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finletter 349 – Zahlen ohne Bargeld, lemon markets, Beratung zum Digital-Euro

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Mehr vom finletter-Team

Kennen Sie bereits Deutschlands größte und vielseitigste Fintech-Veranstaltung? Die Fintech Week veranstalten wir das nächste Mal vom 26.–30. September 2022.

Und jetzt Sie:

 

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Bargeldlos

In Laufe der Corona-Pandemie wurde vieles untersucht. So ging es in Studien und Meinungsbeiträgen immer wieder um Dinge wie die Wirksamkeit und Akzeptanz von Masken, Impfungen und Maßnahmen. Ähnlich leidenschaftlich ging es aber auch immer wieder um ein gefühltes Lieblingsthema der Deutschen – um Bargeld bzw. um die Akzeptanz bargeldloser Zahlungen.

Nun, da vielerorts die Inzidenzen zwar hoch liegen, gleichzeitig aber der Weg in die Normalität gesucht wird, scheint das Thema wieder aufzuflammen. So beschäftigten sich in dieser Woche gleich mehrere Medien mit dem bargeldlosen Zahlen – teilweise mit unterschiedlichem Ergebnis.

So zitiert der „Bank-Blog“ eine ING-Studie, nach der sich der sogenannte Corona-Effekt abzunutzen scheint. In den letzten zwei Jahren sei der Anteil der kontaktlosen Zahlungen von 44 Prozent auf 34 Prozent gesunken. Dies sei jedoch auch abhängig von den bezahlten Gütern. Der Kaffee für unterwegs oder die Taxifahrt würden demnach eher unbar, die Lebensmittel aber weiter zum größeren Teil in bar bezahlt. Auch sei die Affinität zum bargeldlosen Bezahlen immer noch stark altersabhängig.

Das „it-Finanzmagazin“ bezieht sich hingegen auf eine Online-Umfrage im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme. Demnach gab die Hälfte der Befragten an, sich an bargeldlose Zahlungen und deren reibungslosen Ablauf gewöhnt zu haben.

Je nach Interpretation der Zahlen widersprechen sich die beiden Grundlagen nicht mal. Kontaktlos ist verwandt, aber nicht gleichzusetzen mit bargeldlos. Trends sind ohnehin in beide Richtungen zu lesen, das Thema des bargeldlosen Bezahlens scheint aber nach wie vor einen großen Anteil der Bevölkerung umzutreiben. Die Wahrheit liegt vermutlich wie so oft in der Mitte.

So schreibt „Payment & Banking“ in dieser Woche, dass vor allem die Genration Z eine zunehmende Bedeutung für Neobanken haben könnte. Anders als man annehmen mag, setze diese jedoch nicht ausschließlich auf bargeldloses Zahlen. Sie wolle selbst entscheiden und alle Möglichkeiten haben, diese Entscheidungen umzusetzen.

Womöglich ist künftig also nicht entscheidend, ob Kunden für oder gegen den Einsatz bargeldloser Zahlmöglichkeiten sind – solange, sie einfach die Wahl haben.

cash-online.de, der-bank-blog.de, it-finanzmagazin.de, paymentandbanking.com


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Unser diesjähriges Leitthema betrifft die gesamte (Finanz-)Wirtschaft. Welche Chancen birgt die Plattformökonomie? Welche Herausforderungen? Welche Rolle nimmt die Finanzwirtschaft ein? Erfahren Sie hier mehr zum Thema sowie zur Online-Veranstaltung am 15. Juni!


– Fintech-News Deutschland –

lemon markets sammelt 15 Millionen Euro: In der Finanzierungsrunde überzeugten die Gründer von lemon markets namhafte Geldgeber wie Lakestar. lemon markets hat eine Software entwickelt, mit der der Handel von Wertpapieren effizienter werden soll. Als “Brokerage-as-a-service”-Unternehmen will man unter anderem Fintechs den Einstieg in ein Brokerage-Angebot erleichtern. Aber auch Tech-Entwickler sollen von der Software profitieren, wenn sie für den Eigenbedarf automatisierte Handelsstrategien entwerfen wollen. businessinsider.de

Fintech-Förderung in Hamburg: In der Hansestadt wurde nun ein neues Förder-Programm für junge Unternehmen aus der Finanzwirtschaft etabliert. Gefördert werden sollen damit künftig Fintechs und Insurtechs, aber auch spezialisiertere Unternehmen, wie etwa Proptechs. Das Programm „InnoFinTech“ soll Ansiedlungen von jungen Start-ups ebenso fördern, wie das spätere Networking. hamburg-news.hamburg

