finletter 206 – Wirecard, Sparkassen, N26

Softbank investiert 900 Millionen Euro in Wirecard

Diese Woche sorgte der bayerische Zahlungsdienstleister nach einigen Tiefschlägen wieder für positive Nachrichten: 900 Millionen Euro will die japanische Softbank in Wirecard investieren. Der Deal soll über eine Wandelschuldverschreibung laufen, also über eine Anleihe, die Softbank in fünf Jahren das Bezugsrecht für knapp sieben Millionen Wirecard-Aktien zusichert. Macht Softbank dann davon Gebrauch, gehören die Japaner mit einem Schlag zu den größten Investoren der AG. Es soll aber nicht bei einem reinen Investment bleiben. Auch eine strategische Partnerschaft ist beschlossen, die Wirecard wohl unter anderem die Expansion im asiatischen Raum erleichtern wird. Auch im Bereich der digitalen Kreditvergabe wollen beide künftig zusammen arbeiten.

Deutlich positive Signale für die Wirecard-Anleger, was aber nicht heißt, dass man in Aschheim in dieser Woche ausschließlich erfreut durchatmen kann. Erneut erhebt die „Financial Times“ Vorwürfe, bei denen es um fragwürdige Geschäftsmethoden im Zusammenhang mit Drittanbietern geht. Fürs Erste dürften diese Störgeräusche aber nicht zu sehr auf die Stimmung drücken. Immerhin konnte Wirecard nach Monaten der Spekulationen einen aktuellen Abschluss vorlegen, der durch die Wirtschaftsprüfer von EY abgesegnet wurde. Im Bericht betonen die Prüfer explizit, dass sich keine Einwendungen hinsichtlich der Bewertung der Geschäftswerte oder „der Forderungen sowie der Realisierung und des Ausweises der Umsatzerlöse gegenüber Acquiring-Partnern ergeben“ habe.

Als wäre das alles nicht schon genug für eine Woche, gab es auch News zum „Fall “ seitens der Finanzdienstleistungsaufsicht – das zweimonatige Bafin-Verbot ist aufgelaufen, nachdem keine neuen Netto-Leerverkaufspositionen in Wirecard-Aktien aufgebaut oder bestehende Netto-Leerverkaufspositionen erhöht werden konnten. Im Sport würde man die Wochenbilanz der Bayern so mit einem 3:1 beschreiben.

faz.net, handelsblatt.com, aktionaer.de, finanz-szene.de  bafin.de


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– Fintech-News Deutschland –

Sparkassen denken über eigene Direktbank nach: Noch ist es nur ein Gedankenspiel. Die Sparkassen tragen sich offenbar mit dem Gedanken, der mächtigen Online-Konkurrenz eine eigene Direktbank entgegenzustellen. Der Marketingkraft des Verbundes gegenüber stünde dabei aber das bisher unantastbare Regionalprinzip der Sparkassen. handelsblatt.com

N26 gründet Technologiezentrum in Wien: Die Onlinebanker reagieren auf die jüngsten Schlagzeilen zu Sicherheitsproblemen mit einer radikalen Antwort. Ein ganzes Technologiezentrum soll künftig in Wien um KI-Lösungen für die Sicherheit der N26-Kunden bemüht sein. Langfristig sollen so 300 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. techcrunch.com

Neue Bezahloptionen für Ebay: Für die deutsche Ebay-Variante werden künftig neue Bezahloptionen geboten, unter anderem auch Apple Pay und Google Pay. manager-magazin.de

Consorsbank setzt auf Apple Pay: Die Zahl der deutschen Partnerbanken von Apple Pay steigt weiter an. Neuestes Beispiel ist die Consorsbank. handelsblatt.com

Trustbills meldet Insolvenz an: Das erste Fintech, in welches die Deutsche Bank investierte, steckt im Insolvenzverfahren. Grund dafür sei nach Informationen von „Finanz-Szene“ aber nicht das operative Geschäft, sondern Streitigkeiten. finanz-szene.de

 

– Fintech-News International –

Teylor sammelt 900.000 Euro: Das Schweizer Fintech Teylor ist gerade erst gestartet und möchte von Beginn an explizit auch mit traditionellen Banken zusammen arbeiten. Teylor führt nach eigenen Angaben bereits Gespräche mit mehreren deutschen Banken. Kerngeschäft der Schweizer ist die Kreditvergabe an kleine und mittelständige deutsche Unternehmen. Durch die Nutzung offener Daten bietet das Fintec ein Online-Kreditangebot binnen Minuten und eine digitale Gesamtabwicklung des Kredits.  gruenderszene.de

