finletter 198 – Sparkassen und Apple Pay, N26, Insurtech-Investments

Sparkassen könnten bald in den süß-sauren Apfel beißen

Sparkassen-Kunden mit iPhone können darauf hoffen, bald kontaktlos zu zahlen. Bisher hatte sich der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) gegen die Implementierung von Apple Pay gesträubt, mutmaßlich aus strategischen Gründen. Nun sagte ein DSGV-Sprecher gegenüber dem „Handelsblatt“, man führe „sehr positive Gespräche mit Apple, um herauszufinden, wie wir Apple Pay für alle unsere Kunden einführen können“. Auch die Genossenschaftsbanken, so heißt es im Artikel, seien „weiterhin in der Prüfung und im Gespräch mit Apple“.

Mit ihren eigenen Payment-Lösungen haben sich die Sparkassen bislang auf Android fokussiert – offiziell, weil sie damit bereits 80 Prozent der Mobilfunknutzer in Deutschland abdecken. Tatsächlich aber ist das kontaktlose Bezahlen als entscheidender Faktor für Mobile Payment auf iOS schlicht nicht möglich, da Apple die notwendige NFC-Schnittstelle für Dritte sperrt.

In Deutschland nehmen bisher unter anderem N26, die Fidor Bank, O2 Banking, die Hanseatic Bank oder die comdirect an Apple Pay teil. Zwar untersagt Apple den Banken, detaillierte Zahlen preiszugeben, doch die „Süddeutsche Zeitung“ ermöglicht Einblicke durch die Hintertür: Demnach war bei der comdirect die Zahl der Registrierungen bereits am ersten Tag fünfstellig und auch N26 berichtete bereits wenige Wochen nach Deutschlandstart von einem „deutlichen Anstieg von Neukunden“.

handelsblatt.com, t3n.de, macwelt.de, finanzen.net, süddeutsche.de


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– Fintech-News Deutschland –

N26 expandiert nach Brasilien: Nachdem die Erweiterung in die USA bereits 2017 angekündigt wurde, sich aber bis heute verzögert, könnte es mit der Eröffnung einer Dependance in Brasilien ganz schnell gehen. Laut Reuters startet N26 bereits kommende Woche in Brasilien. reuters.com

Erpressung bei Wirecard: Die unbeständige Wirecard-Aktie war der Dauer-Aufreger der letzten Wochen. Zuletzt sorgte die Bafin für Aufsehen, als sie Spekulationen auf fallende Wirecard-Kurse für zwei Monate verboten hatte. Nun kam heraus, wieso: Wirecard wurde erpresst und die Finanzaufsicht wusste Bescheid. manager-magazin.de

Zazter erhält Exist-Gründerfinanzierung: Das Fintech-Start-up bietet ein Bezahlsystem für Gruppen. Kosten sollen in Echtzeit auf mehrere Personen aufgeteilt werden, sodass beispielsweise beim gemeinsamen Geburtstagsgeschenk keiner mehr in Vorleistung gehen muss. startupvalley.news

Fintechs bekamen weniger Geld: Deutsche Start-ups feiern Finanzierungsrekorde. Fintechs allerdings bekamen im vergangenen Jahr dagegen nur ein kleineres Stück vom Kuchen ab. Laut dem jährlichen „Pulse of Fintech“ von KPMG ist das aber kein Grund zur Besorgnis, da sich die Branche nach besonders hohen Investitionen in 2017 nun „gesünderen Werten“ nähere. assets.kpmg

Jeder vierte Deutsche interessiert sich für mobiles Bezahlen: Zumindest nach einer Umfrage des britischen Meinungsforschungsinstitutes YouGov, bei der gut 2.000 Personen befragt wurden. In der Generation der 18- bis 24-Jährigen ist das Interesse mit knapp 40 Prozent nochmal höher. Demgegenüber stehen aber noch höhere Zahlen von Menschen, die nur ungern mobil bezahlen würden. it-finanzmagazin.de

Bafin veröffentlicht Digitalisierungsstrategie: Der Markt um „Big Data und Artificial Intelligence“ (BDAI) ist stark reguliert und wird beaufsichtigt, denn er lebt mehr als andere Märkte davon, auf Vertrauen zu setzen. Eine solide Basis für dieses Vertrauen zu schaffen, ist in ihrem Selbstverstädnis eine Aufgabe der Bafin. Sie hat daher eine Digitalisierungsstrategie erstellt, in der sie drei Grundfragen formuliert. bafin.de

Finlab steigt bei Onpex ein: Das Investment in die luxemburgische-deutsche Banking-as-a-Service-Plattform soll ein hoher siebenstelliger Betrag sein. Neben Inkubator/ Investor Finlab haben weitere Business Angels investiert, die zuvor bereits teilweise beteiligt waren. finanztreff.de

 

– Fintech-News International –

Insurtech-Investments auf Vierjahres-Hoch: Zwei Quartale hintereinander wurde in der zweiten Jahreshälfte des vergangenen Jahres die Milliarden-Dollar-Marke geknackt, zeigen Zahlen von unter anderem CBS Insights. Deutschland lag demnach Ende 2018 weltweit auf Platz drei, weit abgeschlagen hinter den USA, aber etwa auf der Hälfte der chinesischen Investitionen. dig-in.com

Samsung Galaxy und das Bitcoin-Porte­mon­naie: Die Südkoreaner haben den Mobile World Congress in Barcelona genutzt und eine Crypto-Wallet für das neue Flaggschiff, das S10, präsentiert. coin-update.de