Einhorn durch Verkauf: Das Fintech IDnow soll zum Einhorn werden. Das zumindest hoffen scheinbar einige der bisherigen Wagniskapitalgeber, die den Anbieter für Identifizierungs-Lösungen für Banken nun abstoßen wollen. Noch unklar scheint, ob ein kompletter Verkauf erfolgt oder eine Finanzierungsrunde, bei der wohl nur die Beteiligten aussteigen würden, die sich von IDnow trennen möchten. handelsblatt.com

DWP setzt auf Krypto: Die Frankfurter Deutsche Wertpapier Service Bank bereitet derzeit ein Angebot zum Handel von Kryptowährungen vor. Damit wird sie jedoch nicht direkt an die Endkunden herantreten. Als Transaktionsbank für Genossenschaftsbanken und Sparkassen will die DWP aber noch in diesem Jahr ihren angeschlossenen Banken den Krypto-Handel ermöglichen. handelsblatt.com

Bling erhält Kapital: Nils Feigenwinter hat mit Bling nicht nur ein Fintech gegründet, sondern zuvor als Jugendlicher auch eine landesweite Schülerzeitung in der Schweiz. Die dort gemachten Erfahrungen in Bezug auf den Umgang junger Menschen mit Finanzen, will er nun mit Bling der jungen Generation vermitteln. In der Familien-App sollen Kinder langsam an das Thema Finanzen herangeführt werden und perspektivisch lernen, Geld anzulegen. Prominentester Einzelinvestor ist dabei wohl Ex-Fußball-Profi André Schürrle. faz.net

finmarie-App kommt: Auch das Berliner Fintech finmarie hat sich Finanzbildung auf die Fahne geschrieben. Allerdings richtet finmarie sich nicht primär an junge Menschen, sondern an Frauen. Die sollen motiviert werden, sich mehr mit Geldanlage und Portfolio-Management auseinanderzusetzen, als das nach Einschätzung der App-Macher. Die App selbst ist neu, finmarie berät Frauen aber bereits seit 2018 in Sachen Finanz-Management. it-finanzmagazin.de

Allianz Partners und Revolut: Das britische Finance-Unicorn mit 18 Millionen Kunden weltweit ist mit der deutschen Allianz Partners eine exklusive Partnerschaft im Bereich Reiseschutz eingegangen. Mit der Partnerschaft können sich Revolut-Kunden unter anderem gegen negative Risiken bei Reiserücktritt wegen Covid 19 versichern. mobiflip.de

Neue Runde für Wefox: Wenn ein Börsengang abgesagt wird, hat das meist eine negative Konnotation. Unter anderem mit dem russischen Angriff auf die Ukraine wird nun auch die Zurückhaltung bei Wefox begründet. Immerhin hatte man im Sommer noch verkündet, nun unabhängig zu sein und vor dem Börsengang kein Fremdkapital mehr aufnehmen zu wollen. Scheinbar belasten die generellen Wirtschaftsprobleme Wefox aber bislang kaum. Laut dem Berliner Insurtech ist das Interesse an diesem so stark gewachsen, dass Wefox deutlich besser bewertet wird, als noch vor einem Jahr. Damals hob eine Investition den Marktwert des Unternehmens auf drei Milliarden Euro. handelsblatt.com

 

– Fintech-News International –

EU-Konsultation: Die EU-Kommission will sich mit Fachleuten aus der Finanz-Branche zum Thema Digitaler Euro austauschen. Hierfür hat sie entsprechende Fachleute aufgerufen, sich zu einer möglichen Einführung zu äußern. Dabei soll eine breite Palette an Fallstricken und Möglichkeiten thematisiert werden, etwa bezüglich der Finanzstabilität oder zu Themen rund um den Datenschutz. Die Beratungsperiode ist in dieser Woche angelaufen und angesetzt bis zum 14. Juni. ec.europa.eu

