Mit der Blockchain zu mehr Lebensmittelsicherheit und Transparenz

Wenn wir Straßen, Eisenbahnstrecken, Radwege, Flughäfen oder neue Stadteile bauen, dann bricht bei den wenigsten Menschen Begeisterung aus. Sie sind notwendig, sind wie die Adern und Venen unserer kapitalistischen Ökonomie. Aber sie sind nicht sexy und führen nicht zu kurzen oder lange anhaltenden Glücksgefühlen bei den Menschen.

Auch Blockchains lösen bei normalen Menschen keine Begeisterungsstürme aus.  Wenn Sie allerdings Teil einer Tech-Community oder Anarchist sind, dann könnte das anders sein. Da Begeisterung bei erwachsenen Menschen aber manchmal recht verdächtig klingt, ist es gut, wenn diese seriös daherkommt, wie unlängst auf dem großen Tech-Festival SXSW, wo das Thema Blockchain erfreulich frei von Hype und als reifende Industrie präsentiert wurde.

Finanzanwendungen, das Internet der Dinge, smarte Städte und Logistik werden von etablierten Unternehmen zu den wichtigsten und vielversprechendsten Einsatzmöglichkeiten der Technologie gezählt. Cisco spricht in einem aktuellen Report von der Transformation zu einer programmierbaren Wirtschaft, die nicht nur erhebliche Effizienz Gewinne mit sich bringt. Auch der Wert des Neugeschäftes belaufe sich auf über drei Billionen US-Dollar bis ins Jahr 2030. Das wird entweder einige wenige noch reicher machen – oder könnte als bedingungsloses Einkommen jedem Menschen auf der Welt zugute kommen.

Logistik als Durchbruch?

Lösungen im Logistik-Bereich erleben gerade einen Boom, weil sie eben wesentliche Probleme unserer Ökonomie zu lösen scheinen und vorhandene Ineffizienzen beseitigen. Hier sind zwei Anwendungen, die das Potential deutlich aufzeigen:

Da wäre einmal Bumble Bee Foods, die in Zusammenarbeit mit SAP unter Nutzung der SAP Cloud Plattform Blockchain Service eine Lösung entwickelt haben, um den Gelbflossenthunfisch auf seiner Reise aus dem indischen Ozean bis auf den Esstisch zu verfolgen. Alle Schritte der Wertschöpfung werden in einer Blockchain festgehalten. Jeder Teilnehmer kann jeden  Schritt nachvollziehen. So entsteht Vertrauen aller Beteiligten gekoppelt mit extremer Effizienz und Kostensenkungen.

Walmart kooperiert mit IBM für eine Lösung, die Lebensmittelsicherheit garantieren soll: Lieferanten von grünem Blattgemüse müssen ihre Daten bis September 2019 in die Blockchain hochladen. Dadurch sollen die bisher häufig noch manuellen Prozesse der Lieferkette digitalisiert und der Prozess nachvollziehbarer und transparenter werden. Jeder Knoten der Blockchain kann eine Einheit darstellen, die die Lebensmittel auf dem Weg ins Geschäft verarbeitet hat. Es lässt sich schneller und einfacher erkennen, ob und wo ein Problem aufgetreten ist.

Jeden von uns werden diese Beispiele an Ineffizienzen erinnern, die wir als Kunde häufig als Ärgernis empfinden. Nicht nur im Umgang mit Unternehmen, sondern auch im Austausch mit Behörden. Man kann sich deshalb schon vorstellen, dass nicht jeder Blockchains und insbesondere öffentliche Blockchains lieben wird. Es gibt immer etwas zu verlieren.

Boris Janek