Billig-Smartphone mit Mining-Funktion: Das britische Blockchain-Start-up Electroneum hat mit dem M1 ein günstiges Smartphone präsentiert, dass dem Nutzer die Möglichkeit bietet, per App Kryptowährungen zu minen – ohne spezielles Zusatz-Equipment. decryptmedia.com

Women in Fintech Powerlist: Die britische Fintech-Community Innovative Finance hat die Powerlist der Frauen im Fintech-Bereich für 2018 veröffentlicht. Mit dabei ist unter anderem finletter-Insurtech-Kolumnistin Sabine VanderLinden. innovatefinance.com

Südafrikanische Blockchain-Plattform: Die Standard Bank will noch in der ersten Jahreshälfte eine Cloud-basierte Plattform starten. Das Ziel: schnellere Zahlungen und transparentere Vorgänge. bankingtech.com


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– Treffpunkte –

Open Banking Roadshow with Red Hat: Kann Open Banking die Ausgestaltung und den Vertrieb von Bankprodukten revolutionieren? Wie man das Thema angehen kann, möchte der strategische Überblick verdeutlichen. 7. März, Frankfurt

InnoFinanceSummit: Prospektrichtlinie, EU-Regulierung, Kleinanlegerschutzgesetz werden diskutiert beim Regulierungsdialog des Bundesverband Crowdfunding. Das Thüringer Wirtschaftsministerium hat die Schirmherrschaft und finletter ist Medienpartner. 26. März, Erfurt

Fintech Ladies Berlin @DKB Code Factory: Impulsvortrag mit anschließendem Q&A und Networking. finletter ist Medienpartner der Events des Netzwerks Fintech Ladies. 27. März, Berlin

Mobile and Digital Banking Forum: Thema ist die Zukunft der europäischen Geschäftsbanken. Unter anderem stehen eine Diskussion über die Erhöhung oder Reduzierung von Transaktionskosten, der Einsatz von KI und Machine Learning im Bankenkontext und der Umgang mit PSD2 auf dem Plan.  27. und 28. März, Berlin

hub.berlin: Um im Tempo der Digitalisierung mithalten zu können, müssen Unternehmen industrieübergreifend Trends erkennen und die eigene Transformation stetig vorantreiben. Dafür bietet die hub.berlin den Rundumschlag über die wichtigsten Entwicklungen von Technologien und digitalen Lösungen. Dazu gehören die spannendsten Digitaltrends in Mobility, Fintech, Blockchain, Insurtech, Retail, Manufacturing, VR/AR und vielem mehr. 10. und 11. April, Berlin

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie in der Event-Liste auf finletter.de.

 

– Wochenendlektüre –

Die Rückkehr des Gerhard Schmid: Als Mobilcom-Gründer erlebte er einen phänomenalen Aufstieg genauso wie den anschließenden tiefen Fall. Jetzt ist er als Geschäftsmann zurück auf dem Plan und bietet eine Plattform, die Blockchain-Anwendungen eine Infrastruktur geben soll. In der „Wirtschaftswoche“ macht Schmid große Ansagen: Branchengrößen sind für ihn keine Konkurrenz und „Taschengeld-Investoren” uninteressant. wiwo.de

Japan im Sprint zur Blockchain? Was haben Japaner und Deutsche gemeinsam? Beiden sagt man einen Hang zum Bargeld nach. Und in beiden Ländern passiert dennoch gerade einiges auf dem unbaren Markt. In Japan macht nun die Regierung Druck. Da die bargeldlose Infrastruktur derzeit nicht besonders ausgebaut ist, könnte ein direkter Sprung in die Blockchain erfolgen, überlegt sich „Heise“. heise.de

Fintechs mit Brexit-Sorgen: Kein Tag vergeht gerade, an dem die Nachrichten nicht vom Brexit berichten. Kommt er oder nicht? Wird er hart oder weich? Auch Fintechs stellt das vor Probleme. Selbst wenn man sich vorbereitet hat, die Ungewissheit der Brexit-Achterbahn bleibt. Was das derzeit für Ausiwrkungen hat, ist in der „Süddeutschen Zeitung“ zu lesen. süddeutsche.de

Messenger-Dienste wollen Kryptowährungen einführen: Facebook, Telegram, Signal. Die großen Dienste verbinden Milliarden Menschen miteinander und bieten so eine perfekte Grundlage, Kryptowährungen im Mainstream ankommen zu lassen. Die „New York Times“ schreibt über aktuelle Pläne – und die Hürden. nytimes.com

Klein, aber begehrt: Proptechs finden häufig nicht die Beachtung, die sie vielleicht verdienen. Gerade hierzulande sind die Immo-Start-ups begehrt. Die Szene ist klein, doch das ändert sich gerade. handelsblatt.com

 

– Meist gelesen in der letzten Woche –

…war der Bericht über das irritirende Verhalten des Finanzplatzes Deutschland in der Causa Wirecard. finanz-szene.de

 

– Das Beste zum Schluss –

Fintech gegen Armut: Fintech klingt nach Lösung für Luxusprobleme. Tatsächlich aber können gerade jene von Fintech profitieren, von denen man es vielleicht auf den ersten Blick nicht erwarten würde. Vor nunmehr zwölf Jahren ging M-Pesa in Kenia an den Start, um den Menschen ein simples und niederschwelliges Payment-System per SMS  zu bieten. Die „NZZ“ hat gerade aufgeschrieben, warum Fintechs wie M-Pesa wahre Heilsbringer für Entwicklungsländer sein können und nennt dabei überraschende Zahlen. nzz.ch

Martin Pieck