Twint in der Schweiz: Es klingt wie eine Erfolgsstory, die man in Zeiten von Bigtechs und Einhörnern kaum für möglich halten sollte, doch hat Twint in der Schweiz geschafft, wovon viele nur träumen. Twint ist eine Bezahl-App, die nicht von Expansion spricht, sondern sich voll auf den Schweizer Markt konzentriert – mit großem Erfolg. Fast jeder zweite Einwohner des Landes nutzt den Dienst, der von Banken in der Schweiz entwickelt wurde. Durch die extrem gute Akzeptanz ist es so möglich, selbst in kleinen Läden mit dem Smartphone zu zahlen, in denen es kein Terminal gibt. sz.de

Aufregung um Zuck-Bucks: Eigentlich bezogen sich alle nur auf einen Bericht in der Financial Times und doch wollte eine Vielzahl von Online-Medien nicht die Berichterstattung verzichten. Laut dem Bericht plant Meta (einst bekannt als Facebook) nämlich einen dritten Anlauf in Sachen Währung. Anders als Diem (einst bekannt als Libra) soll die neue Währung aber keine Kryptowährung sein- Vielmehr soll es sich um In-App-Geld handeln, welches zentral von Meta kontrolliert wird. Das Unternehmen selbst schwieg zunächst zu konkreten Gerüchten, ließ aber durchblicken, dass auch neue Währungen eine Rolle spielen, wenn Meta sich Gedanken zum Metaversum macht. Zuck-Buck soll im Übrigen nur ein an Marc Zuckerberg angelehnter Spaßtitel der Belegschaft sein. Der tatsächliche Arbeitstitel lautet demnach Zero Bucks. t3n.de, ft.com (Paywall)

Quonto startet Investorenrunde: Erst im Januar startete das französische Fintech eine Finanzierungsrunde. Nun wird diese erweitert – durch ein Crowd-Investing. Somit sei Qonto das erste europäische Finanz-Unicorn, das seinen Kunden eine Unternehmensbeteiligung ermöglicht. handelsblatt.com

Ruf nach Krypto-Regulierung: Häufig ging es zuletzt um die Möglichkeit, Sanktionen, wie aktuell die gegen Russland, durch Krypto-Währungen aushebeln zu können. Dies solle künftig verhindert werden, fordert nun die Bank of Japan. Demnach sollten die G7-Staaten nun eine kurzfristige Lösung finden. finews.ch

Intel und Bitcoin-Mining: Chip-Riese Intel hat nach eigenen Angaben einen Chip entwickelt, mit dem Krypto-Mining effizienter und sauberer werden kann. Nähere Infos zum geheim gehaltenen Zukunftsrezept kündigt „btc-echo“ in seinem kostenpflichtigen Magazin an. Zumindest das Mining von Bitcoins dürfte dabei allerdings zeitlich begrenzt sein. In dieser Woche wurde bekannt gegeben, dass es nur noch zwei Millionen Bitcoins zu heben gibt. btc-echo.de, t3n.de


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Es ist höchste Zeit, die Branche auf einer Bühne zu versammeln. Am 18. Mai ist es so weit: Finance Forward geht endlich live. Sie kommen von Fintechs, Insurtechs, von Banken und aus Kryptoprojekten. Sie stehen für eine Finanzbranche im Umbruch. Was sind ihre Pläne? Was treibt sie an? Und wohin geht ihre Reise? In Vorträgen, Panels und Fireside-Chats lernen wir sie kennen und fordern ihre Ideen heraus – so neugierig, unterhaltsam und kritisch, wie ihr es von Finance Forward kennt. Mit diesem Code „FINLETTER20“ erhälst du 20% Rabatt auf das Finance-Forward-Konferenz-Ticket!


– Treffpunkte –

Cybersecurity in Finance, how to Respond to Global Threats: Auf dem virtuellen Panel geht es unter anderem um sicherheitsrelevante Themen im Finanzsektor und um Deep Fakes. Nach einigen Vorträgen ist noch eine knapp halbstündige Q&A-Runde eingeplant. Die Zoom-Runde wird in Englisch stattfinden und aufgezeichnet. 28. April, online.

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie im Event-Kalender auf finletter.de. Hier können Sie uns Tipps für Events geben.


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Goldilocks Anzeige für finletter zu New Work
Die neue GOLDILOCKS-Ausgabe ist da! Dieses Mal haben sich die Teams vom Sparkassen Innovation Hub und vom finletter tief in das Thema New Work eingedacht, natürlich aus Sicht der Finanzwirtschaft. In der Titelgeschichte geht es darum, dass Banken einen Purpose brauchen, der auch zu ihren Mitarbeiter:innen passt. Das Magazin gibt es wie gewohnt direkt im Browser oder in der kostenlosen App für Apple oder Google.