UK-Fintech-Investments mit deutlichem Plus: Die Gesamtinvestitionen in UK-Fintechs haben im ersten Quartal die Milliarden-Dollar-Marke geknackt. Das ergeht aus einem Bericht der Non-Profit-Organisation Innovate Finance, die als Vertreter der UK-Fintechs gilt. Das bedeute ein Wachstum von 41 Prozent gegenüber dem letzten Quartal 2018. crowdfundinsider.com

Paypal profitiert vom E-Commerce-Boom: 4,1 Milliarden US-Dollar Umsatz – Paypal hat seine Einnahmen deutlich erhöhen können. Den Anlegern scheint das aber nicht gereicht zu haben, was sich in einem fallenden Aktienwert widerspiegelte. handelsblatt.com

Premiere des CEE-Fintech-Atlas: Die Raiffeisenbak International hat erstmals einen Übersicht über 19 Fintech-Ökosysteme herausgegeben. Der Atlas  identifiziert unter anderem die jeweils größten Fintechs der Region und deren relevante Investoren. fintechatlas.com


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– Treffpunkte –

Cloud meets Banking: Vertreter großer Banken, aus der Politik, von Google diskutieren über Vor- und Nachteile des Cloud-Einsatzes. 07. Mai, Frankfurt.

Fintech Ladies DeepDive: Keynote-Präsentation mit anschließendem Q&A sowie Netzwerk-Runde.finletter ist Medienpartner der Events des Netzwerks Fintech Ladies. 22. Mai, Frankfurt.

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie im Event-Kalender auf finletter.de.

 

– Wochenendlektüre –

Bundesregierung will sich um Apple kümmern: Apple ist anders. Das war bislang ein ungeschriebenes Gesetz und auch, wenn sich hier und da Widerstand gegen die Abschottungspolitik von Apple regte, tat das den Umsatzzahlen offenbar keinen Abbruch. Eine kleine Anfrage der Grünen im Bundestag lässt nun aufhorchen. Scheinbar hat die Bundesregierung auf dem Schirm, dass die Sperrung von NFC-Schnittstellen gegenüber Dritten eventuell zu beanstanden ist. Mit dieser Maßnahme hat Apple sich technisch bislang erfolgreich abgeschottet.  Der „Bargeldlosblog“ versucht sich an einer Interpretation der Regierungs-Antwort auf die Anfrage. bargeldlosblog.de bundestag.de

Kommunikation der Zukunft: „Bis in die 1980er Jahre waren Telexmaschinen mit Lochstreifensendern das Kommunikationsmittel der Wahl in vielen Banken und Versicherungen.“ Mit dieser simplen Wahrheit illustriert die „Computerwoche“ eingängig, dass moderne Zeiten auch moderne Kommunikationswege erforderlich machen. In dem Artikel geht es daher auch darum, wie Banken und Fintechs in Zukunft kommunizieren könnten. computerwoche.de

Fünf Start-ups für Indien: Manchmal lohnt ein Blick über den Tellerrand. „entrepreneur.com“ nimmt hier explizit indische Insurtechs unter die Lupe und erklärt, warum diese Versicherungen vereinfachen. entrepreneur.com


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Die Premiere naht: Wenn du hinter die Kulissen bei den großen Hamburger Fintech-Innovationslaboren schauen willst, nutze jetzt noch schnell deine Chance. Am 12. Juni geht’s los und es sind nur noch wenige Tickets verfügbar! fintechinnospacesafari.eventbrite.de

– Meist gelesen in der letzten Woche –

… war der Artikel über deutsche Unternehmen unter den 100 innovativsten Fintechs der Welt. fintech.global

 

– Das Beste zum Schluss –

Kampf um die Köpfe: Eigentlich klingt es doch paradox: In einer Branche, die von Dezentralität und Digitalisierung lebt, ist der Standort nach wie vor trotzdem von großer Bedeutung. So sind gerade die Millionenstädte wie Hamburg eben auch die Fintech-Hotspots im Land. Aber nicht nur bei der Standortwahl orientieren sich Fintechs an altbewährten Mustern. Ebenfalls trotz Digitalisierung bleiben weiterhin vor allem die Menschen hinter den Produkten relevant. Laut dem „Bank-Blog“ gar mehr denn je. Demnach nimmt das Ringen um die fähigen Macher weiter zu. Eine Betrachtung am Beispiel des Hamburger Fintech-Standorts. der-bank-blog.de

Martin Pieck

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