finletter 290 – Ant will nach Berlin, Aus für Check24-Girokonto-Vergleich, Bezahldienst von TikTok-Mutter

Ant Financial plant Fintech-Fonds in Berlin

Der größte Börsengang aller Zeiten, der von Ant Financial, wurde im Herbst 2020 abgesagt. Der Alibaba-Gründer Jack Ma tauchte für mehrere Monate ab – wahrscheinlich, weil er bei der chinesischen Regierung in Ungnade gefallen war. Doch beim Fintech-Riesen zeigt man sich von diesen Entwicklungen unbeeindruckt und arbeitet weiter an der Expansion des Unternehmens. Ant Financial soll in Deutschlands-Fintech-Hauptstadt Berlin einen Fonds für Finanz-Startups auflegen wollen, wie Financeforward und Capital berichten. Der soll Brancheninsidern zufolge ein Volumen von bis zu 82,35 Millionen Euro umfassen.

Managerin Jasmine Zhang suche derzeit nach einem Führungsteam für den Fonds, heißt es weiter. In dessen Fokus sollen neben Blockchain-Technologien auch Fintech-Geschäftsmodelle stehen. Für den Giganten Ant ist es üblich, im Ausland nicht unter der eigenen Marke zu expandieren. Stattdessen investiert das Fintech in Startups, wie zuletzt beispielsweise in Klarna und Blockchain-Projekte, von denen es in Berlin sehr viele gibt.

financefwd.com, gründerszene.de


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– Fintech-News Deutschland –

Check24 muss Girokonten-Vergleich abschalten: Nur fünf Monate nach dem Start ist das Angebot schon wieder weg. Der Grund dafür soll eine unklare Rechtslage sein. Verbraucherschützer hatten auf Unterlassung geklagt, denn der Kontenvergleich berücksichtigte lediglich rund 600 der rund 1700 Banken in Deutschland und sorge so nicht für die vom Gesetzgeber verlangte „wesentliche Marktabdeckung“, so die Begründung. faz.net, golem.de

Berliner Platform-as-a-Service-Startup erhält 25 Millionen: Hauptinvestor dieser Finanzierungsrunde ist die Londoner Investitionsgesellschaft Toscafund Asset Management. Auch die bisherigen Gesellschafter Ampega Asset Management, FinLeap und Goldman Sachs beteiligten sich. Das Startup Elinvar hat inzwischen über 100 Mitarbeitenden und stellt Finanzhäusern die technische Infrastruktur für Depots, Abschlüsse und Kundenberatungen. Laut eigenen Angaben soll das Geld in die Expansion des Unternehmens fliesen – unter anderem soll ein weiterer Standort in Magdeburg eröffnen. businessinsider.de, startbase.de

Liqid verwaltet jetzt 1 Milliarde Kundenvermögen: Der digitale Robo-Advisor konnte damit eigenen Angaben zufolge seit der Gründung im Jahr 2016 sein Vermögen jährlich verdoppeln. Damit gehört das Berliner Startup zu den größten digitalen Vermögensverwaltern in Europa. Anleger können ab 100.000 Euro investieren, der Durchschnitt liegt nach Unternehmensangaben bei 250.000 Euro. financefwd.com

Unzer übernimmt Clearhaus und QuickPay: Erst im September des vergangenen Jahres hatte sich der Zahlungsabwickler Heidelpay in Unzer umbenannt. Nun gab das Fintech bekannt, dass es vorbehaltlich der Zustimmung durch die zuständigen Aufsichtsbehörden den Acquirer Clearhaus und den Payment Service Provider QuickPay aus Dänemark übernehmen wird. Das macht das Heidelberger Unternehmen zu einem vollintegrierten Payment-Dienstleister. unzer.com

Finleap lagert Backoffice-Dienst mit „Kuno“ aus: Die neue Gesellschaft soll ihre Dienste wie Buchhaltung oder Personalmanagement künftig auch extern anbieten. Der Fokus des Kerngeschäfts soll auf dem Beratungsgeschäft liegen. Das Unternehmen geht damit einen weiteren Schritt in Richtung Fintech-Investor. finanz-szene.de

Nach Ende von Joonko kauft Bonify die Kreditsoftware: Künftig können Kundinnen des Bonitätsstartups direkt aus der App einen Kreditantrag erhalten, sich verifizieren und den Vertrag unterschreiben. Möglich macht das die Technologie, die das Unternehmen vom Vergleichsportal Joonko gekauft hat. Das Startup befindet sich derzeit in der Abwicklung. Wie viel Bonify für die Technologie gezahlt hat, ist nicht bekannt. financefwd.com

Finway geht an den Start: Wie Felix Haas auf Linkedin bekannt gab, launcht das von ihm unterstütze Startup nun. Ziel der Plattform sei es, ein „Finanz-Betriebssystem für KMU“ zu werden. Felix Haas hatte unter anderem bereits IDnow hochgezogen. linkedin.com

 

– Fintech-News International –

TikTok-Mutter ByteDance startet mobilen Bezahldienst: In China können Nutzende der Video-App Douyin nun mit „Douyin Pay“ direkt in der App einkaufen. Der neue Dienst ergänzt die beiden bereits integrierten Bezahlverfahren Alipay und WeChat-Pay. ByteDance ist das Unternehmen hinter der sozialen Video-Plattform TikTok – die chinesische Version heißt Dounyin. cnbc.com, techcrunch.com

