zu unterschätzen ist und ob diese Plattformen auf den Westen übertragbar sind. deutsche-startups.de

Interview: Olivier Guillaumond, Global Head of Fintechs bei ING, gibt einen Einblick in die Zusammenarbeit zwischen Fintechs und Banken. derbrutkasten.com

Happy Birthday: Der Bitcoin feierte Anfang Januar bereits seinen zehnten Geburtstag. Satoshi Nakamoto erzeugte den Genesis-Block der Bitcoin-Blockchain von Hand und erschuf damit die bekannteste Kryptowährung der Welt. heise.de

Ausblick 2019: Eine Konsolidierungswelle hat den Fintech-Markt 2018 ganz schön durcheinandergewirbelt. Wie wird 2019? Diese drei wesentlichen Trends werden den Finanztechnologie-Sektor beschäftigen: mehr Angebote, reifere Modelle und Konsolidierung sowie interessante Start-ups vor allem im Blockchain-Krypto-Bereich. goingpublic.de


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– Meist gelesen seit der letzten finletter-Ausgabe –

… war zum wiederholten Male die Studie „Technology Predictions 2019“ des Investmentunternehmens GP Bullhound. Studie

 

– Das Beste zum Schluss –

Neue Reihe: Ab sofort teilen abwechselnd Insurtech-Experten ihre Markt-Beobachtungen auf dem finletter. In der ersten Ausgabe verraten alle vier die aus ihrer Sicht wichtigsten Trends fürs neue Jahr. Es schreiben künftig: Erika Krizsán (Insurance Factory, Managing Director), Hans-Peter Holl (enowa AG, Vorstand), Moritz Finkelnburg (Global InsurTech Roadshow, Gründer) und Sabine Vanderlinden (Tia Technology, Aufsichtsrätin, & Startupbootcamp InsurTech, Geschäftsführerin). finletter.de

Christina Cassala

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