– Wochenendlektüre –

CBCD und der Überwachungsstaat: Dieser reißerisch formulierte Zusammenhang von digitalem Zentralbankgeld und autokratischen Möglichkeiten ist nur eine der Richtungen, in die sich CBCD entwickeln könnten. Im Rahmen des CryptoFriday-Podcast von „Payment&Banking“ geht der Host auf Pro und Contra ein und teilt Gedanken zum richtigen Maß. paymentandbanking.com

Kreditwirtschaft und der Digi-Euro: Ebenfalls mit CBCD, genauer dem digitalen Euro, beschäftigt sich dieser Artikel. Als Volksbanken-Vertreter äußert sich Jens Holeczek zum digitalen Euro. Der will den Nutzen des Digi-Euros bewerten, nachdem dessen Ausgestaltung klar ist, noch könne es nämlich in gute oder schlechte Richtungen laufen. Der Experte weist auch darauf hin, dass es unterschiedliche Ansprüche gibt, was etwa Anonymisierung von Zahlungen angeht. All diese Ansprüche sollten auch in einer digitalen Währung berücksichtigt werden. bankinghub.de

Gigawachstum des Metaversums: Das Metaversum, oder Metaverse, ist derzeit wohl das Hype-Wort schlechthin. Selbst auf dem Tech-Festival SXSW in Texas gab es gefühlt kaum ein anderes Thema. Logisch, dass auch die Finanzwelt den Trend genau beobachtet oder gleich mitmischen will. Die US-Großbank Citi hält das Thema für extrem zukunftsrelevant und geht bis 2030 von einer Wertsteigerung des Metaverse-Ökosystems von bis zu 13 Billionen US-Dollar aus. Fünf Milliarden Menschen könnten es bis dahin nutzen. Was das für die Finanzbranche bedeutet, fasst die Citi in einem knapp 200 Seiten starken Paper zusammen. finews.ch

Kryptowelt von Morgen: Auch „Payment & Banking” beschäftigte sich in dieser Woche mit Zukunftsaussichten. In diesem Fall geht es darum, worauf wir uns Krypto-technisch einstellen können. Dabei beschäftigt sich das Portal mit der Frage, ob Krypto zum normalen Bestandteil der Finanzwelt wird. Der Artikel ist zugleich Werbung für einen Krypto-Report, der in der nächsten Woche erscheinen wird. financefwd.com

Frauenanteil in Neobanken: Das Thema ist nicht neu, verdient aber nach wie vor ungebrochene Aufmerksamkeit. Es besteht ein Gegensatz zwischen dem selbstgesteckten modernen Ansatz von Neobanken und der tatsächlichen Diversifizierung der Mitarbeiterschaft. So sind weniger als ein Drittel der Führungspersonen in Neobanken Frauen. Das entspricht in etwa der Situation bei klassischen Banken und ist schlechter noch im Vergleich zu anderen Branchen. Im Vorstandsbereich sieht es noch düsterer aus. Bei Fintechs ist nur jede vierte Vorstandsstelle durch eine Frau besetzt. Immerhin: „finextra“ berichtet aktuell über das Futura-Netzwerk der Solarisbank, dass sich die Förderung von Frauen im Fintech-Bereich einsetzt. paymentandbanking.com

Die wichtigsten Nebenbanken der Deutschen: Hauptbank, Zweitbank, Drittbank… Bei Marktanteilsuntersuchungen fällt dieser wichtige Aspekt zumeist unter den Tisch. Eine exklusive Analyse des Bank Blogs gibt einen Überblick zu den wichtigsten Nebenbankverbindungen der Deutschen beim Girokonto. der-bank-blog.de [gesponsert]

 

– Meist gelesen im vergangenen finletter –

… war der Beitrag über die wichtigsten Hauptbanken der Deutschen beim Girokonto. der-bank-blog.de

 

– Das Beste zum Schluss –

Cashback fürs Zocken: Payback will künftig den Spieltrieb von Android-Nutzern entlohnen. Für Spielzeit ausgesuchter Games soll es Punkte geben, die nach sieben Tagen dann eingelöst werden können. Das geschieht natürlich nicht uneigennützig. Für die Funktion braucht Payback tiefgreifende Befugnisse. Die bekommt sie nicht von iPhones, daher können sich nur Android-Nutzer auf den Deal einlassen. mobiflip.de

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