Jack Ma wieder aufgetaucht: Seit Oktober war der Gründer von Alibaba und dessen Fintechs Ant-Financial untergetaucht. Das Verschwinden des sonst so öffentlichkeitsliebenden Unternehmers wurde mit seiner Kritik an der Parteiführung des chinesischen Staates in Zusammenhang gebracht. Nun meldetet sich Jack Ma mit einer rund 50-sekündigen Videobotschaft zurück. Darin kündigte er an, sich mehr als bisher für karitative Zwecke einsetzen zu wollen. tagesschau.de, finews.ch

Monzo-Gründer Tom Bloomfield hat sich von seinem „Job entliebt“: Zum Monatsende wird Bloomfield die UK-Challenger-Bank verlassen. Als Grund dafür nannte er, dass der Druck, inmitten einer weltweiten Pandemie das Unternehmen zu vergrößern, seine mentale Gesundheit verschlechtert habe. Bloomfield gründete mit Monzo im Jahr 2015 eine der ersten digitalen Banken in Großbritannien, inzwischen hat das Unternehmen fast fünf Millionen Kundinnen und Kunden. techcrunch.com, finextra.com

Züricher Fintech Numbers bekommt rund 6,5 Millionen Euro: Gründer Matin Saidler hat den Betrag im Dezember 2020 über seine Investmentfirma Saidler& Co. Finance in das Unternehmen investiert. Insgesamt bekam Numbrs im vergangenen Jahr rund 25,53 Millionen Euro von Geldgebern. Mit dem Geld wollen man die Aktivitäten auf den bestehenden Märkten ausbauen und den Markteintritt in Spanien, Italien und Frankreich stemmen, so das Fintech. Ursprünglich wollte Numbrs ein bankenunabhängiger Broker mit einerkostenlosen App werden. Inzwischen hat sich das Geschäftsmodell in Richtung kostenpflichtiger Mulitbanking-App entwickelt. finews.ch, finextra.com

 

– Neu auf finletter.de –

Thomas Tittelbach in seinem Advertorial zum Thema Agnostische Payment Orchestration

Payment Orchestration: Klassische Payment Service Provider haben ausgedient und Onlinehändler müssen sich von ihnen unabhängig machen, erklärt Thomas Tittelbach von aye4fin auf finletter.de. [Gesponsert]

 

– Treffpunkte –

Building Bridges 2021: Fintechs und andere Akteure aus Schweden und Deutschland kommen zum zweiten Mal zusammen, um sich über die Möglichkeiten der internationalen Zusammenarbeit auszutauschen. Referenten werden dabei über Fragen wie: ‚Was bewegt Fintechs gerade?‘ oder ‚Was können wir voneinander lernen?‘ sprechen. 8. Februar, 16- 18 Uhr, online

Mehr Veranstaltungen zu Fintech finden Sie im Event-Kalender auf finletter.de. Schicken Sie uns gerne eine E-Mail, falls Sie einen Hinweis haben.

 

– Wochenendlektüre –

Was steckt hinter Finiva? Finacefwd hat sich das junge Fintech, das kurz nach dem Start schon ein Milliardenvermögen betreut, angeschaut. financefwd.com

Warum ohne Mambu bei N26 nichts ginge: Die Geschichte der Firma, die mit einem Unternehmenswert von 1,7 Milliarden Euro seit Kurzem das zweitwertvollste Fintech in Deutschland ist. businessinsider.de

Diese Branchen-Akteure hat Paymentandbanking 2021 im Blick: Auf die Liste haben es junge Fintechts und etablierte Unternehmen geschafft. Wen Sie 2021 beobachten sollten. paymentandbanking.com

Was den ETF-Hype ausgelöst hat: Wie Broker wie Trade Republic oder Scalable Capital die Deutschen zu Fondssparerinnen gemacht haben und warum das die Sorge vor einer platzenden Blase nährt. aboutfintech.de

Die wichtigsten Fintech-Standorte in Deutschland: Comdirect fand im Rahmen einer Studie heraus, dass Berlin noch immer vorne liegt. Welche Städte es auf die weiteren Plätze geschafft haben und warum Hamburg im Ranking überrascht. comdirect.de

Frohes neues Corona-Nachwehen-Jahr: finletter-Gründer Clas Beese wagt im Bank-Blog von Dr. Hansjörg Leichsenring eine vorsichtige Prognose zum Thema „Herausforderungen für Fintechs im Jahr 2021“! Er zeigt auf, was sich für Fintech-Unternehmen ändern kann, muss und wird. der-bank-blog.de

 

– Meist gelesen in der letzten Woche –

… war der Text über Banken und Bigtechs. handelsblatt.com

 

– Das Beste zum Schluss –

Marsalek plante in digitale Zahlungssysteme für Geflüchtete einzusteigen: Laut Recherchen von SWR sollten dem untergetauchten Vorstand von Wirecard offenbar Ex-Politiker und Lobbyisten mit Nähe zu russischen Oligarchen helfen. tagesschau.de